Hass gilt als destruktiv, irrational, gefährlich. Doch was, wenn er unter bestimmten Bedingungen eine andere Funktion erfüllt – als Ausdruck von Widerstand gegen Unterdrückung? Die Autorin Şeyda Kurt stellt am Sonntag, 18. Januar, ihr Buch "Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls" in der Volkshochschule (VHS) Essen vor. Los geht es um 11 Uhr am Burgplatz 1.
Kurt nähert sich dem Thema analytisch, nicht moralisierend. Sie fragt nach den gesellschaftlichen Strukturen, die Hass erzeugen: Rassismus, Kapitalismus, patriarchale Ordnungen. Und sie fragt nach der ungleichen Verteilung von Legitimität: Wessen Hass wird akzeptiert, wessen verurteilt? Die These des Buches lautet: Hass muss nicht im Ressentiment enden. Er kann benennen, was falsch läuft. Er kann mobilisieren, wo Ohnmacht lähmt.
"Wir leben in einer Zeit, in der Gefühle politisch aufgeladen sind. Hass einfach zu verdammen, greift zu kurz", sagt Nikolaos Georgakis von der VHS Essen, der das Gespräch mit Şeyda Kurt führen wird.
Die Veranstaltung gehört zur Reihe "Reden von morgen", in der die VHS regelmäßig gesellschaftliche Debatten aufgreift. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter vhs.link/hass wird gebeten.
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