Philosophiegeschichte wird meist als Geschichte männlicher Denker erzählt. Die Volkshochschule (VHS) Essen rückt am Dienstag, 3. Februar, Philosophinnen ins Zentrum: Autorin Marit Rullmann zeigt, wie Denkerinnen von der Antike bis heute die Welt betrachteten – und welche Perspektiven die etablierte Philosophie ausblendet. Los geht es um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der VHS am Burgplatz 1.
Die Abwertung des Weiblichen durchzieht das abendländische Denken wie ein roter Faden. Rullmann untersucht, wie Philosophinnen diesem Muster begegneten. Sie gingen von anderen Prämissen aus: Statt Wissenschaft und Leben zu trennen, verbanden sie beides. Themen wie Geburt und Tod, Gerechtigkeit und Leiblichkeit bearbeiteten sie aus einer Position heraus, die ihre männlichen Kollegen oft nicht einnahmen.
Der Vortrag in der VHS stellt Denkerinnen wie Aspasia, Hildegard von Bingen, Anne Conway, Judith N. Shklar und Martha Nussbaum vor. Rullmann macht deutlich, welche Theorien und Fragen verloren gingen, weil Frauen systematisch aus dem philosophischen Kanon ausgeschlossen wurden.
Die Referentin studierte Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie gilt als Mit-Initiatorin der Philosophischen Cafés in Deutschland und arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Dozentin in der Erwachsenenbildung. Beim Suhrkamp-Verlag ist von ihr unter anderem das Buch „Philosophinnen von der Antike bis zur Aufklärung“ erschienen.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter vhs.link/rullmann .
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