Nach rund 20 Jahren erfolgreicher Arbeit mit dem Beteiligungsformat "MITWIRKUNG!" wird ein neues Konzept zur Jugendbeteiligung in der Stadt Essen auf den Weg gebracht. Ziel ist es, Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche zeitgemäß, wirksam und inklusiv zu gestalten und an die veränderten Lebensrealitäten junger Menschen anzupassen. In seiner heutigen Sitzung (10.03.) wurde dem Jugendhilfeausschuss dieses Konzept vorgestellt.
Beteiligung junger Menschen gewinnt gesellschaftlich und politisch an Bedeutung
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass sich die Formen der Beteiligung wie auch die generellen Bedarfe von Jugendlichen verändert haben. Gleichzeitig gewinnt die Beteiligung junger Menschen gesellschaftlich und politisch zunehmend an Bedeutung: Jugendliche werden immer stärker als Expertinnen*Experten ihrer eigenen Lebenswelt wahrgenommen und bei Fragen, etwa zur Stadtentwicklung oder zum gesellschaftlichen Zusammenleben aktiv mit einbezogen.
Im Rahmen der Initiative "Essen – Großstadt für Kinder und Jugendliche" wurde daher in einem gemeinsamen Prozess des Arbeitskreises Jugend (AKJ) und der Jugendhilfeplanung des Jugendamtes ein neuer grundlegender Konzeptentwurf zur Jugendbeteiligung erarbeitet. Dieser soll in der praktischen Umsetzung kontinuierlich gemeinsam mit jungen Menschen weiterentwickelt werden. Dabei wird bewusst auf den langjährigen Erfahrungen und den gewachsenen Strukturen des Programms "MITWIRKUNG!" aufgebaut. Bestehende Gruppen, Beteiligungsstrukturen und qualifizierte Begleitpersonen werden in das neue Konzept integriert, um Kontinuität zu sichern und bereits bestehendes Engagement zu würdigen.
Neue Servicestelle für Jugendbeteiligung geplant
Zentrales Element der neuen Struktur ist eine Servicestelle für Jugendbeteiligung in der Essener Innenstadt. Sie wird in gemeinsamer Verantwortung von freien und öffentlichen Trägern betrieben und dient als zentrale Anlaufstelle für Ideen, Anliegen und Projekte junger Menschen. Jugendliche können hier sowohl Themen aus ihren Sozialräumen als auch gesamtstädtische Anliegen einbringen. Der Themenbereich reicht dabei von Sauberkeit, Sicherheit und Mobilität bis hin zum demokratischen Zusammenleben.
Die Servicestelle bündelt diese Themen und vermittelt sie an zuständige Ansprechpartner*innen in den Stadtbezirken sowie auf gesamtstädtischer Ebene.
Begleitpersonen sollen Mikroprojekte in Stadtteilen unterstützen
Ein Pool qualifizierter Begleitpersonen wird künftig Projekte in den Stadtteilen unterstützen. Viele dieser Fachkräfte sind bereits in Jugendverbänden aktiv und verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Jugendgruppen und in Beteiligungsprozessen. Junge Menschen im Alter von etwa 14 bis 27 Jahren können so im Rahmen sogenannter Mikroprojekte eigene Ideen entwickeln, planen und umsetzen.
Stadtweiter Jugendgipfel geplant
Ein weiterer Baustein des neuen Konzepts ist die Einführung eines stadtweiten Jugendgipfels. Diese Veranstaltung soll künftig das zentrale Event der Jugendbeteiligung in Essen sein und das bisherige zentrale Veranstaltungsformat ablösen. Neben den Jugendverbänden sind weitere Kooperationen vorgesehen – unter anderem mit der dezentralen Jugendhilfeplanung, der Jugendhilfe Essen gGmbH, dem Paritätischen Jugendwerk sowie weiteren Partnerinnen*Partnern aus den Netzwerken der Stadtbezirke und der Stadtverwaltung.
Mit diesem neuen Format schafft die Stadt Essen zudem die Grundlage für die Umsetzung des § 27a der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen, der die Beteiligung junger Menschen und die Einrichtung von Jugendselbstvertretungen stärkt. Die Finanzierung des neuen Formats erfolgt durch die Umschichtung bereits vorhandener Mittel zur Förderung der Partizipation junger Menschen. Zusätzliche Kosten entstehen nicht.
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