Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität der Stadt Essen ist erreicht: Der Rat der Stadt Essen hat heute (25.03.) die Kommunale Wärmeplanung gemäß Wärmeplanungsgesetz (WPG) verabschiedet. Mit diesem Beschluss liegt nun eine strategische Grundlage vor, die aufzeigt, wie die Wärmeversorgung in den kommenden Jahren klimafreundlich, verlässlich und bezahlbar weiterentwickelt werden kann. Die Entscheidung des Rates markiert den Übergang von der Planungsphase in die Phase des Handelns.
Worum geht es?
Die Stadt Essen arbeitet bereits seit Ende 2022 an einer Wärmeplanung. Ziel ist es, die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umzustellen. Damit soll bis spätestens 2045 eine treibhausgasneutrale, bezahlbare und verlässliche Wärmeversorgung erreicht werden.
Die Kommunale Wärmeplanung zeigt einen möglichen Weg der Transformation auf: Denn aktuell entfallen über 50 Prozent des Endenergieverbrauchs in Essen auf die Beheizung von Gebäuden und derzeit werden noch mehr als drei Viertel dieses Bedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Daher hat sich die Stadt Essen mit Energieversorgern, Netzbetreibern, Industriebetrieben und den Stadtwerken zusammengesetzt. Untersucht wurde, an welchen Orten im Stadtgebiet zentrale Lösungen wie Wärmenetze sinnvoll ausgebaut werden könnten und wo individuelle Heizsysteme, etwa Wärmepumpen oder Pelletheizungen, künftig eine geeignete Option darstellen könnten.
Welche Lösungen sind vorgesehen?
Die erstellte Kommunale Wärmeplanung präferiert in Gebieten mit hoher Wohndichte Wärmenetze. Sie liegen in der Mitte der Stadt, im Norden und in anderen dicht bebauten Stadtgebieten. Der Fernwärmenetzbetreiber Iqony Fernwärme GmbH plant die Erweiterung seines bestehenden Fernwärmenetzes, während die Stadtwerke Essen neue Wärmenetzlösungen prüfen. Dazu zählen Wärmequellen aus industrieller Abwärme, Geothermie, die Verwendung von Fluss-, Ab- und Grubenwasser sowie Solarthermie. Ein Anschluss- und Benutzungszwang an die Wärmenetze ist nicht vorgesehen.
In weniger dicht besiedelten Gebieten sind eher dezentrale Lösungen möglich. Für die Wärmeerzeugung können beispielsweise Wärmepumpen oder Pelletheizungen dienen.
Was ist der Hintergrund?
Nach den Vorgaben des Bundes müssen Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohner*innen spätestens bis zum 30. Juni 2026 Wärmepläne erstellen. Der Bund hat die Länder verpflichtet, diese Wärmepläne fristgerecht auf ihrem Hoheitsgebiet umzusetzen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat diese Verpflichtung mit dem Landeswärmeplanungsgesetz, verabschiedet im Dezember 2024, an die Kommunen weitergegeben.
Wie geht es weiter?
Von Januar bis Februar 2026 erfolgte die Offenlegung des Endberichtes zur Kommunalen Wärmeplanung. In dieser Zeit konnten Bürger*innen Stellungnahmen einbringen. Diese werden im weiteren Verfahren geprüft und bei der Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt. Diese strategische Fachplanung bildet den ersten Schritt, dem nun konkrete Maßnahmen folgen sollen. Die jeweiligen erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung werden dem Rat der Stadt Essen und den zuständigen Ausschüssen zum Beschluss vorgelegt. Zudem berichtet die Verwaltung dem Rat regelmäßig über den Fortschritt.
Die Kommunale Wärmeplanung stellt einen Fahrplan für die nächsten Jahre dar und dient als Basis, um Lösungen für eine klimafreundliche, bezahlbare und zukunftsfähige Wärmeversorgung zu entwickeln. Sie zeigt auf, wo in Essen welche Wärmeversorgung zukünftig möglich sein könnte.
Zudem sind Veranstaltungen zur Bürgerinformation geplant. Sobald diese terminiert sind, wird die Öffentlichkeit entsprechend informiert.
Wo gibt es weitere Informationen?
Interessierte finden im Vorgang 1991/2025/6 und auf www.essen.de/wärmeplanung weiterführende Informationen sowie den Endbericht zur Kommunalen Wärmeplanung.
Die Stadt Essen wird in der kommenden Woche auf der Internetseite eine Online-Kartenanwendung bereitstellen. Hier bekommen die Bürger*innen die Möglichkeit, sich über zukünftig mögliche Wärmeversorgungsarten adressgenau zu informieren.
Zudem bietet die Grüne Hauptstadt Agentur (GHA) der Stadt Essen im KlimaTreff allen Interessierten ein laufendes Beratungsangebot, sich von Fachleuten rund um Heizungen, Fördermöglichkeiten und Sanierungen kostenlos und neutral beraten zu lassen. Weitere Informationen unter www.essen.de/klimatreff.
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