Kommunaler Hitzeaktionsplan: Wie schützt die Stadt die Menschen vor zunehmender Hitze?

08.09.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Hitzeaktionsplan bis 2028: Essen entwickelt Maßnahmen, um die Bevölkerung besser vor zunehmender Hitze zu schützen.
  • Schutz besonders gefährdeter Menschen: Vor allem Ältere, Kinder, Vorerkrankte sowie wohnungslose Menschen sollen besser geschützt werden.
  • Maßnahmen laufen bereits: Dazu gehören Trinkwasserbrunnen, Sonnenschutz, Kühlorte und klimaangepasste Plätze.

Die Stadt Essen arbeitet derzeit an einem kommunalen Hitzeaktionsplan. Ziel ist es, die Bevölkerung besser auf zunehmende Hitzeperioden vorzubereiten, gesundheitliche Folgen zu vermeiden und die Stadt auf akute Hitzeereignisse vorzubereiten. Der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz hat den aktuellen Sachstandsbericht zur kommunalen Hitzeaktionsplanung heute (08.09.) zur Kenntnis genommen.

Hitzeperioden und Tropennächte nehmen infolge des Klimawandels zu. Extreme Hitze stellt dabei ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und kann insbesondere für ältere Menschen, Kinder, Vorerkrankte sowie obdachlose und wohnungslose Menschen gefährlich werden. Auch die Infrastruktur, die Wirtschaft und die Umwelt können durch anhaltende Hitze und Trockenheit belastet werden.

Was plant die Stadt Essen mit dem Hitzeaktionsplan?

Die Koordination und wesentliche Bearbeitung des Hitzeaktionsplans – HAP.Essen – erfolgen durch das Umweltamt und das Gesundheitsamt. Seit November 2025 arbeitet eine fachbereichsübergreifende Projektgruppe mit rund 40 Mitarbeitenden der Verwaltung an der Erstellung.

Der Hitzeaktionsplan soll insbesondere drei Fragen beantworten: Was kann die Stadt tun, um die Hitzebelastung zu reduzieren? Wie können die Menschen in Essen auf intensive Hitze vorbereitet werden? Und wie handelt die Stadt während akuter Hitzeereignisse? Dafür werden derzeit in mehreren Arbeitsgruppen Maßnahmen in den Bereichen Planung und Bau, Kommunikation und Sensibilisierung sowie Vorsorge und Akutmaßnahmen entwickelt. Dabei werden sowohl Maßnahmen für die Gesamtbevölkerung als auch spezielle Angebote zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen berücksichtigt. Die Veröffentlichung des Hitzeaktionsplans ist für das Jahr 2028 vorgesehen.

Was tut die Stadt schon heute gegen die Hitze?

Bereits vor Fertigstellung des Hitzeaktionsplans setzt die Stadt Essen zahlreiche Maßnahmen zum Hitzeschutz um. Dazu gehören unter anderem zehn öffentliche Trinkwasserbrunnen, zusätzlicher Sonnenschutz an Kindertageseinrichtungen sowie die klimaangepasste Umgestaltung öffentlicher Plätze im Rahmen des Projekts "Platz fürs Klima". Auch die Baumgesundheit und die Bewässerung von Straßenbäumen werden angesichts zunehmender Trockenperioden stärker berücksichtigt.

Darüber hinaus stehen den Essenerinnen*Essenern verschiedene Informationsangebote zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise die kommunale Kühlorte-Karte im Geoportal und das HitzePortal. Während extremer Hitze informiert die Stadt zudem über Pressemitteilungen und soziale Medien über geeignete Schutzmaßnahmen. Ergänzend gibt es verschiedene Informationsmaterialien, unter anderem zu Hitzeschutz, UV-Schutz und Hilfsangeboten für wohnungs- und obdachlose Menschen.

Auch für Einrichtungen und besonders gefährdete Personengruppen werden Maßnahmen umgesetzt. So erhalten städtische Kindertageseinrichtungen Bildungsmaterialien und Schulungsangebote zu Hitze- und UV-Schutz. Zudem wird das Thema Hitze im Katastrophenschutzbedarfsplan der Stadt Essen berücksichtigt.

Wie arbeitet Essen beim Hitzeschutz mit anderen Kommunen zusammen?

Die Stadt Essen beteiligt sich außerdem am regionalen Projekt "HAP.Regio". Gemeinsam mit 16 Kommunen der Emscher-Lippe-Region, dem Kreis Recklinghausen und der Zukunftsinitiative Klima.Werk werden Erfahrungen zur kommunalen Hitzeaktionsplanung ausgetauscht und gemeinsame Ansätze entwickelt. Die Projektlaufzeit endet 2027. Eine Fortsetzung der regionalen Zusammenarbeit wird angestrebt.

Weitere Hitzeschutzmaßnahmen befinden sich derzeit in Planung. Die Finanzierung soll mit der weiteren Konkretisierung des Hitzeaktionsplans festgelegt werden. Dabei sollen auch externe Fördermöglichkeiten genutzt werden.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.essen.de/hitzeschutz.

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