Stadt Essen bringt Entwurf für Doppelhaushalt 2027/2028 ein

16.09.2026

In der heutigen (16.09.) Ratssitzung wurde der Haushaltsplan für die kommenden Jahre 2027/2028 eingebracht.

Die Planungen sehen ein Finanzvolumen von rund 4,28 Milliarden Euro für 2027 und rund 4,33 Milliarden Euro für 2028 vor. Der rechnerische Haushaltsausgleich kann nur durch erhebliche Konsolidierungsbeiträge erreicht werden: Für 2027 ist ein sogenannter Globaler Minderaufwand von 50 Millionen Euro vorgesehen, für 2028 von 70 Millionen Euro. Damit wird der Haushaltsausgleich planerisch dargestellt. Der daraus resultierende Jahresüberschuss beträgt jeweils rund 3,4 Millionen Euro. Dieser geringe Überschuss ist nicht mit einem nachhaltigen Haushaltsüberschuss gleichzusetzen. Die Haushaltsplanung macht vielmehr deutlich, dass weitere Anstrengungen zur Konsolidierung erforderlich sind. Die finanzielle Situation der Stadt Essen bleibt angespannt. Steigende Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Soziales, Kinder, Jugend und Familie sowie bei Personal und Zinsen, treffen auf nur begrenzt wachsende Einnahmen.

Wie teilen sich die Ausgaben auf?

Ein wesentlicher Grund für den steigenden Finanzbedarf liegt in den Bereichen Soziales sowie Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Auf diese Bereiche entfallen rund 59 Prozent der ordentlichen Aufwendungen. Der Finanzbedarf liegt 2027 bei rund 1,10 Milliarden Euro und steigt 2028 auf rund 1,12 Milliarden Euro.

Auch die Personal- und Versorgungsaufwendungen steigen weiter. Für 2027 sind hierfür rund 879,1 Millionen Euro vorgesehen. Das entspricht einem Anstieg von rund 50,3 Millionen Euro beziehungsweise sechs Prozent gegenüber dem Haushaltsansatz 2026. Unter anderem sind 40 Millionen Euro für die Übernahme und Neueinstellung von Nachwuchskräften sowie 15,5 Millionen Euro für strukturelle Maßnahmen wie Tarif- und Besoldungserhöhungen und Beförderungen eingeplant. Gleichzeitig enthält der Haushaltsplan eine Einsparvorgabe von 35 Millionen Euro für 2027 und 40 Millionen Euro für 2028 und die Folgejahre. Damit soll eine nachhaltige strukturelle Entlastung des Personalhaushalts erreicht werden.

Was wird trotz der schwierigen Finanzlage investiert?

Trotz der angespannten Finanzlage bleiben hohe Investitionen in die Infrastruktur der Stadt notwendig. Für 2027 sind Auszahlungen aus Investitionstätigkeit von rund 742,5 Millionen Euro vorgesehen, für 2028 rund 637,2 Millionen Euro.

Ein Schwerpunkt liegt weiterhin bei den Schulen. Für Schulen, Schulsporthallen und Ausstattung sind 209,4 Millionen Euro im Jahr 2027 und 233,2 Millionen Euro im Jahr 2028 eingeplant. Darüber hinaus wird unter anderem in die Feuerwehr, die Straßeninfrastruktur, den Sport und den öffentlichen Nahverkehr investiert. Mit den Investitionen reagiert die Stadt auf den bestehenden Sanierungs- und Investitionsbedarf und schafft zugleich wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung der jeweiligen Bereiche.

Welche Auswirkungen haben die steigenden Zinsen?

Die weiterhin hohe Verschuldung und die Finanzierung der umfangreichen Investitionen führen zu einer steigenden Zinsbelastung. Für Zinsen sind 2027 rund 86,2 Millionen Euro und 2028 rund 114,3 Millionen Euro eingeplant. Die steigenden Zinsaufwendungen binden Mittel, die damit nicht für andere kommunale Aufgaben und Investitionen zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig hat die Übernahme von rund 610,7 Millionen Euro Liquiditätskrediten durch das Land Nordrhein-Westfalen die Stadt finanziell spürbar entlastet. Dennoch bleibt die Verschuldung ein wesentliches Risiko für die langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt Essen.

Detaillierte Informationen zum Haushaltsplanentwurf 2027/2028 finden Interessierte www.essen.de/haushaltsplan-entwurf_2027-2028 . Im November entscheidet der Rat über den Haushaltsplan.

Den aktuellen Finanzcontrolling-Bericht II/2026 finden Interessierte in der Vorlage 1233/2026/2 .

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