Presseeinladung/Fototermin: Übergabe eines historischen Notizbuchs aus dem 18. Jahrhundert

Am Freitag, 10. Juli, um 11 Uhr, im Vortragsraum des Hauses der Essener Geschichte (Raum 0.31), Ernst-Schmidt-Platz 1.

01.07.2026

Am Freitag, 10. Juli, um 11 Uhr, erhält das Haus der Essener Geschichte (HdEG) mit dem Notizbuch der Werdenerin Petronella Tüschen (1780–1860) eine außergewöhnliche Schenkung. Das in Buntpapier eingeschlagene und dicht beschriebene Oktavheft stammt aus dem Jahr 1796 und bietet seltene Einblicke in die Bildung einer bürgerlichen Frau am Ende des 18. Jahrhunderts.

Die damals 16-jährige Petronella Tüschen hielt darin Redewendungen, Verse und Sinnsprüche in deutscher, französischer und lateinischer Sprache fest, die sie vermutlich im Unterricht oder durch private Lektüre kennengelernt hatte.

Gesammelt hat sie die Sinnsprüche, weil sie ihr bemerkenswert erschienen und wohl auch um sie später in Poesiealben und Stammbüchern von Freundinnen*Freunden zu verwenden.

Wo Petronella ihre Bildung erlangte, ist derzeit unklar. Da ihre Familie protestantisch war, hat Petronella nicht die katholische Schule in Werden besucht, sondern wurde wahrscheinlich von einem Hauslehrer unterrichtet. Im Alter von 22 Jahren heiratete sie 1802 den Werdener Tuchmacher Theodor Scholten, mit dem sie insgesamt elf Kinder hatte. Petronella Scholten starb im Alter von 80 Jahren in Werden, wo sie ihr ganzes Leben verbracht hat.

Übergeben wird das Notizbuch am Freitag, 10. Juli, um 11 Uhr im Vortragsraum des Hauses der Essener Geschichte (Raum 0.31), Ernst-Schmidt-Platz 1, von Sabine Kneser aus Göttingen, einer Nachfahrin von Petronella Tüschen. Darüber hinaus schenkt sie dem Stadtarchiv weitere historische Dokumente aus ihrer Familie. Dazu gehören Quittungen aus dem Jahr 1831, Briefe aus der Zeit zwischen 1895 und 1904 sowie historische Fotografien.

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