Der FrauenOrt wurde am 25. September 2025 im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv (HdEG) feierlich eröffnet. Er erinnert an die Wissenschaftlerin, Pädagogin und Pionierin der Frauenbildung Dr. phil. Nelli Neumann (1886-1942). Diese war von 1919 bis 1933 als Studienrätin in der ehemaligen Luisenschule, dem heutigen Dienstsitz des HdEG, tätig.
Nelli Neumann war eine der ersten Frauen im Deutschen Reich mit einem Doktortitel in Mathematik. Nach der Scheidung von dem berühmten Mathematiker Richard Courant unterrichtete sie ab 1919 an der Essener Luisenschule, der ältesten städtischen höheren Mädchenschule, die Fächer Mathematik, Physik und Chemie.
Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie von den Nationalsozialisten 1933 aus dem Schuldienst entlassen. 1941 folgte die Deportation in den Osten. Dort wurde Nelli Neumann im Sommer 1942 in Minsk bei Massenerschießungen von Jüdinnen und Juden ermordet. Heute erinnern ein Stolperstein vor der ehemaligen Luisenschule, ein Kapitel der historischen Dauerausstellung im HdEG sowie die Nelli-Neumann-Schule an ihr Leben und Wirken in Essen.
Der FrauenOrt ist neben dem Domschatz (Äbtissin Mathilde), Schloss Borbeck (Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Sachsen und Polen) und der Alten Synagoge (Bewegungspädagogin Dore Jacobs) einer von insgesamt vier FrauenOrten in Essen. Projektträger ist der FrauenRat NRW e. v., der insgesamt 52 Orte in ganz NRW ausgezeichnet hat, an denen historische Frauenpersönlichkeiten gelebt und gewirkt haben.
Der FrauenRat NRW e. V. wurde 1970 als unabhängiger, überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss aus heute rund 50 Frauenverbänden und -gruppen gemischter Verbände gegründet und vertritt mehr als zwei Millionen Frauen in ganz Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern und zu unterstützen. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Schirmpatin ist Gleichstellungsministerin Josefine Paul.