Geschichte des Stadtteils Überruhr

Namenserklärung

Der Name Überruhr stammt von der Lage der beiden Stadtteile ab, die oberhalb einer Halbinsel der Ruhr liegen. Man bezeichnete diese als Ruhrhöhen oder geographisch als Overruhr beziehungsweise Oberruhr.
Zudem kommt der Name von „Überquerung der Ruhr“, also „Über der Ruhr“, da damals die beiden Stadtteile Holthausen und Hinsel zum Stift Rellinghausen gehörten, der auf der anderen Ruhrseite lag, weshalb man die Ruhr mit einer Fähre überqueren musste.

Holthausen stammt von „zu den Häusern im Gehölz“. Holt- steht dabei für Nutzung des Niederwaldes.

Erstmals urkundlich erwähnt

1054

Gehört zu Essen seit

1. August 1929

Stadtteilwappen


In Grün ist ein silberner (weißer) gestürzter Wellensparren zusehen. Dazwischen in Rot ein silberner (weißer) Kreuzschargen oder auch Sonnenrad mit einem schwarzem Auge.

Der Wellensparren deutet auf den Stift Rellinghausen hin, in welchem die Bauerschaften Hinsel und Holthausen schon früh "Over Rore" und "Overruhr" genannt wurden.

Der Kreuzschargen ist ein heraldisches Sonnensymbol, das ein glücksbringendes und unheilabwehrendes germanisches Zeichen ist und auf die zahlreichen germanischen Bodenfunde hinweist.

(Johann Rainer Bausch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile)

Historie

Zunächst gehörten die beiden Bauerschaften Hinsel und Holthausen zum damaligen Damenstift Rellinghausen. Erst nach der Säkularisation 1803 wurden die Bauern frei und es zogen viele Einwanderer nach Überruhr.

Seit 1816 gehörten Hinsel und Holthausen zur Bürgermeisterei Steele und bildeten darin die Gemeinde Überruhr. Diese wurde 1894 zur eigenen Bürgermeisterei, woraus später die Stadtteile Überruhr Hinsel und Überruhr Holthausen entstanden sind.

Germanische Bodenfunde

Am Sonderfeld in Überruhr fand man die wohl ältesten Überreste die auf eine germanische Siedlung der Brukterer aus dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christi hinweisen. Dabei wurden unter anderem Keramiken aus der römischen Rheinprovinz gefunden. Wegen dieses Fundes wurde diese Straße 1966 Bruktererhang genannt.

Bergbau

Seit 1673 gab es die Zeche Mönkhoffsbank, von der heute nur noch Reste des Schachtgebäudes erkennbar sind.
Die darin enthaltende ehemalige Schmiede wurde in Wohngebäude umgebaut.

Außerdem wurde die Zeche Heinrich erbaut, deren Förderturm noch heute steht.

Auch die Zeche Vereinigte Gewalt gehörte zu Überruhr, die Mitte des 19. Jahrhunderts die größste und tiefste Grube des Ruhrgebiets war.

Aufgrund dieser vielen Zechen gab es einen größeren Zuzug von Arbeitern für den Bergbau und erst 1968 nach vollständiger Stilllegung der Zechen endete dieser.

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