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28.09.2022
7 Min

Energiesparen leicht gemacht

Mit diesen hilfreichen Tipps Verbrauch und Kosten reduzieren


Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der massiven Lieferreduzierungen durch Russland stehen die Gas- und Energieversorgung in Deutschland derzeit im Zentrum des Interesses. Auch wenn die Versorgung in Essen wie in ganz Deutschland aktuell stabil und gesichert ist, so ist die Lage dennoch angespannt. Dies zeigt sich auch darin, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) am 23. Juni erstmalig die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen hat, nachdem bereits seit 30. März die Frühwarnstufe galt. Sie tritt ein, wenn laut Notfallplan Gas "eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt aber noch in der Lage ist, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen."

Energiesparen mit positivem Nebeneffekt

Die ausgerufene Alarmstufe führt zu einer intensiveren Beobachtung der Lage und setzt das Signal, dass der Verbrauch aus Vorsorgegründen reduziert werden soll. Da Energie fast überall benötigt wird, gibt es auch nahezu überall die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit, Energie zu sparen. Das gilt für die Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen, kleine wie große Organisationen oder Institutionen ebenso wie für Bürger*innen. Jede noch so kleine Einsparung hilft. Denn: Was wir jetzt nicht verbrauchen, steht im Winter noch zur Verfügung. Damit tragen wir nicht nur zu einer stabilen Versorgungslage bei, sondern sparen darüber hinaus auch Geld und schonen die Umwelt.

Die Heizung auf den Prüfstand stellen

Laut Statistischem Bundesamt entfiel 2019 mit 70,7 Prozent der größte Anteil des Energieverbrauchs in privaten Haushalten auf das Heizen.

Damit liegt in diesem Bereich enormes Sparpotenzial, das sich sowohl aus der Technik als auch dem Verhalten ergibt. In Hinblick auf die Heiztechnik lohnt sich unter Umständen eine Modernisierung. Aber auch eine fachgerechte Prüfung und Einstellung ist sinnvoll, damit die Anlage effizient(er) arbeiten kann. So sollte die Heizung beispielsweise regelmäßig entlüftet sowie die Möglichkeit der Nachtabsenkung geprüft werden und ob die Zeiten eventuell ausgedehnt werden können. Gepaart mit einer guten Wärmedämmung des Gebäudes lässt sich der Verbrauch so senken.

Clever heizen

Aber auch das individuelle Nutzverhalten hat großen Einfluss. Ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Energie. Ein programmierbares Thermostat kann ein nützlicher Helfer sein, jedoch gibt auch das reguläre Thermostat für das Senken der Temperatur eine gute Orientierung:

So entspricht Stufe 2 rund 16 Grad, Stufe 3 ca. 20 Grad und Stufe 4 liegt bei 24 Grad. Bei Stufe 5 wird es dann fast schon ein wenig tropisch. Die Wohlfühltemperatur ist dabei sehr individuell. Grundsätzlich werden für Wohnbereiche etwa 20 Grad und für Schlafzimmer 18 Grad empfohlen. Wem das nur mit einem T-Shirt bekleidet zu kalt ist, der*die kann sich überlegen, ob die Heizung höher gedreht werden muss oder ob vielleicht auch ein Pullover oder eine Decke für die gewünschte Wärme sorgen.

Zu kalt sollte es natürlich auch nicht werden, da sonst die Wände zu stark auskühlen und die Gefahr für Schimmelbildung besteht. Deshalb sollten weniger genutzte Räume bei 16 Grad liegen, solange dort keine Feuchtigkeit entsteht oder hineinziehen kann. Kühler darf es auch nachts sein. Da lohnt es sich, die Heizung auf 16 bis 17 Grad runterzudrehen. Gleiches gilt bei längerer Abwesenheit über den Tag.

Mit ein paar Tipps wertvolle Energie sparen

Damit Wärme überhaupt ankommt, ist es elementar, dass Heizkörper frei sind. Also sollten keine massiven Möbel direkt davorstehen oder Vorhänge sie verdecken. Die Luft muss zirkulieren können, damit sich der Raum gleichmäßig erwärmt. Damit die Wärme nicht entweicht, sollten Fenster und Türen geschlossen gehalten werden. Wichtig ist dabei auch, dass sie richtig dicht sind. Ob das so ist, verrät ein einfacher Test: Dafür einfach ein Blatt Papier beispielsweise zwischen Rahmen und geschlossenes Fenster klemmen und daran ziehen. Es bewegt sich nicht? Alles in Ordnung. Es lässt sich herausziehen? Dann sollte das Fenster besser abgedichtet werden. Insbesondere bei Türen können auch sogenannte Zugluftstopper schnell und unkompliziert für Abhilfe sorgen.

Richtig lüften

Auch wenn die Wärme möglichst im Raum bleiben soll, ist Lüften – auch in Hinblick auf das Coronavirus – weiterhin wichtig. Aber bitte nicht mit gekippten Fenstern, durch die permanent Wärme verloren geht. Damit die verbrauchte und feuchte Raumluft gegen frische trockene Luft von außen ausgetauscht wird, sollten wir mindestens dreimal täglich quer- oder stoßlüften. Dazu währenddessen die Heizung abdrehen und die Fenster komplett für etwa drei bis fünf Minuten öffnen. Am besten zwei gegenüberliegende Fenster oder alternativ ein Fenster und die Haus- oder Wohnungstür nutzen. Das ist schneller und effizienter als gekippte Fenster, denn nur die Luft kühlt sich ab und nicht die Wände, welche die Wärme größtenteils speichern.

Richtig lüften – insbesondere in Corona-Zeiten

Vom Warmduscher zum Kaltduscher?

Einen weiteren großen Teil des Energieverbrauchs in privaten Haushalten – insgesamt 14,7 Prozent – wenden wir für die Erzeugung von Warmwasser auf. Oft kommt dafür ein Durchlauferhitzer zum Einsatz, wenn es keine zentrale Warmwasserversorgung gibt. Häufig handelt es sich dann noch um ältere Modelle, sodass ein Austausch des Geräts Sinn ergeben kann. Insbesondere der Umstieg von einem hydraulischen auf einen elektrisch gesteuerten Durchlauferhitzer lohnt in Hinblick auf die Energieeffizienz: Diese erlauben die Temperatur genau einzustellen, sodass das Wasser nur noch auf die benötigte Temperatur erhitzt wird und Nutzer*innen kein kaltes Wasser mehr beimischen müssen. Dies ist gerade beim Duschen besonders komfortabel. Wer noch mehr sparen möchte, kann niedrigere Temperaturen testen: Anstatt der empfohlenen 38 Grad reichen gegebenenfalls auch 35 Grad. Vielleicht wird aber auch der*die ein*e oder andere zum*zur Kaltduscher*in.

Weniger ist mehr

Auch wenn man gegenüber einem Vollbad beim Duschen deutlich sparen kann – insbesondere, wenn man nur kurz duscht – besteht hier noch weiteres Sparpotenzial. Beispielsweise lohnt es sich, das Wasser zum Einseifen auszustellen. Das gilt auch beim Händewaschen. Und ein Sparduschkopf sowie ein Wassersparaufsatz, die dem Wasserstrahl mehr Luft beimischen, verringern den Verbrauch zusätzlich ohne den Komfort einzuschränken. Schon kleine Veränderungen im Alltag können so eine große Wirkung entfalten.

Heimlichen Stromfressern auf der Spur

Der Betrieb sonstiger Haushalts- und Elektrogeräte schlägt darüber hinaus mit 7,8 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte zu Buche. Grund genug, heimliche Stromfresser mal mit einem Messgerät ausfindig zu machen. Diese werden einfach zwischen das zu prüfende Gerät und die Steckdose gesteckt und messen den Verbrauch. Strommessgeräte kann man sich einfach ausleihen, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale, die auch zu Energiethemen berät.

Einfach abschalten

Neben dem Austausch alter Geräte durch moderne Technik, helfen auch viele kleine Maßnahmen bei der Senkung des Stromverbrauchs. Beispielsweise sollten Bürger*innen Geräte möglichst komplett abschalten, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Anstatt des Stand-by-Modus sind Steckdosen oder -leisten mit Schalter das Mittel der Wahl, die Nutzer*innen bei Bedarf schnell und unkompliziert an- und ausmachen können. Einfach den Stecker aus der Steckdose zu ziehen, hat natürlich den gleichen Effekt.

Kleine Kniffe, große Wirkung

Sind Geräte jedoch im Gebrauch, empfiehlt sich, wo möglich, auf eine effiziente Nutzung zu achten, um nicht unnötig Strom zu verschwenden. Angefangen bei der richtigen Temperatur von Kühl- und Gefriergeräten über den Verzicht auf das Vorheizen des Backofens bis hin zur vollen Beladung von Wasch- und Spülmaschinen gibt es zahlreiche kleine Kniffe, die nicht nur in der Summe einen echten Unterschied beim Stromverbrauch machen können.

Deshalb hat die Stadt Essen hilfreiche Tipps zum Energiesparen für die verschiedenen Bereiche des Alltags zusammengestellt. Ob im Haushalt, Büro oder bei der Mobilität: Alle, die ihren Verbrauch reduzieren möchten, erhalten auf www.essen.de/energiespartipps zahlreiche Impulse, die vielleicht auch die ein oder andere neue Erkenntnis liefern.

Oberbürgermeister Thomas Kufen zum Energiesparen (20.09.2022)

Mit gutem Beispiel voran: Energiesparen bei der Stadt Essen

Nicht nur Bürger*innen sind zum Energiesparen aufgerufen. Auch die Stadtverwaltung Essen senkt ihren Gas- und Energieverbrauch, wo auch immer es möglich ist. Zahlreiche Sparmaßnahmen wurden bereits im August umgesetzt. Sie werden sukzessive durch weitere ergänzt.

Mehr über die städtischen Energiesparmaßnahmen erfahren


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