Auszubildende Melda Esme berichtet über ihre Corona-Erfahrung

Corona, Homeoffice und trotzdem so wenig wie möglich verpassen

Wie die Stadt Essen eine gute Ausbildung auch in der Krise ermöglicht

Mein Name ist Melda Esme und ich absolviere die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im zweiten Ausbildungsjahr. Während meines dritten Praxisabschnittes im InOffice der Stadt Essen breitete sich der Corona-Virus zu einer Pandemie aus und veränderte meinen Ausbildungsalltag enorm. Im Zuge dessen, habe ich mir Gedanken über die letzten Wochen und Monate meiner Ausbildung unter Corona Bedingungen gemacht und die Zeit Revue passieren lassen.

Plötzlich und ungeahnt ging es los: Abstandsregeln, Quarantänen, geschlossene Läden und Schulen sowie Runterfahren des Publikumsverkehrs bei der Stadtverwaltung - weltweite Ausnahmesituation. Die Corona-Pandemie hat auch unsere Ausbildungswelt vor eine absolut neue Herausforderung gestellt. Aber wie Winston Churchill schon sagte: “Never let a good crisis go to waste!“ - Im Tenor: “Eine Krise kann die Chance sein, etwas neues daraus zu entwickeln!“. Als Folge der Pandemie hatte ich die Nachricht erhalten, dass alle städtischen Nachwuchskräfte aus fürsorgerischen Gründen von der Arbeitsleistung in der Praxis entbunden und zunächst durch die Ausbildungsabteilung mit themenbezogenen Hausarbeiten und Projekten im „Homeoffice“ versorgt werden.

Der Gedanke an Homeoffice machte mir Sorgen, aber andererseits klang dies für mich nach dem ganz großen Los. Für die nächsten Wochen des Praxisabschnitts war eine Hausarbeit angesetzt, mit mindestens zehn Seiten. Dies ließ meine Sorgen verschwinden, da ich schon zuvor, während meiner Abiturzeit, an verschiedenen Hausarbeiten gearbeitet hatte. Vom Homeoffice ging es dann auch direkt ins „Homeschooling“. Dass der Unterricht im Studieninstitut aus der Ferne stattfand, sowie der Berufsschulabschnitt, war für mich eine echte Herausforderung, denn das konnte nicht mit der Hausarbeit ausgeglichen werden.

Anfangs fühlte sich alles seltsam an, da es sehr ungewohnt war, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten und zu lernen, aber nach einigen Tagen hatte ich mich schon daran gewöhnt. Die Lernplattform „moodle“ und die Videoplattform „WebEx“ wurden neu eingeführt. Dies ermöglichte mir unabhängig von Ort und Uhrzeit lernen zu können. Dafür stellten Dozent*innen zu den geplanten Unterrichtsstunden, Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die von mir in eigener Verantwortung bearbeitet werden konnten. Zusätzlich Unterrichtseinheiten per Videokonferenzen fanden auch im Kursverband statt.

Homeoffice und Homeschooling erfordert sehr viel Eigenständigkeit und Selbstverantwortung in der eigenen Arbeitsorganisation. Das kann auch schon mal erschöpfend oder frustrierend sein. Jeden Morgen wachte ich zur selben Zeit auf und merkte, dass die Routine eine erste Struktur im Tagesablauf vorgab und die Basis für einen produktiven Tag legte. Zuhause erfolgreich Aufgaben zu bearbeiten, erforderte Disziplin und die Fähigkeit Prioritäten zu setzen. Anstrengend war es neue Themen selbständig zu erlernen, bei Fragen standen aber Dozentinnen und Dozenten immer zur Verfügung, auch wenn die Kommunikation per E-Mail zeitaufwendiger war.

Ein großer Vorteil war der wegfallende Arbeitsweg. Keine nervenaufreibenden Staus oder U-Bahn Verspätungen. Dadurch begann mein Arbeitstag deutlich entspannter und am Ende des Tages blieben mehr Freizeit und eine bessere Work-Life-Balance für mich übrig.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Pandemie für mich eine große Entwicklung mit sich gebracht hat. Auch wenn ich seit dem Sommer wieder Unterricht vor Ort habe, bin ich viel eigenständiger geworden, was die Arbeitsorganisation angeht. Ich konnte mich mit Online-Lernplattformen wie „moodle“ vertraut machen, welche ebenfalls in der Zukunft sicherlich häufiger verwendet werden. Daher bin ich zuversichtlich, sollten wir noch einmal ins Homeoffice oder Homeschooling geschickt werden, dass ich das gut hinbekommen werde.

Vor allem führte die Pandemie in der Verwaltung schlagartig zu einem verstärkten Einsatz virtueller Arbeitsprozesse und die digitale Transformation hat sich durch die Corona-Krise beschleunigt. Flexible Formen der Arbeit wie Homeoffice oder Homeschooling werden nach der Krise wohl noch mehr Bedeutung haben als vorher.

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