Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) "Zukunft.Essen.Innenstadt"

Die Innenstadt von Essen, das Herz der Stadt, steht vor vielfältigen Herausforderungen: Der Rückgang des Einzelhandels führt zu Leerständen, monofunktionale öffentliche Räume verlieren an Attraktivität und der Klimawandel erfordert eine widerstands­fähigere Gestaltung von Plätzen und Gebäuden. Als Teil der Metropolregion Ruhr ist eine vitale Innenstadt für Essen essentiell, um im Wettbewerb um Einwohner*innen, Konsumentinnen*Konsumenten, Arbeitskräfte und Touristinnen*Touristen zu bestehen und ein positives Stadtbild zu vermitteln.

Im Prozess "Zukunft.Essen.Innenstadt" soll mit dem Integrierten Entwicklungs­konzept (IEK) ein neuer Handlungsplan entwickelt werden, der darauf abzielt, die Innenstadt von Essen zu einem modernen, attraktiven und lebenswerten Raum zu gestalten. Der Prozess wurde von der Stadtverwaltung Ende 2022 angestoßen, um auf verschiedene Herausfor­derungen wie Digitalisierung, Klimawandel, veränderte Mobilität und die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu reagieren.

Der Prozess "Zukunft.Essen.Innenstadt" umfasst mehrere Schritte:

1. Leitbild festlegen: Ein gemeinsames Ziel und Leitbild für die Entwicklung der Innenstadt wurde im Jahr 2023 definiert und vom Rat beschlossen
2. Handlungsplan entwerfen: Ein IEK erarbeiten, das alle bisherigen Maßnahmen und Teilkonzepte zusammen­führt und auf das Leitbild aufbaut. Dies soll bis Mitte/Ende 2024 geschehen
3. Umsetzung: Die Umsetzung der im IEK festgelegten Maßnahmen ist ab 2025 geplant

Das IEK soll eine Analyse verschiedener Aspekte der Stadtentwicklung, wie Bau-, Raum- und Nutzungsstruktur, Bevölkerungs­struktur, Einzelhandel, Gastronomie, kulturelle und soziale Infrastruktur, Stadtgestalt, Umweltschutz und lokale Ökonomie beinhalten. Ziel ist es, Fördermittel aus Bundes- und Landesförder­programmen zu erhalten und mit der strategischen Umsetzung von Projekten eine zukunftsfähige Innenstadt zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird. Die Stadt Essen legt großen Wert auf die Beteiligung der Bürgerinnen*Bürgern und Besucherinnen*Besuchern der Innenstadt und bietet verschiedene Möglichkeiten, um Ideen und Vorschläge in den Planungsprozess "Zukunft.Essen.Innenstadt" einzubringen.

Kooperativer Erarbeitungsprozess zur Erstellung des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK)

Mit der Erarbeitung des Integrierten Entwicklungskonzepts wurden Ende 2023 das Planungsbüro Reicher Haase Assoziierte (Aachen, Dortmund) und das Kommunikationsbüro Zebralog (Berlin, Bonn) beauftragt. Der gemeinsam entwickelte Planungsprozess umfasst mehrere Schlüsselschritte:

1. Bestandsaufnahme und Analyse: Erfassung der aktuellen Situation und Identifizierung von Stärken, Schwächen sowie Entwicklungspotenzialen
2. Zieldefinition: Festlegung konkreter Ziele, die auf dem Leitbild basieren und die gewünschte Entwicklung steuern sollen
3. Maßnahmen­planung: Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs, der Strategien und Projekte zur Erreichung der definierten Ziele beinhaltet
4. Beteiligungsprozess: Einbindung von Bürgerinnen*Bürgern, lokalen Akteurinnen*Akteuren und Interessengruppen in den Planungsprozess zur Gewährleistung von Transparenz und Akzeptanz
5. Umsetzungsstrategie: Erarbeitung einer Strategie für die Realisierung der Maßnahmen, inklusive Zeitplanung, Verantwortlichkeiten und Finanzierung

Informationsangebote und Mitwirkungsmöglichkeiten

Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist eng mit den Anforderungen an eine zeitgemäße Stadtentwicklung verknüpft. Diese zielt darauf ab, nachhaltig, sozialverträglich und umweltorientiert zu sein. Durch die Einbindung der Bürger*innen in den Planungsprozess können diese Ziele unterstützt werden, da die Öffentlichkeit direkt an der Gestaltung ihrer städtischen Umgebung mitwirken kann. Dies fördert innovative Lösungen, die sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigen und soziale Ungleichheiten minimieren. So sorgt die Beteiligung und Information der Öffentlichkeit für Transparenz und Nachvollziehbarkeit, was für die Akzeptanz und das Vertrauen in den Planungsprozess unerlässlich ist.

Beteiligung „60plus“ am 16. Mai 2024

Im Rahmen des Frühjahrsfestes im Zentrum 60plus an der Rottstraße konnten sich die Besucher*innen über den Prozess "Zukunft.Essen.Innenstadt" am Stand der Stadt Essen informieren. Neben der Ausstellung des im Jahr 2023 entwickelten Leitbildes in Form von Plakaten, konnten Interessierte sich das Leitbild auf dem 3D-Stadtmodell anschauen. Mit Blick auf das aufzustellende Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) wurden die Besucher*innen aufgefordert ihre Ideen für die Innenstadt auf Steckbriefen zu notieren. Es wurde teils sehr lebhaft über die Entwicklung der Innenstadt mit den vor Ort vertretenen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, aber auch unter den Besucher*innen des Festes selbst, diskutiert.

Die ausgefüllten Steckbriefe aus der Beteiligung „60plus“ stehen hier zum Download bereit (pdf, 634 kB) ReadSpeaker

Online-Dialog vom 3. bis 16. Juni 2024

Wie kann die Essener Innenstadt zukünftig noch grüner, durchmischter und gemeinschaftlicher gestaltet werden? Alle an der Essener Innenstadt Interessierten hatten vom 3. bis 16. Juni die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorstellungen mittels einer digitalen Kartenanwendung in den Planungsprozess einzubringen. Über die Dialogzentrale "Zukunft.Essen.Innenstadt" konnten so eine Vielzahl an Hinweisen, Anregungen und Wünsche für die Entwicklung der Innenstadt punktgenau eingetragen und kommentiert werden.

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung stehen hier zur Ansicht bereit.

Jugendworkshop am 07. Juni 2024 auf dem Friedensplatz

Kinder und Jugendliche waren am 7. Juni 2024 zwischen 14 und 18 Uhr eingeladen, ihre Ideen, Wünsche und Anliegen für ihre Innerstadt der Zukunft bei einem Workshop auf dem Essener Friedensplatz kreativ mitzuteilen. Unter Anleitung und Begleitung durch das Kommunikationsbüro Zebralog konnten so gut 40 Ideen und Hinweise von Kindern und Jugendlichen für die Erstellung des IEK gesammelt werden.

Die ausgefüllten Steckbriefe aus der Kinder- und Jugendbeteiligung stehen hier zum Download bereit (pdf, 1089 kB) ReadSpeaker.

Innenstadt-Dialog am 10. Juni 2024 in der Kreuzeskirche

Der Innenstadt-Dialog fand am 10. Juni 2024 von 18-20:30 Uhr in der Kreuzeskirche statt und stellte einen entscheidenden Schritt in diesem Entwicklungs­prozess dar. Die Veranstaltung bot allen Interessierten die Möglichkeit, sich über den Planungsprozess zu informieren und sich aktiv in die weitere Entwicklung der Essener Innenstadt einzubringen. Im Rahmen einer Arbeitsphase konnten alle Anwesenden Projektideen entwickeln und diese mit u. a. mit Ansprechpersonen aus der Stadtverwaltung diskutieren. Die generierten Ideen und Hinweise werden für die Erstellung des IEK ausgewertet und in Hinblick auf ihre Realisierung überprüft.

Die Präsentationen zum Innenstadt-Dialog stehen hier zum Download bereit (pdf, 23476 kB) ReadSpeaker

Ausblick und weiteres Vorgehen

Die Bearbeitung des IEK hat im Herbst 2023 begonnen und wird – je nach Umfang der Beteiligung und inhaltlicher Ausarbeitung der vorgeschlagenen Projekte und Maßnahmen – bis Ende 2024 andauern. Daran schließt sich die Akquise von Fördermitteln sowie eine anschließende Umsetzung der einzelnen Maßnahmen durch die beteiligten Fachbereiche der Stadt Essen sowie der weiteren Akteure an. Eingeübte Steuerungs- und Kooperationsstrukturen aus dem Erarbeitungsprozess des IEK sollen im weiteren Umsetzungsprozess fortgeführt und weiterentwickelt werden. Eine Evaluierung der Zielsetzungen und Arbeitsweise sollte zudem im weiteren Umsetzungsprozess erfolgen.

Das Projekt "Zukunft.Essen.Innenstadt" wird gefördert durch

Leitung

Herr Eißing, Marco

Integriertes Entwicklungskonzept "Zukunft.Essen.Innenstadt", Landesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren"

Frau Futorjan, Natalja

Leitung

Herr Eißing, Marco

Integriertes Entwicklungskonzept "Zukunft.Essen.Innenstadt", Landesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren"

Frau Futorjan, Natalja
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