"Die DITIB, zwischen der Türkei und Deutschland" im Donnerstagsgespräch der Alten Synagoge mit Kemal Hür

Am Donnerstag, 19. Oktober, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

12.10.2017

Die DITIB, die Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion e.V., zwischen der Türkei und Deutschland steht im Mittelpunkt des nächsten "Donnerstagsgesprächs" mit Kemal Hür, Berlin, am Donnerstag, 19. Okober, um 19 Uhr.

Die DITIB umfasst rund neunhundert türkische Moscheenvereine in Deutschland. Sie hat die "Betreuung, Aufklärung und Unterweisung" der türkischen Muslime zum Ziel und wurde 1984 in Deutschland gegründet. Ihr Sitz befindet sich in Köln. Einflussreiches Gremium ist der "Beirat" dessen Vorsitzender immer der Botschaftsrat für religiöse und soziale Angelegenheiten der türkischen Botschaft ist. Die DITIB untersteht dem "Präsidium für religiöse Angelegenheiten beim Ministerpräsidenten der Türkei" ("Dyanet").

Die DITIB unterstützt den Bau und Unterhalt von Moscheen - unter anderen die DITIB-Zentralmoschee in Essen-Altendorf - und verwaltet einen Fonds für Beerdigungen in der Türkei. Etwa 970 Imame werden von der DITIB für die deutschen türkischen Moscheengemeinden bestimmt. Diese werden durch die türkischen Konsulate bezahlt und beaufsichtigt. Sie halten sich fünf Jahre in Deutschland auf.

Die DITIB Melsungen stellte antijüdische Aussagen aus religiöser Traditionsliteratur zusammen und stellte sie 2015 ins Netz. Der Landesverband Hessen der DITIB distanzierte sich nach Protesten davon.

Gemäss einer staatlichen Anweisung sollten die Imame der DITIB 2016 Anhänger der Fethullah-Güllen-Bewegung nach Ankara melden. Dies wurde nach Protesten als "Fehler" von der DITIB Köln bezeichnet. Trotz dieser Kritik und staatsanwaltlicher Untersuchungen unterstützt die deutsche Seite Integrationsprojekte der DITIB mit 8.5 Millionen Euro im Jahr.

Trägt die DITIB zur Integration türkischer Muslime in Deutschland bei oder behindert sie sie? Wie ist das Verhältnis zu Deutschland nachdem sich 2017 ernste politische Spannungen zwischen der türkischen Regierung und der Bundesrepublik ergeben haben? Gilt ihre Loyalitat zuerst oder nur der Türkei? Kann man als deutscher "eingetragener Verein" einer ausländischen Botschaft unterstehen? Kann die DITIB mit dieser Regierungsanbindung und damit auch einer engen Beziehung zu einer politischen türkischen Partei überhaupt Partner für einen christlich-islamischen Dialog sein?

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