Letzte Sitzung der Essener Kinder-Unfallkommission

02.02.2018

Am 6. Dezember 2017 fand die jährliche Sitzung der Essener Kinder-Unfallkommission statt.

Thema waren insbesondere die fünf Kinder- Unfallhäufungsstellen, die im Jahr 2017 von der Kommission behandelt wurden. Die Identifizierung solcher Unfallhäufungsstellen, in denen innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr mindestens zwei Unfälle mit Kindern oder in einem Zeitraum von drei Jahren drei Unfälle mit Kindern aufgetreten sind, ist ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der Essener Kinder-Unfallkommission.

Weiterhin wurden konkrete Maßnahmen beschlossen, um Unfallhäufungsstellen zu vermeiden oder zu entschärfen. Beispielsweise werden die Busfahrerinnen und Busfahrer der Ruhrbahn angewiesen, auf dem Palmbuschweg in Höhe der Tiefenbruchstraße bei Anfahrt und Halt an der Haltestelle „Rathaus Altenessen“ das Warnblinklicht einzuschalten, um die anderen Verkehrsteilnehmer für die besondere Gefahrenlage an dieser Örtlichkeit zu sensibilisieren. Dadurch ist ein Überholen des stehenden Busses nur im Schritttempo erlaubt ist und auch auf der Gegenspur darf der Verkehr nur im Schritttempo fahren. Darüber hinaus soll die Möglichkeit der Querung des Palmbuschweg zur Tiefenbruchstraße verbessert werden, damit die Kinder als Fußgänger Fahrzeuge selber besser erkennen sowie auch von Fahrzeugführern früher gesehen werden können.

In der letzten Sitzung wurde weiterhin diskutiert, dass auch die Kinder ihren Teil an der Verbesserung der Verkehrssituation beitragen müssen. Denn im Jahr 2017 sind besonders Unfälle mit Kindern aufgefallen, die die in der Grundschule vermittelten präventiven Verhaltensweisen zwar bereits erlernt haben, das vorhandene Wissen aber nicht anwendeten. So tauchten vermehrt Unfälle mit 10 bis 12 Jahre alten Kindern auf, die – durch das Smartphone abgelenkt – vielbefahrene Hauptverkehrsstraßen bei Rotlicht überqueren wollten.

Insofern bleibt es enorm wichtig, nicht nur die Verkehrsregeln zu beherrschen, sondern diese auch zu beachten. Ablenkungen durch das Smartphone, Ampeln bei Rotlicht oder Straßen hinter haltenden Bussen zu queren, ohne auf den Verkehr zu achten, erhöht die Gefahr in einen Unfall verwickelt zu werden erheblich. Die Verkehrserziehung in Kindergärten oder Schulen stellen nach wie vor einen wichtigen Baustein dar. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch das Verhalten der Erwachsenen, welches von Kindern nur allzu gern kopiert wird.

Zusammensetzung der Kinder-Unfallkommission

Die Kinder-Unfallkommission besteht aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, des Straßenbaulastträgers und der Polizei. Darüber hinaus nimmt ein Vertreter der Bezirksregierung an den Sitzungen teil. Außerdem wird auf das Fachwissen weiterer Bereiche der Verwaltung wie dem Kinderbüro, dem Ordnungsamt oder auch dem Fachbereich Schule herangezogen. Aus der Politik unterstützen die Kinderbeauftragte des Rates der Stadt sowie eigens hierfür ernannte Mitglieder aus den Bezirksvertretungen mit ihren umfassenden Ortskenntnissen die Arbeit. Ebenso wird auf die vielfältigen Erfahrungen der Verkehrswacht, der Ruhrbahn oder auch der Radfahrverbände vertraut.

Seit dem die Kinder-Unfallkommission im Jahr 2007 eingerichtet wurde, finden die Sitzungen regelmäßig einmal pro Jahr statt.

Aufgaben der Kinder-Unfallkommission

Bei der Identifizierung von Unfallhäufungsstellen werden die entsprechenden Straßenkreuzungen oder Streckenabschnitte von den Mitgliedern der Kinder-Unfallkommission in Ortsterminen besichtigt. Dabei wird versucht herauszufinden, ob Defizite im Umfeld wie z.B. schlechte Sichtbeziehungen der Verkehrsteilnehmer untereinander oder - speziell aus der Sicht von Kindern - nicht optimal geschaltete Ampeln, als unfallfördernd angesehen werden können. Sollte dies der Fall sein, werden Beschlüsse gefasst, um die aufgefallenen Defizite so schnell wie möglich zu beseitigen.

Als weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Kinder-Unfallkommission ist die Kontrolle der Umsetzung der gefassten Beschlüsse zu nennen. Dies geschieht in zweierlei Hinsicht. Einerseits wird geprüft, ob die Maßnahme als solche umgesetzt wurde, andererseits wird kontrolliert, ob die Maßnahmen zum Erfolg geführt haben. Das ist der Fall, wenn Unfälle mit verunglückten Kindern an diesen Stellen nicht mehr auftreten.

Die Zielsetzung der Arbeit der Kinder-Unfallkommission besteht darin, die positive Entwicklung bei der Anzahl der Kinderunfälle in den letzten Jahren weiter auszubauen. Denn eines steht fest: Der Unfall mit einem Kind stellt nicht nur für das Kind selbst eine schmerzhafte Erfahrung dar, er bringt auch Leid für Familie und Freunde. Und selbstverständlich ebenso für weitere am Unfall beteiligte Personen. Dieses Leid zu verhindern oder zumindest zu lindern ist eine der Antriebsfedern für die gemeinsame Arbeit.

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