Bild von einem Fisch. Unter dem Bild steht der Text "Risiken und Nebenwirkungen kennt er, Packungsbeilagen nicht". Postkartenmotiv zur Kampagne "Essen macht's klar - Weniger Medikamente im Abwasser". Foto: Essen macht's klar/ Emschergenossenschaft

"Essen macht's klar" ist ZfK-Kampagne des Monats

Essener Aktion zur Bürger-Sensibilisierung in punkto Medikamentenrückstände im Abwasser ist ausgezeichnet

08.02.2018

Die Aufklärungskampagne "Essen macht's klar – Weniger Medikamente im Abwasser" wurde soeben von der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) zur Kampagne des Monats Januar gekürt. Das nachhaltig konzipierte Projekt setzt auf Bausteine, die nach Abschluss der Aktion 2018 von Kommunen und Institutionen übernommen werden können.

Die Aktion, die Essens Bürgerinnen und Bürger für einen sorgsamen und umweltgerechten Umgang mit Medikamenten sensibilisiert, ist "Kampagne des Monats" geworden. Ausgewählt von der ZfK, Zeitung für kommunale Wirtschaft, dem Leitmedium für die kommunale Wirtschaft in Deutschland. Die ZfK hebt in ihrer Auszeichnung des Projekts besonders hervor, dass neben der klassischen Medien- und Marketingarbeit die Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zentraler Bestandteil sind. Bemerkenswert außerdem, dass alle Materialien so konzipiert sind, dass in der Zukunft auch andere Institutionen diese adaptieren können. Denn das Kooperationsprojekt von Emschergenossenschaft, Ruhrverband, Stadt Essen und nordrhein-westfälischem Landesumweltministerium schreibt Nachhaltigkeit groß. "Essen macht's klar" soll nach Evaluation und Abschluss des Projekts Ende 2018 möglichst viele Nachahmer finden.

Seit Herbst 2017 machen u. a. Plakate, Postkarten und Flyer in über 130 Apotheken und knapp 1.000 Arztpraxen Essens die Bürgerschaft darauf aufmerksam, dass Tablettenreste nichts in Klo und Spüle zu suchen haben. Passend zum nächsten Weltwassertag am 22. März und der Essener Aktion SauberZauber 2018 geht der zweite Kampagnenteil an den Start. Ziel ist es dann, Essens Einwohner über die Medikamentensammelaktion vom 10. bis 24. März 2018 - und die Rücknahme in sich beteiligenden Apotheken - noch weiter für das Thema zu sensibilisieren.

Hintergrund:

Wenn auch nur in geringsten Konzentrationen, können derzeit rund 180 Arzneimittelwirkstoffe in bundesdeutschen Gewässern nachgewiesen werden. Wie genau sich diese Arzneimittelrückstände auf die aquatische Fauna und Flora auswirken, lässt sich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist jedoch, dass einige Lebewesen im Wasser empfindlich auf bestimmte Wirkstoffe reagieren. Vor diesem Hintergrund startete im Juni 2017 das Projekt "Essen macht's klar – Weniger Medikamente im Abwasser", um die Bevölkerung, aber auch weitere relevante Akteure wie Ärzte- und Apothekerschaft bzw. den Bildungsbereich (Schulen, Erwachsenenbildung etc.) für die Minderung von Medikamentenrückständen im Wasserkreislauf zu sensibilisieren. Denn immer noch entsorgen zu viele Menschen, oftmals aus Unwissen, Altmedikamente über Toilette oder Spüle, so dass diese über die Kanalisation in den Kläranlagen landen. Dabei gehören abgelaufene Arzneimittel in den Hausmüll. Die Aktion soll gleichzeitig für einen reduzierten Verbrauch von Medikamenten bzw. Einsatz von umweltfreundlichen Alternativen sensibilisieren.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden.

Der Ruhrverband
Der Ruhrverband ist verantwortlicher Träger der umfassenden Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet der Ruhr mit einem System von Talsperren zur Bewirtschaftung der Wassermengen für rund 4,6 Millionen Menschen und einem flächendeckenden Netzwerk von Abwasserbehandlungsanlagen und Ruhrstauseen zur Reinhaltung der Gewässer für 60 Kommunen.

Über Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017
Am 18. Juni 2015 hat die Europäische Kommission der Stadt Essen den Titel "Grüne Hauptstadt Europas 2017" verliehen. Mit dem Titel wird eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt. Essen ist die grünste Stadt in Nordrhein-Westfalen und drittgrünste in ganz Deutschland. Im "Grüne Hauptstadt"-Jahr werden zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse und Bürgerprojekte stattfinden, um nachhaltige Prozesse und Entwicklungen anzustoßen, die dauerhaft die Lebensqualität der Stadt Essen sichern und verbessern. Dabei ist die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger von entscheidender Bedeutung. Die Stadt Essen, die als einzige europäische Stadt die Titel Kulturhauptstadt (2010) und Grüne Hauptstadt Europas trägt, startete 2017 in eine Grüne Dekade: Der Emscher-Umbau wird 2020 abgeschlossen sein, im Jahr 2022 findet die Ergebnispräsentation der KlimaExpo.NRW statt und im vergangenen Dezember erhielt die Region den Zuschlag für die Internationale Gartenausstellung 2027.

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