Foto: Die Mitglieder des Essener Bündnis gegen Depression bei einer Veranstaltung mit dem Schirmherrn Oberbürgermeister Thomas Kufen Die Mitglieder des Essener Bündnis gegen Depression bei einer Veranstaltung mit dem Schirmherrn Oberbürgermeister Thomas Kufen: (v.r.n.l.) Jane Splett (1. Vorsitzende Essener Bündnis gegen Depression; Vorstandsvorsitzende LVR-Klinikum Essen), Prof. Dr. Martin Schäfer (stv. Vorsitzender Essener Bündnis gegen Depression; Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin Kliniken Essen-Mitte), Ulrike Geffert (stv. Vorsitzende Essener Bündnis gegen Depression; Geschäftsführerin Essener Kontakte e.V.), Helmut Quentmeier (Psychiatriekoordinator Stadt Essen), Regine Schmelzer (niedergelassene Psychotherapeutin/Psychologin), Annika Schulze-Aquack (Geschäftsführerin ASB Ruhr), Gabriele Becker (WIESE e.V.) Foto: Stadt Essen

Essener Bündnis gegen Depression feiert Jubiläum

Winfried Book (GF "Essen.Gesund.Vernetzt. - Medizinische Gesellschaft e.V.") im Interview mit den Initiatoren des Bündnisses

06.04.2018

Seit 11 Jahren setzt sich der Verein erfolgreich für eine bessere Aufklärung und Versorgung rund um das Thema Depressionen im Essener Stadtgebiet ein. Das wird nun gefeiert mit zahlreichen Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit. Die drei Vorstände Jane E. Splett, Prof. Dr. Martin Schäfer und Ulrike Geffert geben einen Einblick in ihre Arbeit und die geplanten Aktionen.

Das Essener Bündnis gegen Depression gibt es nun seit 11 Jahren. Warum haben Sie diesen Verein damals ins Leben gerufen?

Jane E. Splett:
Ich bin 2006 selber an einer schweren Depression erkrankt und mein Hausarzt hat dies sofort erkannt, sodass ich sehr kurzfristig professionelle Hilfe bekommen habe. Als ich dann vom Deutschen Bündnis gegen Depression hörte und der Möglichkeit regionale Bündnisse zu gründen, war ich sofort dabei und habe in der Stadt Essen einige Protagonisten gefunden, die sofort mitmachten.

Welche Interessensvertreter gibt es in dem Verein und warum ist diese Vielfalt wichtig?

Prof. Dr. Martin Schäfer:
Vertreten sind unterschiedlichste Gruppen, die an der Behandlung oder längerfristigen Begleitung und Betreuung von Menschen mit Depressionen beteiligt sind. Gegründet wurde der Verein von verschiedenen Institutionen wie der LVR Universitätsklinik Essen, den Psychiatrischen Abteilungen der Kliniken Essen-Mitte und den Katholischen Kliniken Essen-Nord-West, dem Gesundheitsamt der Stadt Essen, dem Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Ruhr e.V., der Selbsthilfe WIESE e.V. und den Essener Kontakten e.V. Zudem sind einzelne Personen vertreten, die verschiedene Bereiche wie die Psychotherapeuten oder die Selbsthilfegruppen repräsentieren. Die Einbeziehung des gesamten Hilfesystems im psychosozialen Bereich ermöglicht es dem Bündnis, in aller Breite über die Erkrankung aufzuklären und Projekte aus Sicht verschiedenster Perspektiven zu planen und durchzuführen.

Was machen Sie konkret in Ihrem Verein, um sich für Essen gegen Depressionen stark zu machen?

Ulrike Geffert:
Zunächst klären wir öffentlichkeitswirksam über das Krankheitsbild Depression auf, denn hier gibt es immer noch viel Unwissenheit. Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel eine Bilderausstellung im Rathaus Essen organisiert, davor die Mut-Tour, eine Fahrrad-Mitfahraktion in der Essener Innenstadt, unterstützt. Und natürlich bieten alle Institutionen, die sich als Mitglieder im Essener Bündnis engagieren, spezielle Leistungen zum Thema an. Weiterhin setzen wir uns für eine verbesserte Versorgung der Betroffenen ein, indem wir vernetzt arbeiten, Kontaktadressen weitergeben und an Anlaufstellen weiterleiten, die im konkreten Fall Hilfe leisten können. Außerdem bilden wir Berufsgruppen fort, die mit dem Thema Depressionen zu tun haben - Führungskräfte oder Lehrkräfte zum Beispiel.

Wenn Sie auf die letzten Jahre zurückblicken: Was haben Sie erreicht? Und haben Sie den Eindruck, dass sich der Umgang mit Depressionen in Essen etwas verändert hat?

Prof. Dr. Martin Schäfer:
Wir blicken auf zahlreiche Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen in verschiedensten Firmen, Heimen, Einrichtungen, Kirchen, Krankenhäusern oder auch Schulen zurück. In Kinos wurden Werbespots installiert, die über die Erkrankung informierten. Mit der Stadt Essen wurde ein großer Gesundheitstag ausgerichtet. Auf der Messe Mode Heim und Handwerk wurden jedes Jahr mehr Interessenten am Stand informiert. Auch an weiteren öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen hat das Bündnis und seine Unterstützer ehrenamtlich Jahr für Jahr teilgenommen. Das Interesse für Depressionen und seine Auswirkungen hat sich sicher erhöht.

Die "Burn-out" Diskussion und die breite Information über mögliche Hilfen hat Depressionen gegenüber früher "salonfähiger" gemacht und zumindest teilweise entstigmatisiert. Menschen kommen schneller und häufiger in eine für sie so wichtige Behandlung. Gerade auch für Firmen ist das Thema wegen der hohen Relevanz als Volkskrankheit und einer der Hauptgründe für Arbeitsausfälle sehr wichtig geworden. Erfreulich ist daher, dass sowohl bei der Stadt Essen als auch in Unternehmen zunehmend mehr über Prävention nachgedacht wird. Auch in Schulen und sozialen Einrichtungen ist das Thema vermehrt aufgenommen worden. Daher hat das Bündnis sicher auch in den nächsten Jahren viel zu tun, um die angestoßenen Projekte weiter zu vertiefen.

Im Rahmen Ihres Jubiläums haben Sie dieses Jahr einiges vor. Welche Aktionen rund um das Thema Depressionen planen Sie?

Jane E. Splett:
An erster Stelle wollen wir auf unsere bisherige Arbeit und das Erreichte zurückblicken und dies auch feiern. Dies planen wir für den Juni 2018. Wir wollen aber auch unser Jubiläum zum Anlass nehmen und vermehrt auf das Thema Depressionen aufmerksam machen in Form von Gesprächskreisen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen und einiges mehr. Eine Veranstaltung für jedes Jahr unseres Bestehens.

Ein Blick in die Zukunft: Was wünschen Sie sich für das Essener Bündnis für die nächsten Jahre? Und was erhoffen Sie sich für einen Umgang mit dem Thema Depressionen?

Ulrike Geffert:
Das Essener Bündnis schaut auf 11 erfolgreiche Jahre zurück. Immer wieder entwickeln wir kreative Ideen und daraus umsetzbare Konzepte. Fazit: Weiter so! Für einen Umgang mit dem Thema Depressionen wünsche ich mir eine zunehmende Entdiskriminierung. Dabei ist der Schwerpunkt "Leben und Arbeiten mit Depressionen ist möglich!"

Mehr Informationen zu den geplanten Veranstaltungen finden Sie hier auf der Bündnis-Homepage.

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