Stadt stellt Zwischenbilanz zum Essener Modell auf

Integration von Menschen mit libanesischer Zuwanderungsgeschichte im Fokus

30.08.2018

Um jungen Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus und aufeinanderfolgenden Duldungen eine bessere und dauerhafte Bleibeperspektive zu eröffnen, hat die Stadt Essen das Essener Modell ins Leben gerufen. Nun zog die Stadt eine erste Zwischenbilanz. Das Ergebnis: Bereits 43 Personen im Alter von 14 bis 27 Jahren profitieren von einer Aufenthaltsverbesserung – weitere 7 Personen konnten ihren Aufenthalt eigenständig klären und 61 Fälle befinden sich noch im Prüfverfahren beim Integrationsmanagement des Jugendamtes und der Ausländerbehörde.

Oberbürgermeister Thomas Kufen freut sich über die bisherigen Ergebnisse des Essener Modells: "Für 50 junge Menschen hat sich die Teilnahme an unserem Modellprojekt gelohnt. Wir werden unser Engagement im Sinne der Integration fortführen, um auch weiterhin Zukunftschancen zu bieten und Bleibeperspektiven in unserer Stadt zu eröffnen. Jetzt sind Bundes- und Landespolitik am Zug. Eigene Integrationsanstrengungen und gute Bleibeperspektiven stehen im engen Zusammenhang."

Integrationsprognose und sozialpädagogische Stellungnahmen entscheidend

Die Zielgruppe des Modellprojektes sind junge Menschen, die in Essen geboren sind oder seit mindestens fünf Jahren in Essen leben. Um sich für das Essener Modell zu qualifizieren, müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig die Schule besuchen, sich in einer Ausbildung befinden oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Auch die nachhaltige Mitwirkung bei der Klärung ihrer Identität und der Beschaffung von Ausweispapieren ist Voraussetzung für die Teilnahme am Programm.

Entscheidungsgrundlage für jeden Einzelfall sind eine sozialpädagogische Stellungnahme und Integrationsprognose, erstellt durch Integrationsmanager des Jugendamtes, und eine ausländerrechtliche Stellungnahme der Ausländerbehörde Essen.

Essener Modell wird weitergeführt

Auch Polizeipräsident Frank Richter steht dem Essener Modell positiv gegenüber: "Ich finde es richtig, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen – bei entsprechender Eignung und Mitwirkung- eine aufenthaltsrechtliche Perspektive zu bieten. Deshalb begrüße ich als Polizeipräsident die Initiative der Stadt Essen."

Mit dem Essener Modell wird eine derzeit bestehende Gesetzeslücke überbrückt, die in Essen vor allem Menschen mit libanesischer Zuwanderungsgeschichte betrifft und zu sogenannten "Kettenduldungen" führt. Diese Aneinanderreihung von Duldungen verhindert eine dauerhafte Bleibeperspektive, was insbesondere für junge Menschen ein schwerwiegendes Integrationshindernis darstellt.

Thomas Rüth von der Arbeiterwohlfahrt Essen betont ebenfalls wie wichtig der Baustein des Essener Modells zur Verbesserung des Aufenthalts ist: "Wenn es nicht gelingt den Menschen, die vielfach schon gut integriert sind, da sie bereits über einen Schulabschluss, eine Ausbildung oder sogar bereits über einen festen Beruf verfügen und die Regeln einhalten, dauerhaft eine Perspektive zu bieten, werden weitere junge Menschen im Rahmen Ihrer Integration in einer Sackgasse landen."

Nach den ersten Erfolgen soll das Essener Modell weitergeführt werden, um noch weitere Menschen zu erreichen: Von 54 Personen aus der Zielgruppe fehlt derzeit noch eine Rückmeldung zur Teilnahme am Projekt. Ziel der Stadt ist es auch, mit der Landesregierung im Gespräch zu bleiben, damit die derzeit bestehende Gesetzeslücke zukünftig einheitlich geregelt wird.

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