Abenteuer Zukunft: Jugendliche entdecken ihre Stärken

"komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft": ein innovativer Erlebnisparcours für Schülerinnen und Schüler zur Berufsorientierung und Lebensplanung. Ein Projekt der Stadt Essen, der Agentur für Arbeit Essen und der RAG-Stiftung mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

20.09.2018

"Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probier` aus, was dir Spaß macht, zu Hause, in der Schule und im nächsten Praktikum." So lautet eine zentrale Botschaft von "komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft". Unter der Schirmherrschaft von Muchtar Al Ghusain, Geschäftsbereichsvorstand Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Essen, entdecken rund 600 Achtklässler von Gesamt-, Haupt- und Förderschulen vom 18. bis zum 20. September in einem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcours ihre Stärken. Dank der Finanzierung der Agentur für Arbeit Essen und der RAG-Stiftung konnte das umfangreiche Vorhaben in diesem Jahr realisiert werden.

Der Startschuss für "komm auf Tour" ist in dieser Woche in Essen gefallen. Sieben Ruhrgebiets-Kommunen beteiligen sich an dem Projekt, die unter der Federführung der Stadt Essen einen gemeinsamen Antrag gestellt und eine Zusage für die Förderung durch die RAG-Stiftung erhalten haben.

Der Essener Schirmherr Muchtar Al Ghusain betont: "Wir freuen uns sehr, dass es uns gemeinsam mit den Städten Bochum, Bottrop, Duisburg, Gelsenkirchen, Herne und Mülheim an der Ruhr gelungen ist, 'komm auf Tour' für die Jugendlichen in unsere Region zu holen. In der Kooperation mit den anderen Kommunen gelingt uns mehr, als allein. Deshalb ist dies ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit und zeigt, dass die Stärke im gemeinsamen Tun liegt."

Stärken und Chancen kennenlernen

"Wir müssen berufliche Perspektiven für alle Kinder und Jugendlichen im Revier eröffnen", unterstrich Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreis Ruhr. "Mit dem Erlebnisparcours 'komm auf Tour' können sich Schüler über ein breites Spektrum an Berufsfeldern informieren, sich in verschiedenen Tätigkeiten ausprobieren und dabei ihre eigenen Stärken entdecken. Talentförderung kann nicht früh genug beginnen. Deshalb unterstützen wir 'komm auf Tour' auch in diesem Jahr mit großer Überzeugung."

Die Jugendlichen erleben auf dem Erlebnisparcours einen temporeichen Lauf durch sechs Stationen: vom Reiseterminal über den Zeittunnel ins Labyrinth und von der sturmfreien Bude über die Bühne in die Auswertung. Je nach Wahl von Aufgabe und Lösungsweg vergibt die Moderation verschiedene Stärken an die Schülerinnen und Schüler. An sogenannten "Stärkeschränken" mit spannenden Materialcollagen erfahren die Jugendlichen am Schluss, welche Tätigkeiten und Berufsfelder zu ihren Stärken passen. Auf diese Weise werden alle Jugendlichen, aber vor allem auch die mit schlechteren Startchancen, frühzeitig und handlungsorientiert dabei unterstützt, verschiedene Wahlmöglichkeiten für die Gestaltung ihrer beruflichen und ihrer persönlichen Zukunft zu erkennen.

Weichen für Beruf und Lebensplanung stellen

Berufsorientierung und Lebensplanung sind zwei Themen, die unbedingt zusammen gehören. So belegen etwa Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass eingeschränkte Berufsperspektiven vor allem bildungsbenachteiligte Jugendliche in ihrer persön-lichen Lebensgestaltung negativ beeinflussen. In der Tendenz riskieren sie häufiger ungeplante Schwangerschaften und haben eher Schwierigkeiten, gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen. Die Entwicklung realisierbarer Zukunftsperspektiven ist neben sexueller Aufklärung der wirkungsvollste Beitrag zur Prävention unerwünschter Schwangerschaften. Dazu gehören die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und das Vertrauen in die eigenen Stärken. Diese zu kennen, hilft weiter: im Alltag, in Beziehungen und natürlich vor allem, wenn die Berufswahl ansteht.

Bei mehr als 350 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten ist es für Jugendliche nicht einfach, sich zu orientieren. Die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit engagiert sich daher auf vielfältige Weise für eine frühzeitige berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Unter dem Motto "Prävention statt Reparatur" unterstützen darüber hinaus Berufsberaterinnen und Be-rufsberater aus den landesweit 30 Agenturen für Arbeit tatkräftig das Projekt "komm auf Tour"- so auch die Agentur für Arbeit Essen.

"Wir können nicht früh genug anfangen, Jugendliche für ihre persönliche Zukunft zu sensibilisieren. Das Gemeinschaftsprojekt ‚komm auf Tour‘ ist ein toller erster Schritt Richtung Berufsorientierung und Berufswahl. Nur, wenn sich alle beteiligten Akteure gemeinsam einsetzen, kann Jugendlichen der Übergang Schule - Beruf bestmöglich gelingen. Deshalb unterstützen wir das Projekt gerne personell und finanziell", so Katharina Wypior, Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Essen.

„komm auf Tour 2018“

Über den Erlebnisparcours hinaus fördert "komm auf Tour" die Zusammenarbeit von Schulen, Eltern sowie außerschulischen Akteurinnen und Akteuren der Berufsorientierung und Lebensplanung. Die Erziehungsberechtigten und Bezugspersonen der teilnehmenden Jugendlichen erfahren bei einem Informationsabend im Erlebnisparcours, wie sie junge Menschen bei dem Prozess der Berufswahl und Lebensplanung bis zum Schulabgang konkret unterstützen können. Die Lehrkräfte erhalten Anregungen, wie sie die Themen in der Schule nachhaltig vertiefen und mit Elementen von "Kein Abschluss ohne Anschluss" verknüpfen können.

In diesem Jahr arbeiten bei "komm auf Tour" in Essen folgende regionale Akteurinnen und Akteure der Berufsorientierung und der Lebensplanung zusammen:

  • Stadt Essen, Fachbereich Schule
  • Agentur für Arbeit Essen
  • JobCenter Essen
  • Jugendberufshilfe Essen gGmbH
  • Die Boje
  • Kreishandwerkerschaft Essen, Abteilung berufliche Bildung
  • CJD Zehnthof
  • CVJM Essen
  • Kolping Berufsbildungswerk
  • KAUSA Servicestelle Essen
  • AWO, Lore-Agnes-Haus
  • Diakoniewerk, Ev. Beratungsstelle für Schwangerschaft
  • Backbord

Auch Unternehmen unterstützen den Parcours, indem sie Auszubildende dafür freistellen, wie zum Beispiel die Firma Backbord, das CJD Zehnthof oder die Kreishandwerkerschaft.

Für Eltern haben die Organisatoren einen Informationsabend zu "komm auf Tour" angeboten: Am Mittwoch, 19. September, um 19 Uhr, konnten sich interessierte Eltern in der Weststadthalle, Thea-Leymann-Straße 23, gezielt über die Angebote und Kooperationsmöglichkeiten des Projekts "komm auf Tour" informieren.

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