Mit großer Spannung erwarteten die Kinder des Familienzentrums Fünfhandbank den Einzug der Hühner in den selbstbemalten Bauwagen, der jetzt als Hühnermobil dient. Mit großer Spannung erwarteten die Kinder des Familienzentrums Fünfhandbank den Einzug der Hühner in den selbstbemalten Bauwagen, der jetzt als Hühnermobil dient. Foto: Kinderstiftung Essen

So sieht er aus, der gefiederte Zuwachs in der Kindertageseinrichtung Fünfhandbank. So sieht er aus, der gefiederte Zuwachs in der Kindertageseinrichtung Fünfhandbank. Foto: Kinderstiftung Essen

Es gackert in der Kita

"Fünf am Tag"-Kita Fünfhandbank bekommt gefiederten Zuwachs

10.10.2018

Was war zuerst da: das Huhn oder das Ei? Auf diese Frage haben die Kinder des städtischen Familienzentrums Fünfhandbank in Essen-Kray ab sofort eine Antwort. Am vergangenen Montag (8.10.) bekamen sie gefiederten Zuwachs: Fünf Hühner zogen in einen zum "Hühnermobil" umfunktionierten, von den Kindern bunt bemalten Bauwagen ein.

"Es wird ein tolles Erlebnis für die Kinder sein, wenn sie zum ersten Mal Frühstückseier von ihren eigenen Hühnern essen dürfen", freut sich Andrea Sieg, die das integrative Familienzentrum leitet. Damit die Hühner auch fleißig legen, kümmern sich die fünf Kita-Gruppen im Wechsel um das Füttern des Federviehs und das Säubern des Hühnermobils. In einem Gewächshaus ziehen sie Gemüse für ihr eigenes Mittagessen und das ihrer Hühner. "Auf diese Weise erleben die Kinder, dass Eier nicht – wie im Supermarkt – aus dem Karton kommen und was ein Huhn braucht, um gesund zu bleiben", sagt Claudia Hoose, Geschäftsführerin der Kinderstiftung Essen und Koordinatorin des nachhaltigen Ernährungs- und Bewegungsprogramms "Fünf am Tag – machen Kinder stark".

An diesem modellhaften Gesundheitsprogramm beteiligt sich die Kindertageseinrichtung Fünfhandbank schon seit einigen Jahren mit großem Engagement. Als nun eine Gruppe angehender Geschäftsleiter der real GmbH im Rahmen eines Förderprogramms auf der Suche nach einer Paten-Kita für ein soziales Projekt war, stellte Claudia Hoose den Kontakt zwischen der Kindertageseinrichtung, der Kinderstiftung, dem Jugendamt der Stadt Essen und dem Unternehmen her. Schnell einigte man sich über das Prozedere. Bis die Hühner in den Kita-Garten einziehen konnten, war es dennoch ein weiter Weg, den die insgesamt 14 angehenden Geschäftsleiter weitgehend in Eigenleistung bestritten: einen Bauwagen herbeischaffen, ihn nach den Bedürfnissen der Tiere einrichten und lackieren, Hygienevorschriften berücksichtigen, das Außengehege bauen und den Boden für das Gewächshaus ebnen.

Bei dem insgesamt 4.500 Euro teuren Projekt scheuten die tatkräftigen Spender weder Kosten noch Mühen. Um so mehr freute sich die vierköpfige Abordnung, die Aufregung und Begeisterung der Kinder bei der Einweihung des Hühnerstalls miterleben zu dürfen. Für die Anschaffung von Saatgut überreichte Lana Bellaali stellvertretend einen Scheck über einen hohen dreistelligen Geldbetrag an Kita-Leiterin Andrea Sieg. Davon profitieren auch Kinder in weiteren Kitas. Jugendamtsleiter Ulrich Engelen und Michael Schreiber, Leiter Pädagogische Einrichtungen Jugendamt, begrüßen die Entwicklung zur naturnahen Kita-Geländegestaltung und Umweltbildung in Kooperation mit der Kinderstiftung Essen und kinderfreundlichen Unternehmen.

Ein Ei zur Belohnung

Ein Hühnerstall in der Kita – macht das nicht zu viel Dreck und Arbeit? Das fragten sich nicht nur die pädagogischen Fachkräfte, sondern auch die Eltern der Kita-Kinder. "Hühner brauchen nicht viel", erklärt Peter Miebach vom Geflügelzuchtverein Essen-Burgaltendorf, "Küchenabfälle aus Grünzeug und frisches Wasser reichen vollkommen. Ein Stall wie dieser muss nur alle zwei Monate gründlich saubergemacht werden." Mit seiner Ehefrau Christine brachte er die fünf Seiden- und Zwergseidenhühner mit unterschiedlichen Gefiederfarben von Weiß und bis Dunkelbraun zur Fünfhandbank. Jede Gruppe bekommt nun ein eigenes Gruppenhuhn. Nur welches? "Wir möchten ein weißes Huhn!", "Nein, das braune ist viel schöner!", schallte es am Eröffnungstag aus den Kehlen der Kita-Kinder. Namen sollen die Hühner selbstverständlich auch noch bekommen.

Ein Plüschhuhn namens Trudi ist schon vor einigen Wochen in die Kita eingezogen. Die Handpuppe soll als Maskottchen von Gruppe zu Gruppe wandern und die Kinder an die Hühnerpflege erinnern. Dazu gehört auch, das Federvieh am Ende des Kita-Tages in den Bauwagen zu schicken, damit Füchse, Marder und Greifvögel ihm nichts anhaben können. In den Ferien wollen sich Förderverein, Elternschaft und Kita-Personal mit der Hühnerpflege abwechseln. Für ein leckeres Frühstücksei als Belohnung tun sie das gewiss ebenso gerne wie die Kinder.

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