Vortrag zu den Hintergründen des Pogroms am 9. November 1938

Am Donnerstag, 1. November, um 19 Uhr in der Alten Synagoge Essen. Der Eintritt ist frei. Öffentliche Führung am Sonntag, 4. November, um 15 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro (ermäßigt 2 Euro).

26.10.2018

Zwei Veranstaltungen bietet die Alte Synagoge Essen in der ersten Novemberwoche an: Am Donnerstag, 1. November, hält Dr. Lutz van Dijk, deutsch-niederländischer Schriftsteller, Pädagoge und Historiker, einen Vortrag über "Hintergründe zum Pogrom am 9. November". Am Sonntag, 4. November, findet wieder eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt.

Im Mittelpunkt des Vortrags am 1. November um 19 Uhr steht die Geschichte des siebzehnjährigen Herschel Grynszpan, der sich im November 1938 in Paris auf den Weg in die deutsche Botschaft machte, um gegen die Abschiebung seiner Familie von Hannover an die polnische Grenze zu protestieren. In der Botschaft kam es zu einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem Legationsrat Ernst vom Rath, bei der der Beamte von Herschel schwer verletzt wurde und wenig später seinen Verwundungen erlag. Dem Hitler-Regime diente diese Tat als Vorwand, um als Rache für die "Mordtat von Paris" schon lange beabsichtigte Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November durchzuführen. Dr. Lutz van Dijk blickt in seinem Vortrag zurück in das Jahr 1938 und setzt sich mit der Frage auseinander, was wir für die heutigen Herausforderungen von damals gelernt haben. Der Eintritt zu dem Vortrag, der im Seminarraum der Alten Synagoge stattfindet, ist frei.

Wer sich über die jüdische Tradition, jüdische Feste, den jüdischen "Way of Life", die Geschichte des Hauses und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Essen informieren möchte, ist herzlich zu einer öffentlichen Führung durch die Dauerausstellung eingeladen, die wieder am Sonntag, 4. November um 15 Uhr stattfindet. Der Eintritt kostet 3 Euro (ermäßigt 2 Euro). Selbstverständlich kann die Dauerausstellung auch selbständig entdeckt werden und zwar dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Vertiefende Informationen erhalten die Besucherinnen und Besucher mit einem Audioguide, der durch das LVR-Zentrum Medien und Bildung in Düsseldorf mit Unterstützung der Stiftung Alte Synagoge in deutscher und englischer Sprache entwickelt wurde.

Einen ersten Eindruck von der Alten Synagoge können sich Interessierte auch in einem virtuellen Rundgang verschaffen, der unter http://www.essen-360grad.de/panoplayer/synagoge_10_player.php zu erreichen ist.

Informationen zur Alten Synagoge Essen:

Die Alte Synagoge wurde 1913 eingeweiht und ist bis heute eines der größten freistehenden Synagogengebäude nördlich der Alpen. Sie konnte ihrem eigentlichen Zweck als jüdisches Gotteshaus allerdings nur bis zu den Pogromen 1938 erfüllen. Aufgrund der massiven Stahlbauweise war es den Nationalsozialisten unmöglich, das Gebäude zu sprengen; auch die Bombardements während des zweiten Weltkriegs überstand das Gebäude äußerlich ohne größere Schäden. 1959 erwarb die Stadt Essen das Gebäude und führte eine "Entkernung" (Beseitigung des Torahrollen-Schrankes und der Frauenempore) im Innenraum durch, um die Räumlichkeiten als Ausstellungsstätte für Industriedesign nutzen zu können. Nach einem Brand im Jahr 1979 wurde die Alte Synagoge 1980 als Gedenkstätte und politisch-historisches Dokumentationsforum genutzt, Mitte der 80er Jahre eine Teilrekonstruktion des ursprünglichen Synagogenraums vorgenommen. Seit Juli 2010 dient die Synagoge als kulturelle Begegnungsstätte mit angeschlossener Dauerausstellung.

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