eine Frau Charlotte Wiedemann (Foto: Anette Daugardt)

eine Frau Alice Hasters (Foto: H. Henkensiefken)

Wo fängt Rassismus an?

"Lesart"-Gespräch am 10. September im Essener Grillo-Theater. Der Eintritt kostet 8 Euro.

03.09.2019

Der "Fall Tönnies" hat es erst kürzlich wieder eindrücklich vorgeführt: Leichtfertig rausgeplapperte Äußerungen – vielleicht noch als Scherz kaschiert – offenbaren, welche Denkweisen tief in den Köpfen der Menschen verwurzelt sind. Doch die Reaktionen auf den Paderborn-Auftritt von Schalke-Boss Clemens Tönnies, der als Festredner beim Tag des Handwerks wünschte, man möge in Afrika mehr Kraftwerke bauen, "dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", haben auch etwas Gutes: Sie befördern eine Diskussion, in der zurecht gefragt wird "Deutschland 2019: Wo fängt Rassismus an?". Unter diesem Titel steht auch die nächste Ausgabe der Sachbuchreihe "Lesart" von Deutschlandfunk Kultur, die am Dienstag, 10.9., ab 20 Uhr im Café Central des Essener Grillo-Theaters aufgezeichnet wird. Die Gäste bei Moderator Christian Rabhansl sind die Autorinnen Alice Hasters und Charlotte Wiedemann sowie WAZ-Kulturchef Jens Dirksen.

Zu den Autorinnen

Von Alice Hasters, 1989 in Köln geboren, erscheint am 23. September bei hanserblau das Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten", in dem sie beschreibt, was es bedeutet, heute als Schwarze Frau in Deutschland zu leben und warum nicht nur Skinheads mit Springerstiefeln Rassisten sein können. Hasters studierte Journalismus in München und arbeitet unter anderem für die Tagesschau und den RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer&Brot über Feminismus und Popkultur.

In ihrem neuen Buch "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" (dtv) untersucht Charlotte Wiedemann, was Deutsch-Sein bzw. was Europäer-Sein in einer Zeit bedeutet, in der die Weltordnung immer weniger vom Westen und von einer weißen Minderheit bestimmt wird. Das Ende weißer Dominanz bedeutet für sie: Europa muss einen Statusverlust verkraften, und der Westen kann anderen seine Definitionen von Fortschritt, Entwicklung oder Feminismus nicht länger aufdrängen. Dem Leben in Pluralität müsse ein Denken in Pluralität folgen.

Charlotte Wiedemann ist Journalistin und Autorin. Sie hat unter anderem für Geo, Die Zeit und NZZ sowie als Kolumnistin für die taz geschrieben. Als Auslandsreporterin in Ländern Asiens und Afrikas, vor allem der islamischen Welt, hat sie sich seit Jahren mit der Thematik "Wir und die anderen" auseinandergesetzt. 2017 erhielt sie den Spezial-Preis der Otto-Brenner-Stiftung für ihr Lebenswerk.

Der Deutschlandfunk Kultur, die Buchhandlung Proust, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und das Schauspiel Essen führen diese Veranstaltung gemeinsam durch. Die Ausstrahlung der Sende-Aufzeichnung ist am Samstag, dem 14. September von 11:05 bis 12 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur.

Karten sind unter 0201-8122-200 sowie in der Buchhandlung Proust unter 0201-8396840 erhältlich. Der EIntritt kostet 8 Euro.

Herausgeber:

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45128 Essen
Telefon: +49 201 81 22236
Fax: +49 201 81 22118
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