Erste Bilanz zum Pilotprojekt "Kinder gesund und stark machen! Resilienz fördern, Intervention vermeiden!"

10.12.2019

Seit Dezember 2018 wird das Pilotprojekt "Kinder gesund und stark machen! Resilienz fördern, Intervention vermeiden!" im Rahmen des durch das Land NRW und die Europäische Union geförderte Stadtteilentwicklungskonzept "Starke Quartiere – Starke Menschen" (SQsM) umgesetzt. Das Pilotprojekt wird von PLANB Ruhr e.V. als ausführender Träger des Projektes, den Sozialen Diensten der Bezirksstellen Essen-West und Essen-Borbeck sowie dem Jugendamt der Stadt Essen realisiert. Ziel des Projektes ist die intensive Einzelförderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten. Rund ein Jahr nach dem Start des Pilotprojektes zogen am Montag (9.12.) Fachkräfte und Projektverantwortliche ein erstes Resümee und präsentierten die geleistete Arbeit des Projektes.

In der evangelischen Kindertagesstätte Ohmstraße in Altendorf, einer von sechs beteiligten Kitas, stellte Susanne Schreinert, Jugendamt der Stadt Essen, stellvertretende Leiterin Soziale Dienste, das Projekt und seine Ziele vor. Neben der gezielten Unterstützung der Kinder gehe es vor allem auch darum, den Eltern die nötigen Mittel an die Hand zu geben, ihre Kinder zu fördern. Klaus Tanschek, Jugendamt der Stadt Essen, Bezirksstellenleiter Essen-West, erläuterte die Hintergründe: "Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten kann man im normalen Alltag zwar so fördern, dass die Schere nicht weiter aufgeht, es gelingt jedoch kaum, sie soweit zu schließen, dass sie eine echte Chance auf eine gelingende Schullaufbahn haben. Selbst wenn wir mit der Einschulung beginnen, sind wir noch zu spät dran." Andere Wege waren also gefragt: "Nur eine intensive Einzelförderung deutlich früher, nämlich bereits in der Kita, ist hier erfolgversprechend. Und ich bin sicher“, betonte Klaus Tanschek, „dass dieses Projekt erkennbare Resultate beim Bildungserfolg der geförderten Kinder zeigen wird.“

Um bestehende Strukturen gut nutzen zu können, wurde das Angebot des Pilotprojekts an jeweils drei zentralen Familienzentren in Altendorf und Bochold etabliert. Ein interkulturell aufgestelltes Fachkräfteteam – jeweils eine halbe Stelle je Kita – des ausführenden Trägers PLANB Ruhr e.V. bietet in den Kitas individuelle, kindgerechte Förderung in Kleingruppen oder Einzelsettings an. Ziel ist es, die Resilienz der Kinder ab zwei zu stärken, also ihre ganzheitliche physische und psychische Gesundheit, und ihnen ein gesundes Aufwachsen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern. Gleichzeitig werden die Familien gestärkt und darin unterstützt, ihre Kinder nachhaltig zu fördern. Insgesamt werden aktuell 171 Kinder in den sechs Kitas gefördert.

Michaela Engel, als Fachbereichsleiterin bei PLANB verantwortlich für die Umsetzung des Projekts, skizzierte die Arbeit der sechs PLANB-Fachkräfte vor Ort: "In Kleingruppen fördern wir die Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Selbststeuerung der Kinder, ihre soziale und emotionale Kompetenz, ihre Problemlösefähigkeiten und ihre Sprachbildung. Außerdem stehen die basalen Fähigkeiten im Fokus, also etwa visuelle und auditive Wahrnehmung, Konzentration und Merkfähigkeit, Raumwahrnehmung, taktil-kinästhetische Wahrnehmung und Körperschema. Das alles sind Schutzfaktoren, die die physische und psychische Widerstandskraft der Kinder stärken. So verbessern wir ihre Bildungschancen, ihre Bildungsteilhabe und ihre gesellschaftliche Teilhabe." Auch die Familie wird einbezogen, um ihre Erziehungskompetenz zu unterstützen: "Das ist ein wichtiger Aspekt", so Michaela Engel. "Denn damit stärken wir die Eltern-Kind- Beziehung und stellen den Familien weitere Unterstützungsangebote vor, die sie in der Zukunft nutzen können." Neben einem regelmäßigen Elterncafé finden dazu Workshops und weitere Eltern-Kind-Angebote statt.

Zu den niederschwelligen Unterstützungssystemen für Familien, die auch vorbeugend wirksam werden, gehören zwei Erziehungsberatungsstellen: das Jugendpsychologische Institut Altendorf und das Diakoniewerk Essen FamilienRaum. Sie sind bereits Kooperationspartner der beteiligten Familienzentren und begleiten die Arbeit des Projekts multidisziplinär.

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Mit den Wellen des Schwungtuchs bewegen sich die Ballons. Unter der Anleitung der pädagogischen Fachkräfte Roxana Hashemi und Lena Jurkosek lernen die Kinder, aufeinander zu achten und zusammenzuarbeiten. Foto: S. Kutschker

Netzwerkpartnerinnen und Partner des Projekts "Kinder gesund und stark machen". Foto: S. Kutschker
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