So sah das Areal vor dem Bau des Grillo-Theaters aus. Links der Eckbau, dessen Überreste gefunden wurden, dahinter die evangelische Schule um 1870. Abbildung: Hugo Rieth: Essen in alten Ansichten, Band 1. 3. Auflage (Zaltbommel 1978)

Überreste eines alten Gebäudes sowie alte Versorgungsleitungen vor dem Grillo-Theater entdeckt

18.05.2020

Im April 2020 wurde vor dem Grillo-Theater am Theaterplatz im Stadtkern eine große Baufläche abgesichert. Die Stadtwerke Essen mussten dort eine Sofortmaßnahme durchführen, da ein öffentlicher Kanal, der in einer Tiefe von 7,50 Meter unter der Geländeoberkante verlief, schwere Beschädigungen aufwies.

Die Ausgrabungsarbeiten wurden von der Stadtarchäologie Essen betreut. Dabei konnten Überreste eines Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert sichergestellt werden. Das Gebäude selbst, in dem im 19. Jahrhundert noch ein Papiergeschäft untergebracht war, wurde erst kurz vor Errichtung des Grillo-Theaters 1892 abgerissen. Daneben und dort, wo heute das Theater steht, dehnte sich auf größerer Fläche der Clevische Hof aus. Hier war der Hof der Grafen von der Mark, der Herzöge von Kleve und Kurfürsten von Brandenburg. Bis zur Errichtung des Grillo-Theaters, stand, allerdings schon außerhalb der neuen Baugrube, das zweistöckige Gebäude der evangelischen Schule: Das älteste der jetzt geborgenen Fragmente der Gebrauchskeramik reicht etwa in das 15./16. Jahrhundert zurück.

In der Baugrube konnten auch viele alte Versorgungsleitungen für Elektrizität, Gas und Wasser gefunden werden. Bemerkenswert sind vor allem gusseiserne Leitungen, wobei eine davon für Gas und zwei für Trinkwasser waren. Schon auf einer Fotografie von 1870 sind wahrscheinlich am Standort des späteren Theaters Gaslaternen zu erkennen. Franz Dinnendahl war 1810 in Essen der erste Nutzer von Gas zu Leuchtzwecken. Seine Kunstschmiede lag unweit des Grillo Theaters. Die beiden Frischwasserleitungen wurden um 1840 und 1890 verlegt: Frisches Trinkwasser zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen und so besaß Essen schon im Mittelalter eine Frischwasserleitung aus ausgehöhlten Erlen- und Eichenstämmen. Da die hölzerne Wasserleitung oft Wasser verlor, weil sie nicht ausreichend abgedichtet werden konnte, wurden immer wieder Reparaturen notwendig. In den Jahren 1841 bis 1842 wurde sie schließlich durch die Leitung aus Gusseisen ersetzt.

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