Projekt "Folkwang-Dekade" für die Jahre 2022 bis 2032 – erste Ideen vorgestellt

06.10.2021

Der Kulturausschuss hatte die Verwaltung in seiner Sitzung am 1. September 2021 damit beauftragt, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Museum Folkwang in Essen, die organisatorischen und inhaltlichen Rahmenbedingungen für ein Projekt "Folkwang-Dekade" zu prüfen. Dabei soll das Projekt unter Führung des Kulturamtes der Stadt Essen auch andere Jubiläen als Ankerpunkte und Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Essen miteinbeziehen. Erste Ideen zum Projekt "Folkwang-Dekade" stellte Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain dem Kulturausschuss in seiner heutigen (06.10.) Sitzung vor.

Ausgangspunkt der Planungen - Prägende Jahre der Essener Kultur

Die Jahre der sogenannten Weimarer Republik (1918-1933) waren für die Stadt Essen von kultureller Bedeutung. In den Jahren eröffnete das Museum Folkwang (1922), gründete sich die Folkwangschule (1927), eröffnete das Kino Lichtburg (1928), erhielt die Stadtbibliothek einen Neubau (1930), entstand der Grugapark Essen (1929) und wurde der Baldeneysee angelegt (1931). Dabei gaben insbesondere die mit dem Namen Folkwang verbundenen Initiativen der Stadt Essen in kultureller Hinsicht ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute fortbesteht. Mit der Kulturhauptstadt im Jahr 2010 und der Grünen Hauptstadt im Jahr 2017 hat die Stadt Essen die frühen Impulse der 1920er Jahre weiterentwickelt. Da die Folkwang-Idee weit über einen rein künstlerischen Ansatz hinaus geht, kann dabei mit der Folkwang-Dekade schlüssig an die 1920er Jahre wie auch die 2010er Jahre angeknüpft werden.

Jubiläen und Gedenktage im Zeitraum 2022 bis 2032 als Ideen für die Folkwang-Dekade

Zahlreiche Jubiläen und Gedenktage markieren den Zeitraum 2022 bis 2032, anhand derer die Dachmarke "Folkwang 2022.2023" entwickelt werden soll. Diese soll alle Aktivitäten und Institutionen bündeln sowie die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, im Stadtraum, aber auch regional und national steigern.

Neben dem Jubiläum 100 Jahre Folkwang Museum (2022) wird 2026 die Europäische Kunstausstellung Manifesta im Ruhrgebiet ausgetragen. Zwei Höhepunktveranstaltung, welche in die Folkwang-Dekade fallen. Weitere Ideen zu passenden Veranstaltungen müssen noch konzeptuell ausgearbeitet und mit den entsprechenden Institutionen abgestimmt und entwickelt werden. Zudem ist eine weitere Überlegung die Etablierung eines Netzwerkes aller Folkwang-Institutionen und -Organisationen sowie die Verabschiedung eines gemeinsamen Folkwang-Manifests, das das Selbstverständnis der Folkwang-Institute beschreibt und Leitlinien und Standards formuliert. Der Begriff "Folkwang" steht international für herausragende künstlerische und pädagogische Ansprüche, die auch für alle Maßnahmen im Rahmen der Folkwang-Dekade maßstabsetzend sein sollen.

Insbesondere die kulturelle Bildung soll im Rahmen der Folkwang-Dekade gestärkt werden.

"Folkwang ist ein Klammerbegriff für den kulturellen Markenkern der Stadt Essen. Damit können wir die Ansätze für die kulturelle Bildung in Schulen und Stadtteilen beschreiben und zugleich unsere kulturellen "Leuchttürme" und national wie international bekannten Einrichtungen wie beispielsweise das Museum Folkwang und die Folkwang Universität der Künste herausstellen", so Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain.

Dabei gilt es Zugänge zu künstlerischen Praktiken zu schaffen, um frühzeitig und niederschwellig mit Kunst und Kultur vertraut zu werden. Dies soll durch ein spezifisches Essener Profil passieren, welches besonders junge Menschen fördert und unterstützt, die als benachteiligt gelten. Ebenso sollen im Rahmen der Folkwang-Dekade Maßnahmen entwickelt werden, die dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 30 zu realisieren.

Weiteres Vorgehen bei der Projektentwicklung

Eine übergreifende Projektsteuerung dient der Entwicklung von Gemeinschaftsmaßnahmen im Rahmen des Dekadenprogramms und der Koordination der gemeinsamen Projekte sowie eines übergreifenden Marketings für die Dachmarke. Ein Projektteam wird mit Beginn des Jahres 2022 im Geschäftsbereich 4 - Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Essen eingerichtet und perspektivisch im Fall einer Verstetigung des Projektes dem Kulturamt zugeordnet. Ein Gesamtkonzept wird bis zum Sommer 2022 ausgearbeitet und in der Folge jährlich fortgeschrieben.

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