Bäume wässern für das Klima

19.07.2022

Lange Trocken- und Hitzeperioden als Auswirkungen des Klimawandels setzen den Essener Bäumen seit Jahren zu. Viele der mehr als 200.000 Essener Stadtbäume leiden unter Trockenstress und könnten ohne intensive Bewässerung, die von dem städtischen Fachbereich Grün und Gruga und der Bürgerschaft der Stadt Essen durchgeführt wird, nicht überleben. Deshalb hat Grün und Gruga die Wässerung deutlich hochgefahren – gleichzeitig bittet die Stadt Essen die Bürger*innen die Bäume in ihrem Wohnumfeld vor der Haustür oder in Grünanlagen mit Wasser zu versorgen, denn auch in den kommenden Tagen sind keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Wer sich mit anderen Hilfsbereiten verbinden möchte, hat zudem die Möglichkeit, sich der Aktion der Gießkannenheld*innen unter Federführung der Ehrenamt Agentur Essen e.V. anzuschließen. Mehr Informationen finden Interessierte unter www.giesskannenhelden.de

Das Wässern ist besonders notwendig und hilfreich in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Für diese Bäume existiert ein von der Stadt Essen und den beteiligten Unternehmer*innen organisiertes und gesichertes Bewässerungsprogramm. Aber auch ältere Bäume benötigen in Trockenperioden zunehmend unsere Hilfe. Unter https://geoportal.essen.de/Baumbewaesserung/ können Bürger*innen die Bäume finden, die besonders auf Hilfe angewiesen sind.

Grün und Gruga gibt drei Tipps zur Wässerung der Bäume: Zum Wässern entweder sauberes Leitungswasser oder im besten Fall aufgefangenes Regenwasser verwenden, vor oder nach den Stunden mit intensiver Sonneneinstrahlung gießen und das Wasser im Baumbeet gleichmäßig verteilen.

Im gesamten Stadtgebiet wird gewässert

Derzeit sind in ganz Essen Bewässerungskolonnen unterwegs – in den ersten drei Standjahren werden die Bäume im Rahmen der sogenannten Anwuchspflege von Unternehmen gewässert, die die Bäume auch gepflanzt haben. Anschließend wird bis zum zehnten Standjahr weiter gewässert – ebenfalls von beauftragten GaLa-Bau-Unternehmen und Grün und Gruga selbst. Versorgt werden auch ältere Straßenbäume an Extremstandorten, die zum Beispiel unterbaut sind. Bei jedem Bewässerungsgang werden pro Baum 75 Liter Wasser ausgebracht. An besonders hitzebelasteten Standorten werden zusätzlich Bewässerungssäcke eingesetzt. Auch Gehölze und Staudenflächen werden mit Hilfe von 2.000 Liter-Wassertanks gewässert.

Ergänzungspflanzungen im Wald wässern die Forstazubis – unterstützt von der Kreisjägerschaft und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beispielsweise im Hochzeitswäldchen Schönebeck und an der Korte Klippe.

Trockenheit trifft auch den Grugapark

Bäume und allgemein Pflanzen in Parkanlagen haben in der Regel wesentlich mehr Wurzelraum zur Verfügung als Bäume im Straßenraum. Trotzdem zählt die Bewässerung von Bäumen, Staudenflächen und Wechselflor derzeit zu den Hauptaufgaben der Gruga-Gärtner*innen. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Wiesenflächen: Diese werden derzeit nicht geschnitten, um ein Verbrennen der kurzen Grasnarbe zu verhindern.

Bäume sind bedeutende Klimaschützer

Grün und Gruga bedankt sich bei allen, die sich für die Wässerung und damit für den Erhalt der Bäume engagieren. Den Bäumen in Essen hat die Hitze und Dürre in den letzten Jahren sehr stark zugesetzt, was auch daran deutlich wird, dass Bäume zum Beispiel anfälliger für Krankheiten werden. Unsere Bäume brauchen unsere gemeinsame Unterstützung, um den Auswirkungen des Klimawandels begegnen zu können. Bäume sind im Klimawandel Opfer und Retter zugleich, da klimagestresste Bäume unter der Dürre leiden und absterben, andere Baumarten aber auch durch vermehrtes Wachstum profitieren und eine wichtige Rolle bei der Speicherung von schädlichem Kohlenstoffdioxid spielen.

Stadt Essen ist Vorreiter

Um diese Funktion trotz Trockenheit zu erhalten, setzt Grün und Gruga verstärkt auf innovative Projekte. Im Rahmen von Straßenerneuerungen wurden stadtweit zwölf wasserspeichernde Baumrigolen realisiert, die in einem zwölf Kubikmeter großen Retentionsraum unter dem Baum Niederschlagswasser der Straßen speichern und so die Pflanze in Trockenzeiten mit Feuchtigkeit vorsorgen können. Auch smarte Lösungen werden genutzt: 2020 hat die Stadt Essen gemeinsam mit der Universität Trier mit TreeCop ein smartes Bewässerungsmanagement-System für Stadtbäume entwickelt. Mithilfe von Copernicus-Satellitendaten, die einen möglichen Trockenstress an Bäumen aufzeigen, gekoppelt mit Sensoren, die die Bodenfeuchte vor Ort am Baum messen, kann so der tatsächliche Wässerungsbedarf ermittelt werden. In einer ersten Pilotphase wurden im vergangenen Jahr 45 ausgewählte Stadtbäume sowie Bäume, die als Baumdenkmale besonders schützenswert sind, mit diesen Sensoren ausgestattet. In diesem Frühjahr wurde die Anzahl der eingebauten Sensoren noch einmal verdoppelt. Zudem werden 500 weitere Bodenfeuchtesensoren an Jungbaumstandorten installiert, um deren Anwuchs zu sichern.

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