Das Stadtmagazin
zurück zur Übersicht
Engagement
20.07.2020
5 Min

Ziele für nachhaltige Entwicklung

Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten


Als neuntgrößte Stadt Deutschlands und Europäische Grüne Hauptstadt 2017 übernimmt Essen lokal als auch international Verantwortung für Nachhaltigkeit

Die Stadt Essen hat sich am 27.02.2019 der Musterresolution des Deutschen Städtetags "2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten" angeschlossen und betont so ihre Bereitschaft, auch in Zukunft einen Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zu leisten. Die Kombination von nachhaltiger Inlands- und Auslandsarbeit lässt kommunale Entwicklungspolitik wirksam werden. Darüber hinaus erarbeitet die Stadt Essen im Rahmen des Förderprojektes "Global Nachhaltige Kommune NRW" mit Unterstützung der Servicestelle "Kommunen in der Einen Welt" (SKEW) sowie der Landesarbeitsgemeinschaft "Agenda 21 NRW e.V." bis 2021 eine Nachhaltigkeitsstrategie. Gemeinsam mit Akteur*innen aus der Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden die UN-Nachhaltigkeitsziele so durch konkrete Maßnahmen auf die lokale Ebene "übersetzt". Bereits jetzt trägt die Stadt Essen, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und ihren internationalen Partnern zu den UN-Nachhaltigkeitszielen bei.

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Die internationale Staatengemeinschaft hat im September 2015 auf einer UN-Vollversammlung die sogenannte "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" verabschiedet. Dieser "Weltzukunftsvertrag" wurde in einem breiten Konsultationsprozess mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft erarbeitet. Ziel ist die nachhaltige, partnerschaftliche Transformation von Volkswirtschaften unter Berücksichtigung ökologischer Grenzen und sozialer Gerechtigkeit bis 2030.

Das Kernstück der Agenda 2030 sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) mit ihren 169 Unterzielen. Sie sind universell für alle Staaten gültig und berücksichtigen die soziale, ökologische und ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit. Um die ambitionierten Ziele bis 2030 zu erreichen, bedarf es neuer Partnerschaften und Austausch – auf globaler wie auf lokaler Ebene.

Nachhaltige Städte und Gemeinden

Das Nachhaltigkeitsziel 11 hebt die Bedeutung von Städten hervor. Diese sollen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden. 2050 werden voraussichtlich 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Bereits jetzt werden dort ca. 75 Prozent der globalen Primärenergie verbraucht. Daher müssen auch in Städten passgenaue Lösungen für Herausforderungen, wie zum Beispiel ausreichender Wohnraum, nachhaltige Verkehrssysteme, Sicherheit oder Klimaanpassung entwickelt werden.

Nachhaltiger Konsum und Produktion

Seit 2013 trägt die Stadt Essen den Titel "Fairtrade-Town" und setzt sich für fairen Handel sowie verantwortungsvollen, nachhaltigen Konsum ein. Einzelhandelsgeschäfte, Vereine, Religionsgemeinschaften und Restaurants bieten ein breites Portfolio fair gehandelter Produkte an. So wird ein Beitrag zu besseren Handelsbedingungen bzw. sozialen Rechten von Produzent*innen im Globalen Süden geleistet. Ferner befindet sich die Stadt in einem Orientierungsprozess für eine nachhaltigere Beschaffung (z.B. fair gehandelte Arbeitsmaterialien) und trägt so der Bedeutung von Kommunen als bundesweit größten Auftraggeberinnen für öffentliche Ausschreibungen Rechnung. 2018 erhielt die Stadt die Sonderauszeichnung "Mehrsieger" des Wettbewerbs "Papieratlas" für ihre kontinuierlichen Erfolge im Bereich Recyclingpapiernutzung.

Maßnahmen zum Klimaschutz

Mit dem Titel "Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017" wurde die Vorreiterrolle der Stadt in den Bereichen Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung von der Europäischen Kommission ausgezeichnet. Gewürdigt wurde dabei die strategische Transformation von der Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt NRWs. Die Erfolge aus dem Hauptstadtjahr werden seitdem verstetigt, nicht zuletzt durch den fortlaufenden Umwelt-Managementprozess und die Umsetzung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts sowie den Themenfeldern der Grünen Hauptstadt Europas.

Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Die Stadt Essen unterhält vielfältige und lebendige partnerschaftliche Kontakte ins Ausland – nicht zuletzt im Rahmen ihrer kommunalen Entwicklungszusammenarbeit und gibt ihr Erfahrungswissen weiter: So sind etwa Essen und die Hauptstadt der Mongolei, Ulan Bator, seit 2012 durch eine Partnerschaft im Hygiene- und Gesundheitsbereich verbunden. Bereits seit 2010 reisen Mitarbeitende der städtischen Berufsfeuerwehr, des Universitätsklinikums und des "Mongolian emergency service hospital Hygiene project" (MeshHp) regelmäßig in die Mongolei, um dort durch Schulungen und Fachaustausch zur Verbesserung der Krankenhaushygiene bzw. der Notfallmedizin im Rettungswesen beizutragen. Gleichzeitig besuchen mongolische Fachkräfte regelmäßig Essen und tauschen sich über neueste Entwicklungen aus. Seit 2019 besteht eine offizielle Vereinbarung zwischen der Stadt Essen und der irakischen Region Dohuk über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Flüchtlingshilfe. Der Gesundheitsstandort Essen trägt so zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei.

Download der Broschüre (pdf, 1645 kB)


zurück zur Übersicht
© 2020 Stadt Essen