"Den Abschluss in der Tasche… und was kommt danach?"

Marcel Runge, Verwaltungsfachwirt für Informationstechnologie, berichtet

Das Ende der Ausbildung rückte näher und näher. Auf uns warteten der letzte Praxiseinsatz und anschließend die Abschlussprüfungen. Diese Zeit war für mich besonders aufregend, denn es wurde Zeit, dass wir uns einen Fachbereich aussuchen, in dem wir nach Möglichkeit eingesetzt werden sollten. Die Ausbildungsabteilung hatte fleißig Stellen gesammelt, welche wir besetzen konnten. Wir erhielten also eine große Liste mit Stellen und deren Beschreibungen. Anhand dieser Auflistung sollten wir zunächst unsere Wünsche in Form einer Rangliste festhalten. Zunächst begann ich also mir Gedanken zu machen, in welchen Bereich ich möchte. Das Besondere an dem Lehrgang zum Verwaltungsfachwirt IT ist das breite Einsatzspektrum. Da man Verwaltung und IT gelehrt bekommt, sind Einsätze in IT-lastigen Bereichen (z. B. ESH), verwaltungslastigen Bereichen (z. B. Sachbearbeitung) und in Mischbereichen (z. B. IT-Koordination für Fachbereich) möglich. Damit stehen einem quasi alle Türen offen.

Schnell wurde mir klar, dass ich in einem Mischbereich arbeiten möchte. Wenn ich schon das Wissen aus Verwaltung und IT habe, möchte ich dieses auch sinnvoll nutzen. Anhand meiner Entscheidung und persönlichen Referenzen habe ich dann die Priorisierung vorgenommen. Diese wurde anschließend erweitert bzw. angepasst, da immer mehr Stellen angeboten wurden. Nach Sichtung der Listen durch die Ausbildungsabteilung, wurden uns Vorstellungsgespräche bei den gewünschten Fachbereichen ermöglicht, teilweise auch während der Unterrichtszeiten. Nach Abschluss aller Gespräche haben die Fachbereiche ihre Wunschkandidaten der Ausbildungsabteilung mitgeteilt. Die Stellenvergabe wurde so gestaltet, dass die Vorstellungen der Fachbereiche und unsere Wunscheinsätze eine größtmögliche Deckung ergaben. Der letzte Praxiseinsatz fand dann in dem Fachbereich statt, in dem wir später eingesetzt werden. So konnten wir unseren neuen Arbeitsplatz schon vorher kennenlernen und hatten einen zusätzlichen Ansporn für die Abschlussprüfung.

Ich hatte Glück, denn in meinem Fall konnte mein Erstwunsch berücksichtigt werden, der Bereich 10-1 IT-Steuerung. Die Aufgaben dort sind u.a. die Zusammenführung und Vereinheitlichung von IT-Projekten, sowie die Entwicklung und Einhaltung der zentralen IT-Strategien. Mittlerweile arbeite ich seit über einem halben Jahr hier und fühle mich sehr wohl. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und herausfordernd. Das in der Ausbildung gewonnene Wissen hilft mir dabei sehr, sei es das IT-Wissen für das Verständnis der IT-Projekte, das Verwaltungswissen für das grundsätzliche Vorgehen und der Umgang mit Gesetzen für die Einhalten von eGovernmentgesetz NRW, Onlinezugangsgesetz und Datenschutzgrundverordnung. Während meiner Zeit in der IT-Steuerung habe ich bereits bei einigen IT-Projekten mitgewirkt, z. B. bei den ersten Planungen zum neuen BürgerRatHaus, den vollständigen Austausch und Erneuerung aller Kopiersysteme und Multifunktionsgeräte, der Einführung der neuen Kollaborationssoftware SharePoint und viele mehr. In diesem Zeitraum habe ich also schon eine Menge erlebt, doch das ist nur der Anfang.

Auf längere Sicht strebe ich eine Position als Teamleiter an, da ich gerne ein eigenes Team anleiten und etwas in der Verwaltung bewegen möchte. Natürlich geschieht dies nicht von heute auf morgen. Eine solche Position benötigt entsprechende Erfahrung. Innerhalb der Stadtverwaltung ist es möglich Stellen in allen verschiedenen Fachbereichen zu besetzen, solange die Anforderungen stimmen. Dabei ist man nicht nur auf gleichwertige Stellen beschränkt, sondern man kann sich auch auf höherwertige Stellen bewerben. So kann man Erfahrungen nicht nur in unterschiedlichen Fachbereichen sammeln, sondern auch in verschiedenen Verantwortlichkeiten. Das macht die Arbeit auch in Zukunft abwechslungsreich, spannend und bietet eine Menge Perspektiven.

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