Hitzeschutz im Außenbereich

Maßnahmen für ein angenehmes Mikroklima

Steigende Temperaturen und häufiger werdende Hitzeperioden stellen Mensch, Tier und Vegetation zunehmend vor Herausforderungen. Private Gärten und Balkone bieten jedoch zahlreiche Möglichkeiten, um aktiv zum Hitzeschutz beizutragen und können klimaangepasst gestaltet werden.

Begrünung im Garten

Pflanzen wirken sich positiv auf das Mikroklima aus: Sie spenden Schatten und kühlen die Umgebungsluft durch Transpiration der Laubblätter.

Besonders wirksam sind:

  • Laubbäume mit ausladender Krone, die im Sommer durch ihre Belaubung Schatten spenden und einen kühlenden Effekt haben, während sie im Winter im unbelaubten Zustand viel Licht durchlassen und eine deutlich geringere Verschattung verursachen
  • Sträucher und Stauden, die den Boden beschatten und kühlen und so vor Austrocknung schützen
  • (Blüh- / Wild-) Wiesenflächen, die im Vergleich zu versiegelten Flächen deutlich weniger Hitze speichern und zusätzlich den Boden vor Austrocknung schützen

Durch das Mulchen von Beetflächen kann der Boden zusätzlich vor dem Austrocknen geschützt werden. Schottergärten sind hier jedoch ausdrücklich nicht gemeint. Diese dürfen (nach der Landesbauordnung NRW) nicht errichtet werden. Da sich die Steinflächen stark aufheizen, sollten vorhandene Schottergärten im Zuge der Klimaanpassung und Hitzevorsorge zurückgebaut werden. Eine vielfältige Bepflanzung unterstützt hingegen die Biodiversität und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Gartens gegenüber Krankheiten und Trockenperioden.

Verschattung von Aufenthaltsbereichen

Eine Kombination aus Bepflanzung und baulichen Maßnahmen kann zur Verschattung von Aufenthaltsbereichen wie beispielsweise Terrassen beitragen.
Möglich sind zum Beispiel:

  • strategisch platzierte Bäume,
  • Pergolen oder Rankgerüste mit Kletterpflanzen und
  • Markisen, Sonnensegel oder fest installierte Überdachungen gegebenenfalls mit Dachbegrünung.

Balkonbepflanzung als kühlender Sonnenschutz

Auch auf kleineren Flächen lassen sich wirksame Maßnahmen umsetzen. Balkone mit Pflanzen heizen sich weniger stark auf. Geeignet sind:

  • Blumenkästen mit dicht wachsender Bepflanzung
  • Rankpflanzen an Geländern oder Spalieren
  • Kübelpflanzen, die Schatten spenden

Auswahl hitzeresistenter Pflanzen

Viele Pflanzen sind an trockene Stadorte angepasst und benötigen daher vergleichsweise wenig Wasser. Sie kommen daher gut mit trockeneren und heißeren Sommern zurecht. Es lohnt daher, bei der Auswahl der Bepflanzung auf die jeweiligen Bedürfnisse der Pflanzen zu achten. Zudem ist es wichtig, für den jeweilgen Standort passende Pflanzen auszuwählen und schon frühzeitig auf eine gezielte Bepflanzung mit hitzeresistenten Pflanzen zu setzen. Gleichzeitig sollte auf eine biodiversitätsfördernde, insektenfreundliche Bepflanzung geachtet werden, da heimische Insekten oftmals auf heimische Pflanzen spezialisiert sind.

Die Liste hitzeresistenter und insektenfreundlicher Pflanzen (pdf, 2095 kB) ReadSpeaker bietet eine Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter Pflanzen.

Wasserrückhalt und Regenwassernutzung

Der Rückhalt von Regenwasser hilft, Hitzeperioden besser zu überstehen und entlastet gleichzeitig die Kanalisation bei Starkregen. Mögliche Maßnahmen sind:

  • Regentonnen oder unterirdische Zisternen zur Speicherung von Niederschlagswasser
  • Versickerungsflächen oder Mulden, in denen Regenwasser langsam in den Boden eindringen kann
  • Durchlässige Beläge statt vollständig versiegelter Flächen
  • Offene Wasserflächen (beispielsweise ein Gartenteich)

Gespeichertes Regenwasser kann in Trockenphasen und während akuter Hitzeperioden zur Bewässerung von Pflanzen genutzt werden und bietet eine gute Alternative zur Bewässerung mit Leitungswasser, die dringend zu vermeiden ist.

Bei allen offenen Wasserflächen sollte darauf geachtet werden, dass die Unfallgefahr verringert wird. Auch ist es ratsam, Ausstiegshilfen für Tiere anzubieten.

Auch Tiere leiden unter Hitze

  • Wasserstellen wie flache Wasserschalen bieten verschiedenen Tieren wie Vögeln, Igeln und Insekten dringend benötigte Trinkmöglichkeiten. Ein Stein in der Schale dient Insekten als Landeplatz und verhindert das Ertrinken. Die Gefäße sollten regelmäßig gereinigt werden.
  • Schattige Rückzugsorte unter Sträuchern, Hecken oder Holzstapeln helfen Tieren, sich vor direkter Sonne zu schützen.
  • Verzicht auf nächtliche Gartenarbeiten (wie dem Einsatz von Mährobotern) schützt Tiere ganzjährig vor zusätzlichem Stress.

Durch eine Kombination aus Begrünung, Verschattung und Wasserrückhalt können Außenbereiche auch bei hohen Temperaturen zu angenehmen Aufenthaltsorten werden.

Hinweise zu den Themen Dach- und Fassadenbegrünung bietet der Flyer "Tipps zur Begrünung von Vorgarten, Haus- und Garagendach".

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