Emissionsbörse für Altenessen und Werden

Forschungsteam der Hochschule RheinMain testet gemeinsam mit dem renommierten Wuppertal Institut den lokalen Emissionshandel in Essen

18.06.2021

Das Forschungsprojekt "TRANSCITY" ermöglicht Bürger*innen im Essener Norden und Süden, sich für ihren Stadtteil zu engagieren und dabei etwas für das Klima zu tun. Die Bedeutung des innovativen Ansatzes könnte dabei für die Erreichung der Essener Klimaschutzziele und damit für die zukünftige Lebensqualität in den Essener Quartieren enorm sein.
Wer in Essen konkret über Klimaschutz und die damit verbundenen Veränderungen nachdenkt, erkennt eines sehr: Ursachen, Auswirkungen und Maßnahmen sind nicht überall gleich und folgen schon gar nicht der einfachen Formel "one size fits all".
Das ist die grundlegende Erkenntnis hinter dem Ansatz des sozialökologischen Forschungsprojektes "TRANSCITY", welches die Hochschule RheinMain und das Wuppertal Institut mit der Unterstützung der Stiftung Mercator in Essen durchführt. Ziel ist es, zwei Stadtteile miteinander zu verbinden, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können: Für den Essener Norden hat bereits das "KD 11/13 – Zentrum für Kooperation und Inklusion" in Altenessen seine Kooperation fest zugesagt, im Süden hat die Initiative "Gemeinsam für Stadtwandel Werden" Interesse bekundet.

So funktioniert der lokale Emissionshandel „TRANSCITY“
Dabei ist die Grundüberlegung des Forscherteams um Prof. Dr. Andreas Thiesen grundsätzlich simpel und im internationalen Kontext bereits etabliert:
Mit Hilfe einer leicht zu bedienenden App ermittelt die Wissenschaft zunächst den "ökologischen Fußabdruck" der beiden Stadtteile. Auf dieser Basis bestimmt die Stadt Essen raumbezogene Klimaschutzziele und verteilt in beiden Stadtteilen Klimaschutzzertifikate, die an einer virtuellen "Emissionsbörse" gehandelt werden können. Die Zertifikate haben den Charakter eines "Gutscheines" und geben den Quartieren Anreize, ihre Emissionen zu senken, um die Zertifikate dann an der Börse verkaufen zu können. Je mehr Bürger*innen sich in den beiden Stadtteilen beteiligen, desto größer die Auswirkung auf die Klimabilanz vor der eigenen Haustüre. Die Erlöse des lokalen "Emissionshandels" fließen in nachhaltige, soziale und ökologische Projekte in den Quartieren.
Dieser innovative Ansatz soll die Quartiere nicht nur dabei unterstützen, die Treibhausgasemissionen zu senken. Vielmehr eröffnet "TRANSCITY" zusätzlich den Austausch zwischen unterschiedlichen Stadtteilen, fördert neue Kooperationen und das sozialökologische Bewusstsein, sich gemeinsam für zukunftsfähige Quartiere zu engagieren.
Ziel des Projekts ist es, kommunalen Klimaschutz in der Stadt Essen aus einer sozialen Perspektive voranzubringen.

Gemeinsam Chancen nutzen
"Beide Stadtteile verfügen über engagierte Initiativen im Bereich des Klimaschutzes, die als Projektpartner und Koordinator vor Ort fungieren können. Gleichzeitig sind ihre sozialen und wirtschaftlichen Profile sehr unterschiedlich. Das sind tolle Voraussetzungen, um in einem freundschaftlichen Wettbewerb die gesellschaftlichen Kräfte auf dem Weg zur lokalen Klimaneutralität zu bündeln und neue Wege auszuprobieren", erläutert Simone Raskob die Auswahl der beiden Essener Quartiere. "TRANSCITY ist eine tolle Chance für unsere Stadt, die Unterschiedlichkeit der Quartiere positiv zur Erreichung der Klimaschutzziele zu nutzen und so Gemeinsamkeiten zu schaffen. Eine Chance, die wir für den Klimaschutz als gesellschaftliche Herausforderung des kommenden Jahrzehnts in Essen nutzen werden. Und mit der Grünen Hauptstadt Agentur haben wir die ideale Institution zur Begleitung eines solchen Forschungsprojektes geschaffen."
„"Mit den Erfahrungen als Grüne Hauptstadt Europas und vielen engagierten Akteuren in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerschaft ist Essen der ideale Partner für unser Pilotprojekt", ergänzt Prof. Dr. Andreas Thiesen von der Hochschule RheinMain.

Weitere Informationen zum Projekt und den Möglichkeiten der aktiven Beteiligung finden Interessierte unter www.essen.de/gha.

Über die Grüne Hauptstadt Agentur:
Die Grüne Hauptstadt Agentur im Geschäftsbereich Umwelt, Bauen und Sport der Stadt Essen hat die Aufgabe, die Impulse aus dem Titeljahr und deren Wirkung zu verstetigen sowie die Erreichung der Ziele der "Grünen Hauptstadt – Essen 2017", insbesondere der Klimaschutzziele der Stadt Essen, gesamtstädtisch zu koordinieren.

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