Kreative Ideen für den Fuß- und Radverkehr

Be-MoVe-Workshops erfolgreich zu Ende gegangen

05.07.2022

Holsterhausen und die Innenstadt werden zum Reallabor für die Mobilitätswende – und die Planungen dafür werden immer konkreter. Das Projekt Be-MoVe führte dafür in der vergangenen Woche zwei Workshops in Holsterhausen und der Innenstadt durch. Gemeinsam mit interessierten Bürger*innen wurde darüber gesprochen, wie öffentlicher Raum für den Fuß- und Radverkehr neu gestaltet und verbessert werden kann.

Beim Workshop in der Innenstadt ging es vor allem um die Verbesserung der Achse zwischen der Universität Duisburg-Essen, der grünen mitte Essen und City-Nord bis zum Hauptbahnhof. Hier gibt es Bereiche, die in den nächsten Jahren neugestaltet werden und somit Chancen für die Förderung des Fuß- und Radverkehrs bieten, wie beispielsweise der zukünftige Radschnellweg RS1, die Querung der Friedrich-Ebert-Straße, der Willy-Brandt-Platz oder die CITYBAHN vor dem Hauptbahnhof. Sie können - neben der Achse Kettwiger und Viehofer Straße - Teil einer neuen Achse für den Fußverkehr werden, die Komfort, Sicherheit und Aufenthaltsqualität bietet. Am Kopstadtplatz / Beginn der Rottstraße wurde vom Be-MoVe-Projekt beispielsweise bereits ein Parklet eingerichtet, das dort, wo sonst Autos parken, zum gemütlichen Sitzen und Verweilen einlädt. Das Parklet ist Teil des Reallabors und kann zunächst bis Ende Oktober genutzt werden. Erste Anfragen, solche Parklets auch an anderen Stellen im Stadtgebiet einzurichten, sind bereits bei der Stadt eingegangen.

Auch eine Nord-Süd-Achse für den Radverkehr durch die City war ein wichtiges Thema im Workshop Innenstadt und wurde von vielen Teilnehmer*innen befürwortet. Die Verwaltung prüft hier zwei Varianten: Entweder kann sie über III. Hagen/I. Weberstraße oder über Lindenallee und Kastanienallee verlaufen. Ein weiteres wichtiges Thema war das Parken. Hier wurden einerseits deutlich bessere Parkmöglichkeiten für Radfahrer*innen gefordert. Andererseits kam die Frage auf, ob es nicht ein Überangebot an Parkplätzen in der Innenstadt gibt, angesichts zum Teil nicht voll ausgelasteter Parkhäuser. Auch die Vision einer weitgehend autofreien Innenstadt kam auf und würde begrüßt. Für das Fahrradparken wurde eine Mischung aus dezentralen Parkmöglichkeiten und Fahrradparkhäusern gefordert. Thema war zudem der Ansatz, den City-Ring für den Fuß- und Radverkehr weiter anzupassen und bessere Bedingungen an Schützenbahn, Berliner Platz und Friedrich-Ebert-Straße zu schaffen.

Im Workshop Holsterhausen ging es unter anderem um das Projekt "Stadtterrassen". Es wird als Reallabor für zwei Monate (August und September) umgesetzt. Dabei werden mehrere Bank- und Tischmodule auf etwa fünf öffentlichen Parkplätzen aufgebaut, um den Bürger*innen neue Aufenthaltsmöglichkeiten im Stadtteil zu bieten. Die Stadtterrassen bieten nicht nur Möglichkeiten zum Sitzen, Kaffeetrinken und Fahrrad abstellen. Sie ermöglichen es auch, den Ort bunter zu machen: durch bepflanzte Blumenkästen und durch Bühnenelemente, die kreativ genutzt werden können. Beispielsweise soll es regelmäßig Vor-Ort-Sprechstunden geben, kleinere Events, wie Lesungen oder auch Konzerte. Viele Teilnehmer*innen des Workshops Holsterhausen begrüßten diesen Ansatz, es gab aber auch kritische Stimmen. Positiv bewertet wurde, dass durch die Stadtterrassen mehr Möglichkeiten zum Verweilen im öffentlichen Raum geschafft werden. Hier wurde der Wunsch geäußert, auch den Kirchvorplatz an der Gemarkenstraße zu begrünen und noch attraktiver zu gestalten. Diskussionen gab es beim Thema Parken. Wenige Teilnehmer*innen zeigten ihre Sorge, durch die Stadtterrassen falle dringend benötigter Parkraum weg und Geschäfte könnten dadurch schlechter erreicht werden. Dabei kam auch die Frage auf, ob das Parken nicht stärker geregelt werden muss, etwa über ein Konzept zum Anwohnerparken oder Quartiersgaragen. Diese Ideen wurden von den Bürger*innen positiv bewertet. Gefordert wurden außerdem mehr sichere Fahrradabstellanlagen, insbesondere auch für Lastenräder.

Im Sinne der Entwicklung der Gemarkenstraße auch als Achse für Fußgänger*innen wurde von vielen Teilnehmenden die Einrichtung weiterer Zebrastreifen entlang der Fahrradstraßenachse Gemarkenstraße-Keplerstraße befürwortet.

Weitere Themen bei den Workshops waren das Umfeld des Universitätsklinikums Essen und eine direkte Verbindung zwischen Holsterhausen und dem Essener Hauptbahnhof über die Holsterhauser Straße. Hier sind mehr Angebote für den Fuß- und Radverkehr gewünscht. Insbesondere die Verbindung vom Gemarkenplatz zum Hauptbahnhof wurde als schnelle, direkte Verbindung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen von allen Workshop-Teilnehmenden befürwortet.

So geht es weiter

Die Ideen und Hinweise aus beiden Workshops werden nun von Be-MoVe in die weitere Arbeit des Projekts aufgenommen und ausgewertet. Sie sollen dabei helfen, die Bedürfnisse der Anwohner*innen vor Ort einzuschätzen, um das Projekt und letztlich auch die Verkehrswende auf die individuellen Räume und die Bedürfnisse der Anwohner*innen so weit wie möglich abzustimmen. Weitere Be-MoVe-Workshops sind für September geplant.

Zum Hintergrund

Das Reallabor-Projekt Be-MoVe der Grünen Hauptstadt Agentur der Stadt Essen möchte in Kooperation mit den Instituten imobis und InUPH der Universität Duisburg-Essen die (Nah-)Mobilität der Zukunft erproben. Ziel des Be-MoVe-Projekts ist es, zu erforschen, wie eine Mobilitätswende in Essen gelingen kann und wie Verhaltensänderungen herbeigeführt werden können. Dabei werden besonders Fuß- und Radverkehr in den Fokus gerückt. Die Stadtteile Holsterhausen und Innenstadt werden dafür zu so genannten "Reallaboren", in denen Ideen zur Stärkung des Rad- und Fußverkehrs getestet werden. So soll mit den Menschen vor Ort zum Beispiel die temporäre Neuaufteilung des Straßenraums ausgearbeitet und getestet werden. Der Ideenpool ist vielfältig und reicht von Sperrungen, Urban Gardening und Parklets bis hin zu Quartiersgaragen und Mobilstationen.

Mehr Informationen zum Projekt unter: www.essen.de/be-move.

Die Grüne Hauptstadt Agentur im Geschäftsbereich Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen hat die Aufgabe, die Impulse aus dem Titeljahr und deren Wirkung zu verstetigen sowie die Erreichung der Ziele der Grüne Hauptstadt – Essen 2017, insbesondere der Klimaschutzziele der Stadt Essen gesamtstädtisch zu koordinieren.

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Beim Workshop in der Innenstadt ging es vor allem um die Verbesserung der Achse zwischen der Universität Duisburg-Essen, der Grünen Mitte und City-Nord bis zum Hauptbahnhof.

Beim Workshop in Holsterhausen ging es unter anderem um das Projekt "Stadtterrassen".
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