Geschichte des Stadtteils Rellinghausen

Namensherkunft

Der Name leitet sich wohl von dem altmittelhochdeutschen "Ruoldinghus" ab, was auf den Besitz eines gewissen Ruolds schließen lässt. Um 860 ist ein Oberhof dieses Namens nachweisbar, der wahrscheinlich im Bereich des heutigen Stiftplatzes bestand.

Erste urkundliche Erwähnung

943 (Ruoldinghus)

Gehört zu Essen seit

1. April 1910

Stadtteilwappen


Das Wappen des Stadtteils Rellinghausen zeichnet die christliche Funktion der Stadt durch das Kreuz dar. Die blauen Wellenbalken stehen für die Lage an der Ruhr.

Historie

Nach 860
Das niederfränkische Rellekhusen kam nach 860 in Gebrauch, als das Ehepaar Eggihard und Rikilt im Gebiet des heutigen Stiftplatzes einen Oberhof besaß.

996 / 998
Die Essener Äbtissin Mathilde gründete ein Frauenstift für die Töchter des Dienstadels und gelangte 996/998 an die Herrschaft Rellinghausen. Das Stift der Äbtissin Mathilde besaß ein eigenes Hoheitsgebiet, welches durch noch teilweise vorhandene Mauern begrenzt war.

1452
Johann "von den Vitinchave gen. Schele" kauft das "hus, geheten de berg", welches das heutige Schloss Schellenberg ist, das damals eine einfache Wasserburg war, die im Laufe der Generationen zur heutigen Schlossanlage ausgebaut und erweitert wurde. Doch die Familie Vittinghoff-Schell steckte nicht nur Geld in den Ausbau des Schlosses, sondern fungierte auch als großzügiger Wohltäter.

1516
Am 25. Juli des Jahres 1516 wird von einem Schäfer in einem Dornenstrauch am Rellinghauser Mühlenbach ein Gefäß mit geweihten Hostien aufgefunden, die tags zuvor beim Kirchweihfest aus der Stiftskirche gestohlen worden waren. Das "wunderbare Ereignis" bewegte die Gemüter, erfuhr bald schon eine legendenhafte Ausschmückung und lockte auch Pilger an den Ort. Später wurde am Fundort eine Kapelle errichtet. Bis auf den heutigen Tag wird seit mehr als fünfhundert Jahren des Ereignisses am Sankt-Annen-Tag mit einer feierlichen Prozession von der Kapelle zur Stiftskirche gedacht.

1579 bis 1591
1579 begannen Hexenprozesse, die bis zum Jahre 1591 andauerten und 42 Menschenleben kosteten. Die Prozesse wurden im Gerichtsturm, welcher auch als Gefängnis und Folterkammer diente, geführt. Der Straßenname "Hexentaufe" erinnert noch an die grausamen Rituale. Die Hinrichtungen erfolgten auf dem "Galgenberg", der heutigen Schillerwiese.

1749
Auf dem Gebiet von Rellinghausen gab es von 1749 bis spät ins 20. Jahrhundert einige Zechen, von denen die bekanntesten die Zechen Gottfried Wilhelm und Langenbrahm waren.

1910
Von 1876 bis zur Eingemeindung zur Stadt Essen im April 1910 bildete Rellinghausen eine eigenständige Bürgermeisterei. In dieser Zeit war Joseph Sartorius erster und einziger Bürgermeister der Gemeinde.

1972
Erst im späten 20. Jahrhundert, 1972, wurde die Zeche Gottfried Wilhelm zusammen mit der Heisinger Zeche Karl Funke endgültig stillgelegt.

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