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Das Gesundheitsamt der Stadt Essen informiert zum Coronavirus

Gesundheitsamt der Stadt Essen an der Hindenburgstraße

In China treten derzeit vermehrt Krankheitsfälle durch ein neuartiges Coronavirus ("2019-nCoV") auf. Betroffen ist insbesondere die Stadt Wuhan (11 Millionen Einwohner) und die in Zentralchina gelegene Provinz Hubei, zu der Wuhan gehört. Das neuartige Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren.

Auch in Europa wurden inzwischen Einzelfälle gemeldet. Der Großteil der Betroffenen war zuvor in Wuhan oder Personen hatten Kontakt zu bestätigten 2019-nCoV-Fällen. In Deutschland ist am 27.1.2020 der erste Fall bestätigt worden. Laut Robert Koch-Institut (RKI), der zentralen Bundeseinrichtung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention in Deutschland, bleibt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung durch die neue Atemwegserkrankung derzeit weiterhin gering.‎

Das Gesundheitsamt der Stadt Essen hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuartigen Coronavirus zusammengefasst.

Bei allen weiteren Fragen rund um das Thema Infektionskrankheiten steht Ihnen wie gewohnt das Gesundheitsamt der Stadt Essen zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen Sie momentan montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 0201 88 53000.


Häufig gestellte Fragen und Antworten

Was sind Coronaviren?

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten, wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). In der Vergangenheit waren schwere, durch Coronaviren verursachte Krankheiten, wie SARS oder MERS zwar weniger leicht übertragbar als Influenza, aber sie haben dennoch zu großen Ausbrüchen geführt.

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Welche Symptome werden durch Coronaviren ausgelöst?

Gewöhnliche Coronaviren verursachen meistens milde Erkältungssymptome mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Das neue Coronavirus scheint mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patientinnen und Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

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Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt.

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Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Um die Ausbreitung von Atemwegskrankheiten zu vermeiden, sollten ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen durch das neuartige Coronavirus gute Händehygiene, an die üblichen Husten- und Nies-Verhaltensregeln sowie Abstand zu Erkrankten gehalten werden. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle auch in Deutschland ohnehin überall und jederzeit angeraten.

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Ich habe keine Symptome, hatte jedoch Kontakt zu einer asiatisch aussehenden Person. Kann ich mich auf das neuartige Coronavirus testen lassen?

Nein, in diesen Fällen ist keine Ansteckung zu befürchten. Darüber hinaus kann eine Labordiagnostik nur zuverlässig bei Patientinnen und Patienten durchgeführt werden, die bereits Krankheitszeichen entwickelt haben.

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Ich habe Symptome an den Atemwegsorganen, hatte jedoch keinen Kontakt zu erkrankten Personen aus Wuhan und Umgebung und habe mich dort auch nicht aufgehalten. Muss ich eine Infektion mit dem neuen Coronavirus befürchten?

Nein. Symptome an Atemwegsorganen können eine Vielzahl von Ursachen haben. Es kann sich auch um einen normalen grippalen Infekt oder eine Virusgrippe handeln.

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Ich war in China und habe nach meiner Rückkehr grippeähnliche Symptome entwickelt. Muss ich im Krankenhaus vorstellig werden?

Derzeit gilt eine Person lediglich als Verdachtsfall, wenn eine Reiseanamnese in den entsprechenden Gebieten in und um Wuhan vorliegt.

Wenn Personen leichte Symptome verspüren, sollten sich diese wie gewohnt auskurieren oder einen Arzt aufsuchen, wenn sich die Person entsprechend krank fühlt. Dies gilt immer und ist völlig unabhängig von irgendeinem Erreger. Der niedergelassene Arzt ist dafür der erste Ansprechpartner. Außerhalb der Öffnungszeiten erreichen Patientinnen und Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117.

Sollten eine massive Erkrankung vorliegen, sich Personen instabil fühlen oder einen akuten Notfall erleiden, wenden sich diese Personen wie gewohnt an die 112.

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Ich hatte vor zwei Tagen Kontakt zu einer Reisegruppe, in der mindestens ein Teilnehmer aus Wuhan kommt. Heute habe ich Krankheitszeichen entwickelt. Besteht die Gefahr, dass ich mich mit dem neuen Coronavirus angesteckt habe?

Nein. Es ist nicht anzunehmen, dass eine Infektion mit dem neuen Erreger vorliegt. Hätte die Kontaktperson tatsächlich eine Infektion mit dem neuen Corornavirus, hätte diese Person sicherlich Krankheitsanzeichen gezeigt. Das jeweilige, für diesen Patienten zuständige Gesundheitsamt hätte in diesem Fall umgehend alle Kontaktpersonen ermittelt und umfassend informiert.

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In der Schule meines Kindes werden Austauschschüler aus China erwartet./ Meine Firma erwartet Besuch aus China. Gibt es besondere Maßnahmen, die wir beachten müssen?

Nein. Auch hier werden lediglich Personen mit Krankheitsanzeichen und einer Reisenanamnese aus den entsprechenden Gebieten als nCoV-krankheitsverdächtige Personen angesehen. Diese werden dann ganz normal über das Regelsystem versorgt. Es sind keine präventiven Quarantänemaßnahmen oder besondere Hygieneregeln zu beachten.

Grundsätzlich gilt beim menschlichen Miteinander auf eine entsprechende Hygiene zu achten. Dies bezieht Handhygiene und die Hygiene z.B. beim Niesen in die Armbeuge mit ein und sollte stets eingehalten werden.

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Wo kann ich erfahren, ob eine Reise in ein betroffenes Land noch sicher ist?

Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt (AA) gegeben. Aktuelle Informationen zu der Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern sind auf den Länderseiten des AA im Internet einzusehen. Der Link ist auf der RKI-Seite zum neuartigen Coronavirus zu finden.

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Wie wird in Deutschland die Lage eingeschätzt, welche Maßnahmen sollen getroffen werden, und was müssen Ärzte jetzt beachten?

Bei Situationen im Ausland, die auch für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland oder für Reisende im Ausland Auswirkungen haben könnten, arbeiten viele Institutionen und Behörden eng zusammen. Das RKI erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und erstellt eine Risikobewertung und veröffentlicht sie auf der Internetseite www.rki.de/ncov . Entsprechend den Informationen und der aktuellen Risikobewertung gibt das RKI Empfehlungen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Gesundheit zu schützen und das Auftreten von Erkrankungsfällen bzw. die Weiterverbreitung der Erkrankung zu verhindern.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das neuartige Coronavirus zur Verfügung?

Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Sehr wirkungsvoll ist jedoch die unterstützende Behandlung der Infektion entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes. Dazu gehören beispielweise Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen, engmaschiges Monitoring, sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

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Wann sollte der Arzt den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus bei einem Patienten stellen?

Das Robert-Koch Institut hat eine Falldefinition erstellt, die eine Hilfestellung geben, bei welchen Patientinnen und Patienten eine Laboruntersuchung auf das neuartige Coronavirus durchgeführt werden sollte. Das sind zum einen Personen mit respiratorischen Symptomen, die Kontakt mit einem bestätigten Fall mit dem neuartigen Coronavirus hatten. Und zum anderen sind das Personen mit einem akuten respiratorischen Syndrom, bei denen der Verdacht besteht, dass die unteren Atemwege betroffen sind (z.B. Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom) und die sich zuvor im Risikogebiet aufgehalten haben.

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Wer muss informiert werden, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus besteht?

Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, aber auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Ermittlung weiterer Kontaktpersonen) einleiten kann.

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Warum müssen Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?

Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll so weit wie möglich verhindert oder zumindest zu verlangsamt werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen von bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos zu identifizieren und ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) in häuslicher Quarantäne zu beobachten. Auf diese Weise können auftretende Krankheitszeichen frühzeitig erkannt und die notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden, damit diese Person im Zweifelsfall niemanden anstecken kann.

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Was bedeutet die von der WHO ausgerufene "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite"?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30.1.2020 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch durch das neuartige Coronavirus in China um eine "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) handelt. Die WHO hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen, da die WHO-Empfehlungen hier bereits erfüllt sind.

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Wo erhalte ich weitere Informationen?

Bei allen weiteren Fragen rund um das Thema Infektionskrankheiten steht Ihnen wie gewohnt das Gesundheitsamt der Stadt Essen zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen Sie momentan montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 0201 88 53000.

Auch das Land NRW hat eine Hotline zum Thema "Coronavirus" eingerichtet. Sie erreichen das ServiceCenter der Landesregierung montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr. (https://www.mags.nrw/coronavirus).

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(Stand der Informationen: 3.2.2020)

 
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