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Umwelt
03.01.2022
3 Min

"Solar-Offensive" zum Klimaschutz

Förderung von Photovoltaik- und Solaranlagen


Um im Beruf oder im Alltag Klimaschutz zu betreiben, sind oft Investitionen nötig. Investition von Zeit, Ideen und manchmal auch Geld. Die Stadt Essen unterstützt die Bürger*innen deshalb bei vielen Projekten unter anderem mit Fördermöglichkeiten, um den Klima- und Umweltschutz weiter voranzutreiben. Denn der Schutz der Umwelt und die Anpassung an den Klimawandel sind zentrale Aufgaben, um auch in der Zukunft ein gesundes Leben in einer lebenswerten Stadt zu ermöglichen. Der Rat der Stadt Essen hat sich im Juni 2021 deshalb für eine "Solar-Offensive" ausgesprochen. Mit ihr haben Privatpersonen und Unternehmen im Essener Stadtgebiet die Möglichkeit, sich seit 2022 den Einsatz von Photovoltaik- und thermischen Solaranlagen fördern zu lassen.

Diese Anlagen nutzen die Sonneneinstrahlung, um daraus Strom bzw. Wärme zu erzeugen und damit beispielsweise die Heizung oder Warmwasser zu betreiben. Die Förderung von erneuerbaren Energien ist eine der Maßnahmen des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 aus dem Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima (Sustainable Energie and Climate Action Plan = SECAP).

Die Förderungsmöglichkeit ist dabei nicht nur auf neu errichtete Gebäude begrenzt. Auch bereits vorhandene Gebäude können nachträglich mit einer geförderten Photovoltaik- bzw. Solaranlage ausgestattet werden. Noch sinnvoller ist es dabei, auch direkt an eine gleichzeitige Dachbegrünung zu denken, denn diese wird ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen gefördert. Die Kombination mit einem Gründach und die Umsetzung als Mieterstromanlage sind also möglich.

Förderung Photovoltaikanlagen

  • 1 bis 2 kWp: 500 Euro
  • über 2 bis 5 kWp: 750 Euro
  • über 5 bis 10 kWp: 1.000 Euro
  • über 10 bis 40 kWp: 100 Euro je angefangener kWp

Förderung solarthermische Anlagen

  • Für Warmwasserbereitung: 700 Euro pauschal
  • Für Warmwasserbereitung und Heizung: 1.000 Euro pauschal

Photovoltaikanlagen auf einem Gründach oder an einer Fassade werden mit zusätzlich 100 Euro pro kWp Leistung gefördert.

Für die Umsetzung eines Mieterstromkonzepts für Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern soll für Betreiber*innen folgender Bonus gewährt werden:

  • Neubau: 100 Euro pro versorgbarer Wohneinheit
  • Bestand: 400 Euro pro versorgbarer Wohneinheit

Seit dem 1. Januar 2022 können Fördermittel bei der Grünen Hauptstadt Agentur der Stadt Essen beantragt werden.

Derzeit gibt es auf Essener Dächern ca. 2.500 Photovoltaikanlagen, die über 24.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das ist rechnerisch genug Strom um ca. 6.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Es sollen aber viele weitere folgen.

Nicht nur Privatpersonen oder Unternehmen können sich so aktiv für den Klima- und Umweltschutz einsetzen. Auch die Stadt Essen hat sich das Ziel gesetzt, jährlich mindestens 800 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mindestens 8.000 kWp neu zu installieren. Das wäre eine Verdoppelung der Kapazität innerhalb von vier Jahren. Sie hat deshalb bei der „Solar-Offensive“ auch ihre eigenen Liegenschaften und Beteiligungen im Blick. Es wird dafür geprüft, welche Dach- und Fassadenflächen für eine Dachbegrünung und den Einsatz von Photovoltaik- und Solaranlagen geeignet sind.

Der Rat der Stadt Essen hat beispielsweise beschlossen, in Kooperation mit den Energieexperten der Stadtwerke Essen, der EVV und GVE auch das Dach des Museum Folkwang mit einer Photovoltaik-Anlage auszustatten. Ab Mitte 2022 soll sie in Betrieb genommen werden. Dann werden die Sonnen-Kollektoren mit einer Fläche von 1.500 Quadratmetern die ersten Sonnenstrahlen einfangen und in Strom umwandeln. Rund 215.000 Kilowattstunden Strom sollen pro Jahr so klimaneutral produziert werden. Das würde ausreichen, um rund 50 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Der Einsatz der neuen Anlage passt zeitlich gut, denn das bundesweit bedeutsame Museum feiert 2022 sein 100jähriges Jubiläum. Es kann als Referenzprojekt für Andere für die Verbindung von Kultur und Nachhaltigkeit dienen.

Tipps, Beratung und Unterstützung

Die Dachfläche eines Hauses muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit eine Photovoltaik- oder Solaranlage eingebaut werden kann. Der Regionalverband Ruhr hat auf Basis von Befliegungsdaten des Landes NRW ein Solardachkataster erstellt. Mit wenigen Klicks wird angezeigt, ob die Dachfläche nach Eingabe eines bestimmten Gebäudes je nach Standort und Form grundsätzlich geeignet ist. Dieses Online-Angebot gibt es übrigens auch für die Dachbegrünung.

Um die Solar-Offensive der Stadt Essen auch kreditwirtschaftlich zu begleiten, hat die Sparkasse Essen ein Sonderkreditprogramm für Privatpersonen aufgelegt. Bei einem attraktiven Zinssatz von 0,99 Prozent (nom.) können je Anlage bis zu 20.000 Euro Kredit bewilligt werden. Das Volumen des Sonderkreditprogramms liegt allein für 2022 bei 3 Millionen Euro.

Der Einsatz einer Photovoltaik- oder Solaranlage ist eine Möglichkeit von vielen, um Energie(kosten) zu sparen. Hausbesitzer*innen können allerdings noch viele weitere Modernisierungen vornehmen, die sie sich teilweise fördern lassen können. Ein Überblick bietet zum Beispiel die Verbraucherzentrale Essen. Hier gibt es Tipps zur Haussanierung, beispielsweise zur ökologischen Wärmedämmung, zum klimafreundlichen Solarstrom, zum Energieausweis oder auch zur teils geförderten Energieberatung.


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