Stadtumbau West / Soziale Stadt – Altendorf Nord / Bochold 2004 - 2019

2007 wurde ein Handlungskonzept für die Aufnahme in das Landesprogramm „Stadtumbau West“ für den nördlichen Bereich des Stadtteils Altendorf und den südlichen Bereich des Stadtteils Bochold erstellt. Zielsetzungen waren insbesondere:

• die Schaffung eines qualitativ und quantitativ bedarfsgerechten Angebots an Wohnraum

• Entwicklungsmöglichkeiten, die nicht mehr marktgerechten baulichen Strukturen aufzulösen und Impulse für neue Entwicklungen zu geben

• die Optimierung von Standortfaktoren als Rahmen und Voraussetzung für Entwicklungsimpulse

Die Standortfaktoren konnten vor allem durch die Öffnung des vormals durch Kleingärtner genutzten Niederfelds und durch den Bau des Niederfeldsees sowie durch die Entwicklungen im Krupp-Park verbessert werden.

Niederfeldsee und Uferviertel

Ausgangssituation und Problemlage

Altendorf gehört zu den bevölkerungsreichsten und dichtbesiedelten Stadtteilen in Essen und war geprägt durch einen Mangel an Grün- und Freiflächen. Schon einige Jahre vor Programmbeginn konnte der vorhandene Wohnungsbestand der städtischen Wohnungsgesellschaft Allbau GmbH nicht mehr am Markt platziert werden. 180 Wohnungen hatten keine nachfragegerechten Grundrisse und energetische Standards konnten nicht eingehalten werden.

Ziele und Charakteristika des Projektes

Die städtische Allbau GmbH errichtete an diesem Standort – nach Abriss der Bestandgebäude – 62 moderne, barrierefreie Wohnungen. Überzeugen konnte insbesondere die parallele Aufwertung des Umfeldes mit der Neuanlage eines Sees, der Herstellung einer überregionalen Radverbindung und der Wegnahme des störenden Bahndammes. Vorrangige Ziele der integrierten Planung waren eine nachhaltige Durchmischung der Bewohnerstruktur zur (sozialen) Stabilisierung des Quartiers sowie die Schaffung eines städtebaulich bedeutsamen Gebietes mit hoher Aufenthalts- und Wohnqualität sowie ein Imagewandel im Stadtteil Altendorf. Eine intensive Bürgerbeteiligung begleitete die Projektplanung und -realisierung, um die Identifikation mit dem Quartier zu fördern. Dazu fanden zahlreiche Veranstaltungen, wie beispielsweise eine gemeinschaftlich organisierte Illumination der zukünftigen Seekonturen, Baustellenführungen, die Organisation eines "Brückeneinschwenkungs-Cafés", die festliche Einweihung des Sees und eine Aktion zum "Tag der Städtebauförderung"“, statt.

Wirkungen und Erfolge

Es wurde ein städtebaulich aufgewertetes Uferviertel mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Der See erfährt eine intensive Nutzung und das Wohnquartier ist vollvermietet (geringe Fluktuation). Viele Eigentümerinnen und Eigentümer im Umfeld werten aufgrund der städtebaulichen Qualität und des Imagegewinns ihre Immobilien durch Modernisierung, Balkone oder Fassadengestaltung auf. Zudem säubern Patinnen und Paten durch regelmäßige Aktionen das Seeumfeld ehrenamtlich. Mit dem Ziel, ausdrücklich kein elitäres Quartier zu bilden, sondern vielmehr Angebote für die dort lebenden Menschen unter Hinzugewinnung von neuen Zielgruppen zu schaffen, ist ein lebendiger Wohnstandort mit hoher Akzeptanz geschaffen worden. Zweimal jährlich finden durch einen Altendorfer Bürger organisierte Seekonzerte sowie in regelmäßigen Abständen der Allbau-Lauf der städtischen Wohnungsgesellschaft statt. Diese Veranstaltungen tragen zur positiven Belebung des Sees und der Umgebung bei.

Umbau des Sees und Grüngestaltung

Weitere Informationen zum Bau des Sees und der Grünflächenanlagen

Krupp-Park

Zur Entwicklung des Krupp-Gürtels wurde 2001 gemeinsam von der Stadt Essen und dem Grundstückseigentümer ThyssenKrupp für die teils brachgefallenen Flächen der ehemaligen Krupp‘schen Gussstahlfabrik ein städtebaulicher Wettbewerb zur Erstellung eines Rahmenplans ausgelobt. Kernelemente dieser Rahmenplanung sind der heutige Berthold-Beitz-Boulevard und der Krupp-Park.

Der Baubeginn des Krupp-Park mit einer Gesamtgröße von ca. 22 ha. erfolgte im Jahr 2007, wobei die Fertigstellung des nördlichen Parkabschnitts gemeinsam mit der Hauptverwaltung von ThyssenKrupp zuerst angestrebt wurde. Bereits im September 2006 wurde die Entscheidung zugunsten des Entwurfs des Büros Landschaftsarchitekten Dr. Kipar, Duisburg/Mailand gefällt, welcher in seiner Gestaltungskonzeption eine Hügellandschaft mit See sowie aktiver und ruhigerer Nutzungszonen vorsieht. Als 2. Bauabschnitt wurde der südliche Teil des Krupp-Parks als Sportanlage realisiert.

Der südliche Krupp-Park (3. Bauabschnitt) wird sich überwiegend als vielgestaltiger Wald mit gestuften Waldrändern und Lichtungen darstellen und viel Raum für ruhigere Erholungsformen und Naturerleben inmitten der Stadt bieten. Der rund 10 Hektar große Krupp-Park Süd schließt südlich der Altendorfer Straße an den bereits fertiggestellten Krupp-Park Nord an. Eine rund ein Hektar große Teilfläche wurde bereits 2012 im Zusammenhang mit dem Krupp-Park Nord mit Mitteln von GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierung) für den Ausbau des Bertold-Beitz-Boulevards und der Städtebauförderung ausgebaut.

So ergänzen sich die beiden Teile des Parks in ihren Funktionen und Nutzungsangeboten, bleiben dabei durch die Verwendung identischer Gestaltungsmittel und –formen als "Gesamtwerk" erkennbar und erlebbar.

Der Krupp-Park ist Voraussetzung für die städtebauliche Entwicklung im Bereich Weststadt und Altendorf und trägt wesentlich zur Adressbildung des Dienstleistungsstandorts bei. Zudem ist dadurch ein verbindendes Element zwischen dem Stadtteil Altendorf im Westen und der Innenstadt im Osten entstanden.

Der Bau des Krupp-Parks ist zum Teil durch Städtebaufördermittel im Rahmen des "Soziale Stadt" Gebiets Bochold / Altendorf-Nord finanziert worden.

Grünanlage auf dem aufgegebenen Standort des Abzweigs der Hauptschule Bochold - Haus-Berge-Straße

Ausgangssituation und ursprüngliche Planung

Der Abzweig der Hauptschule Bochold am Schulstandort Haus-Berge-Straße 205a wurde am 31.07.2006 aufgegeben und die Schulgebäude wurden abgerissen. Zusammen mit der ehemaligen Schulerweiterungsfläche ist eine zwei Hektar große ungenutzte Fläche im Planbereich Haus-Berge-Straße/Bocholder Straße entstanden. In Verbindung mit der Renaturierung des Borbecker Mühlenbaches, der das Plangebiet unmittelbar tangiert, wurde in der Fläche eine Chance zur Entwicklung von attraktiven Wohnbauflächen zur Stärkung der Wohnfunktion des Stadtteils Bochold gesehen.

Die Bürgerinitiative Bochold-Borbeck hat sich ebenfalls mit der Fläche befasst und ein eigenes Konzept zur Gestaltung des Geländes erarbeitet, welches in einer öffentlichen Veranstaltung im Februar 2008 vorgestellt wurde. Zur weiteren Konkretisierung der Rahmenplanung fand am 28.11.2009 eine Bürgerbeteiligung statt. Die im Rahmen des Workshops erarbeiteten Vorschläge zur Parkgestaltung standen im engen Zusammenhang zur städtebaulichen Entwicklung für diesen Bereich. Ein entsprechender Bebauungsplan sollte aufgestellt werden.

Im Rahmen der Grundlagenermittlung wurden jedoch Belastungen durch Altlasten und Baugrundprobleme festgestellt, die der baulichen Entwicklung und Vermarktung der städtischen Flächen entgegenstanden.

Neuausrichtung der Planung und Umsetzung

Die wichtigsten grünplanerischen Ziele konnten jedoch verwirklicht werden. Aspekte der Sicherheit und die Vernetzung an die benachbarten Straßen und Grünanlagen, auch mittels einer Brücke über den Borbecker Mühlenbach hinweg, wurden dabei berücksichtigt. Zusätzlich sind Treffpunkte innerhalb der Grünfläche sowie Sitzmöglichkeiten und eine Verbesserung der Erschließung des Kindergartens entstanden.

Die Herstellung der Grünfläche und der Bau der Brücke über den Borbecker Mühlenbach wurden durch Städtebaufördermittel im Rahmen des "Soziale Stadt" Gebiets Bochold/Altendorf-Nord finanziert.

Die Maßnahme ist Ende 2019 abgeschlossen worden.

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