Kinderschutz in Corona-Zeiten – im Zweifel das Jugendamt anrufen

Essener Jugendhilfe appelliert an die Nachbarschaft zur Wachsamkeit und bietet Unterstützung für Familien

17.12.2020

Geschlossene Schulen und Kitas, Kontaktverbote, gestresste Familien: Von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind viele Kinder und Jugendliche in Essen besonders betroffen. "Wir sind weiter für Essener Kinder und Familien aktiv", sagt Carsten Bluhm, Leiter des Allgemeinen Dienstes des Jugendamtes der Stadt Essen. Hausbesuche bei akuten Gefahren gehen weiter." Sorge bereitet der Essener Jugendhilfe das reduzierte Netzwerk zur Sicherung des Kindeswohls aus Kitas, Schulen und Ärzten. "Wir gehen davon aus, dass sich die krisenhaften Situationen in Familien verstärken." Das Jugendamt appelliert an alle Bürger*innen, zu melden, wenn Gefährdungen von Kindern beobachtet werden. Laute Geräusche aus der Nebenwohnung wie Getrappel oder laute Kindermusik seien kein Hinweis auf Kindeswohlgefährdung.

Kinder- und Jugendnottelefon unter 26 50 50 auch während der Feiertage

Für Kinder und Jugendliche, die in Essen in Not geraten, gibt es eine Telefonnummer, unter der sie rund um die Uhr Rat, Hilfe und Schutz bekommen können. 26 50 50 lautet die Nummer, die auch während der Weihnachtsfeiertage aktiv ist. Auch Eltern und Angehörige, die unmittelbar Rat und Hilfe benötigen, können dort jederzeit anrufen. Jugendamt und Diakoniewerk Essen teilen sich den Dienst am Telefon.

Gemeinsames Familienberatungstelefon für Kinder, Jugendliche und Eltern unter 88 51 033

Die Corona-Pandemie hat den Alltag aller Familien verändert. Kinderbetreuungen und Schulen sind phasenweise geschlossen. Fehlende Freizeitangebote, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Quarantänemaßnahmen stellen Essener*innen vor große Herausforderungen. "Ängste und Sorgen um Gesundheit oder Zukunft auf Seiten der Eltern treffen auf Langweile und auch Sorgen bei Kindern oder Jugendlichen. Das Familienleben steht vor einer Belastungsprobe, die zu Stress, Konflikten und Krisen in Familien führen kann", erklärt Petra Kogelheide, Leiterin des Jugendpsychologischen Instituts der Stadt Essen. Jugendliche haben verstärkt Zukunftsängste, Kinder Sorgen um die Gesundheit ihrer Familienangehörigen. Förderangebote für die Kinder fallen weg, ebenso soziale Kontakte, Freunde treffen, Sport und vieles mehr. Die Essener Familien- und Erziehungsberatungsstellen sowie die Schulberatungsstelle stellen Essener Familien gemeinsam ein unkompliziertes Angebot zur Verfügung. Seit April gibt es das Familienberatungstelefon. Unter der Nummer 88 51 033 erreichen Kinder, Jugendliche und Eltern die Fachkräfte wie Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen.

Das Team unterstützt Eltern, Kinder und Jugendliche beim Finden von Lösungen und beim Meistern kleiner und größerer familiärer Krisen. Auch Beschäftigungsangebote, Informationen zur Tagesstruktur, Fragen zum Lernen und zur Hausaufgabenunterstützung oder Tipps zu Gesprächen mit Kindern über die Corona-Erkrankung können dort erfragt werden. Das gemeinsame Familienberatungstelefon ist von 9 bis 16 Uhr an allen Wochentagen erreichbar. Die Beratung erfolgt freiwillig, vertraulich und kostenfrei bis zum 22. Dezember, ab dem 4. Januar 2020 ist das Familienberatungstelefon wieder aktiv.

Tipps zur Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen zu Hause

Das Jugendamt hat gemeinsam mit der Essener Jugendhilfe unter www.essen.de/leben/einstieg_fuer/kinder/beschaeftigungstipps_fuer_kinder_und_jugendliche.de Tipps zur Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen zusammengestellt.

Weitere Beratungsangebote der Stadt Essen sind auf www.essen.de/coronavirus_beratung zu finden.

Kurz-URLs zum Coronavirus-Informationsangebot der Stadt Essen

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