Coronavirus: Regelungen zur Quarantäne

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist die Identifizierung und Unterbrechung von Infektionsketten von besonderer Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, Personen mit positivem Testergebnis und Verdachtsfälle schnell zu isolieren und weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Dazu trägt die Corona-Test- und Quarantäneverordnung NRW bei, die bis vorerst 28. Oktober gilt und die Quarantäneregelungen vereinheitlicht. Sie verkürzt den Informationsweg, entlastet die Behörden und sorgt zudem für eine Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens für die Betroffenen. Neben den behördlich angeordneten Quarantänen im Einzelfall gelten somit automatische Quarantänen für bestimmte Personengruppen.

Für Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe, der Sozialhilfe und Betreuungsgruppen nach der Anerkennungs- und Förderungsverordnung gelten die Regelungen der jeweils aktuellen Allgemeinverfügung der Landesregierung.

Das Land regelt Bußgelder bei Verstößen gegen die Corona-Test- und Quarantäneverordnung NRW einheitlich in einem Bußgeldkatalog.

Quarantäne: das Wichtigste auf einen Blick

Wer muss in Quarantäne?

In Quarantäne müssen:

  • Personen, die sich einem PCR-Test unterzogen haben, bis zum Vorliegen des Testergebnisses
  • Personen mit einem positiven PCR-Test
  • Personen mit positivem Coronaschnelltest, bis zum Vorliegen eines PCR-Testergebnisses
  • Personen, die mit einer positiv getesteten Person (PCR-Test oder Coronaschnelltest) in einem Haushalt leben.
    • Ausgenommen davon sind nach der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung Personen, bei denen eine Immunisierung besteht (mehr zu den Erleichterungen für Geimpfte und Genesene).
      • Treten allerdings innerhalb von 10 Tagen ab Vorliegen der Quarantänevoraussetzungen Krankheitssymptome auf, müssen auch diese Personen unverzüglich in Quarantäne und sich testen lassen.
    • Diese Ausnahme gilt auch für immunisierte Beschäftigte in Gesundheitsberufen, Sie dürfen bei Symptomfreiheit auch während der Quarantäne ihrem Beruf nachgehen. Regelmäßige Testungen müssen dies zusätzlich absichern.
    • Diese Ausnahme gilt nicht für Patient*innen in medizinischen Einrichtungen und Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen: Sie müssen sich während des Aufenthalts in der Einrichtung, maximal aber für 10 Tage ab Vorliegen der Quarantänevoraussetzungen in der Einrichtung bestmöglich gegenüber den anderen Patient*innen absondern und Kontakte, die nicht zwingend erforderlich sind, zu diesen Personen vermeiden sowie die Hygiene-und Infektionsschutzmaßnahmen strikt einhalten, soweit dem nicht eine medizinische oder ethische Ausnahmesituation entgegensteht.
    • In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sind im Einzelfall Ausnahmen möglich.
  • Kontaktpersonen aus anderen Haushalten, wenn das Gesundheitsamt es im Einzelfall anordnet.

Personen mit einem positiven Coronaselbsttest müssen unverzüglich einen PCR-Kontrolltest durchführen lassen. Bis zum Erhalt des Ergebnisses des Kontrolltests müssen sie sich bestmöglich absondern und unmittelbare Kontakte zu anderen Personen, die nicht zwingend erforderlich sind, vermeiden.

Reisende aus Risikogebieten müssen zudem die für sie geltenden Quarantänepflichten beachten. Zu weiteren Informationen für Reisende.

Das örtliche Gesundheitsamt kann individuelle Anordnungen zur Quarantäne treffen, die über diese Regelungen vorgehen. Dies gilt insbesondere bei Verdacht auf oder nachgewiesener Infektion mit einer besorgniserregenden SARS-CoV-2-Variante.

Wann endet die Quarantäne?

Das Ende einer Quarantäne richtet sich nach der Anordnung des Gesunheitsamtes oder den Regelungen der Corona-Test- und Quarantäneverordnung NRW.

Die Quarantäne endet in der Regel:

  • für Personen mit negativem PCR-Test, wenn sie sich nicht in einer bestehenden behördlich angeordneten Quarantäne befinden
  • für Personen mit positivem PCR-Test und ohne Krankheitssymptome frühestens 14 Tage nach dem ersten Test. Zusätzlich muss am letzten Tag der Quarantäne ein negativer Coronaschnelltest vorliegen.
  • für Personen mit positivem PCR-Test und mit Krankheitssymptomen verlängert sich die 14-tägige Quarantäne, bis die Symptome über einen ununterbrochenen Zeitraum von 48 Stunden nicht mehr vorliegen. Zusätzlich muss am letzten Tag der Quarantäne ein negativer Coronaschnelltest vorliegen bzw. bei schweren Verläufen ein negativer PCR-Test.
  • für Personen mit positivem Coronaschnelltest, wenn ein PCR-Test negativ ausfällt. Ohne einen PCR-Test endet die Quarantäne, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen oder während der Quarantäne auftreten, frühestens jedoch 14 Tage nach dem Test. Liegen Symptomen vor, verlängert sich die 14-tägige Quarantäne bis die Symptome über einen ununterbrochenen Zeitraum von 48 Stunden nicht mehr vorliegen.
  • für Personen mit nachgewiesener Immunisierung durch vollständige Impfung nach fünf Tagen und Durchführung einer abschließenden PCR-Testung, wenn nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts eine vorzeitige Beendigung aufgrund der Testergebnisse in Betracht kommt und keine Symptome vorliegen.
  • für Haushaltangehörige 10 Tage nach dem Test des positiv getesteten Haushaltsmitglieds (Primärfall), wenn keine Krankheitssymptome vorliegen oder während der Quarantäne auftreten. Bei symptomlosen Personen muss die Quarantäne vorbehaltlich besonderer infektiologischer Gründe im Einzelfall durch eine Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamts vorzeitig beendet werde, wenn
    • die betreffende Person ein negatives Testergebnis eines PCR-Tests, der frühestens am fünften Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt
    • die betreffende Person ein negatives Ergebnis eines qualifizierten Coronaschnelltests, der frühestens am fünften Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt und sie nachweislich aufgrund gesetzlicher Regelung oder behördlicher Anordnung mindestens zwei Mal pro Woche an verpflichtend vorgesehenen regelmäßigen Corona-Testungen teilnimmt
    • die betreffende Person ein negatives Testergebnis eines qualifizierten Coronaschnelltests der frühestens am siebten Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt
  • Für Haushaltangehörige endet die Quarantäne auch, wenn der per Coronaschnelltest positiv getestete Primärfall daraufhin bei einem PCR-Test ein negatives Ergebnis erhält. Das Gesundheitsamt kann abweichende Regelung für Haushaltsangehörige treffen.
  • Für Kontaktpersonen ergibt sich die Dauer der Quarantäne aus der entsprechenden Anordnung. Sie soll in der Regel 10 Tage betragen. Bei symptomlosen Personen muss die Quarantäne vorbehaltlich besonderer infektiologischer Gründe im Einzelfall durch eine Entscheidung der zuständigen Behörde vorzeitig beendet werde, wenn
    • die betreffende Person ein negatives Testergebnis eines PCR-Tests, der frühestens am fünften Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt
    • die betreffende Person ein negatives Ergebnis eines qualifizierten Coronaschnelltests, der frühestens am fünften Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt und sie nachweislich aufgrund gesetzlicher Regelung oder behördlicher Anordnung mindestens zwei Mal pro Woche an verpflichtend vorgesehenen regelmäßigen Corona-Testungen teilnimmt
    • die betreffende Person ein negatives Testergebnis eines qualifizierten Coronaschnelltests der frühestens am siebten Tag der Quarantäne durchgeführt wurde, vorlegt

Wenn das Gesundheitsamt eine Anordnung der Quarantäne im Einzelfall oder für eine definierte Gruppe (Clusterquarantäne) getroffen hat, dann gilt das damit verbundene Enddatum. Dies gilt insbesondere bei Verdacht auf oder bei einer nachgewiesenen Infektion mit einer besorgniserregenden SARS-CoV-2-Variante. Diese veröffentlicht das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite.

Qualitativ hochwertige Antigen-Schnelltest, die als qualifizierte Coronaschnelltests bezeichnet werden und zur vorzeitigen Beendigung einer Quarantänemaßnahme von Haushaltsangehörigen oder Kontaktpersonen genutzt werden können, weist das Paul-Ehrlich-Institut hier aus.

Wen muss ich informieren?

Personen mit einem positiven PCR-Test oder Coronaschnelltest müssen unverzüglich alle Personen informieren, mit denen sie in den vier Tagen vor dem Test oder seit der Durchführung engen persönlichen Kontakt hatten. Das sind Personen, mit denen länger als 15 Minuten und mit weniger als 1,5 Metern Abstand ein Kontakt bestand, wobei beide keine Maske getragen haben. Ebenfalls zu den Kontaktpersonen zählen alle, mit denen ein*e Betroffene*r längere Zeit in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum verbracht hat. Diese Kontaktpersonen müssen die Betroffenen ebenfalls dem Gesundheitsamt melden, damit es bei Bedarf weitere Maßnahmen treffen kann. Die Stadt Essen stellt eine Vorlage für Kontaktlisten (pdf, 1040 kB) ReadSpeaker zum Download bereit. Diese können Betroffene dem Gesundheitsamt mit dem entsprechenden Vordruck per E-Mail an kontaktlisten@gesundheitsamt.essen.de oder per Fax an 0201 88 53889 übermitteln.

Die Betroffenen müssen das zuständige Gesundheitsamt über die Verlängerung der Quarantäne und deren Ende informieren.

Personen, die mit einer positiv getesteten Person (PCR-Test) in einem Haushalt leben, müssen das Gesundheitsamt über den Beginn der Quarantäne oder ihre Immunisierung (Ausnahme von Genesenen und Geimpften) informieren. Sie müssen es zudem unverzüglich telefonisch kontaktieren, wenn sie Krankheitszeichen zeigen, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen. Dafür ist das Bürgertelefon montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter 0201 88 88999 erreichbar. Entfällt für sie aufgrund eines vollständigen Impfschutzes gemäß RKI Definition und des Nichtvorliegens von Symptomen die Quarantänepflicht, so müssen sie das Gesundheitsamt darüber informieren.

Andere Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne befinden, müssen das Gesundheitsamt über das Bürgertelefon sofort telefonisch kontaktieren, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hindeuten.

Welche Regeln gelten in der Quarantäne?

Personen, für die eine Quarantäne gilt, müssen sich zu Hause und abgeschottet von anderen aufhalten. Sie dürfen insbesondere keinen Besuch empfangen. Zudem sollen sie den Kontakt mit Personen des eigenen Haushalts möglichst gering halten, wenn diese nicht selbst in Quarantäne und auf Unterstützung angewiesen sind.

Ist ein Kontakt unbedingt nötig, müssen die Betroffenen grundsätzlich eine medizinische Maske tragen, wenn nicht nicht ausnahmsweise eine Ausnahme besteht (z. B. medizinische Gründe). Gehört ein Balkon, eine Terrasse oder ein Garten zur Häuslichkeit, dürfen Personen, die in Quarantäne sind, sich dort aufhalten, wenn der Bereich nur von ihnen oder Personen, die mit ihnen zusammenleben, genutzt wird.

Darüber hinaus gelten für Personen in Quarantäne bestimmte Verhaltensregeln, die das Robert Koch-Institut im Hinweisblatt "Häusliche Isolierung bei bestätigter Covid 19-Infektion" zusammenfasst.

Personen, denen die Personensorge für geschäftsunfähige oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkte Personen zukommt, die in Quarantäne müssen, müssen dafür Sorge tragen, dass die Pflichten, die sich aus der Quarantäneverordnung ergeben, erfüllt werden. Dies gilt ebenso für gesetzliche Betreuer*innen von quarantänepflichtigen Personen, wenn dies zu ihren Aufgaben gehört.

Quarantänepflichtige Personen unterliegen der Beobachtung durch das Gesundheitsamt. Individuelle Anordnungen zur Quarantäne von örtlichen Ordnungs- oder Gesundheitsbehörden haben Vorrang vor den Regelungen der Corona-Test- und Quarantäneverordnung NRW.

Gibt es Ausnahmen für die Quarantäne?

Ausnahmen von der Quarantänepflicht sind möglich, jedoch nur in Abstimmung mit der örtlichen Ordnungsbehörde und dem Gesundheitsamt. Auch zum Schutz von Leib und Leben, zum Beispiel bei einem Hausbrand oder akuten medizinischen Notfall, darf die Quarantäne verlassen werden. Für die Durchführung eines Tests auf das Coronavirus und die dafür nötige Hin- und Rückfahrt darf die Quarantäne ebenfalls unterbrochen werden.

Welche Tests auf das Coronavirus gibt es?

Bei den Testverfahren auf das SARS-CoV-2-Virus wird zwischen molekularbiologische Tests ("PCR-Test") und PoC-Antigen-Tests ("Coronaschnelltest") unterschieden.

PCR-Testungen gehören zu den Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Dafür werden die Proben nach dem Abstrich in ein Labor gebracht, wo das das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt.

Antigen-Tests weisen die Eiweißstrukturen des Coronavirus nach. Dazu werden die Proben nach einem Abstrich auf einen Teststreifen gegeben. Ist das Coronavirus in der Probe enthalten, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. In diesem Fall wird eine Verfärbung auf dem Teststreifen sichtbar.

Während für PCR-Testungen ca. vier bis fünf Stunden zuzüglich Transportzeit, Vorbereitungszeit und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen hohen Probeaufkommens anfallen, liefert der Coronaschnelltest in weniger als 30 Minuten ein Ergebnis. Zudem ist er aufgrund seiner leichten Handhabung auch außerhalb von Laboren einsetzbar, z.B. in Pflegeeinrichtung.

Da Antigen-Tests weniger sensitiv als PCR-Testungen sind, ist eine größere Virusmenge für ein positives Ergebnis nötig. Daher schließt ein negatives Antigen-Testergebnis die Möglichkeit einer Coronavirus-Infektion nicht aus. Ein positives Antigen-Test-Ergebnis muss zudem über einen PCR-Test bestätigt werden, da es häufiger zu positiven Ergebnissen bei gar nicht infizierten Personen kommt.

Zudem gibt es Selbsttests auf das Coronavirus, die im Einzelhandel verfügbar sind. Dabei handelt es sich um frei verkäufliche Antigen-Tests. Sie weisen ein Virusteil (Antigen) nach und fallen insbesondere dann positiv aus, wenn man akut erkrankt ist.

Coronatests: Weitere Informationen und Teststellen

Die Stadt Essen hat umfangreiche Informationen zu den Coronatests und Teststellen zusammengefasst.

Zu den weiteren Informationen

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