Coronavirus: Informationen zur Impfung

Am 27. Dezember 2020 starteten in Essen die freiwilligen Impfungen gegen das Coronavirus. Für die Terminvereinbarung sowie die medizinische Aufklärung und die eigentliche Impfung ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Da zu Beginn noch nicht ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung steht, wurde eine Reihenfolge der zu impfenden Personen festgelegt.

Ablauf der Impfung im Impfzentrum Essen

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

COVID-19 ist eine Erkrankung, die durch die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auftreten kann. Der Krankheitsverlauf variiert hinsichtlich Symptomatik und Schwere: Es können asymptomatische, symptomarme oder schwere Infektionen auftreten, die bis zum Tod führen können. Ein Teil der COVID-19-Patient*innen hat sich auch Wochen oder Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht wieder erholt.

Da das Virus auch durch asymptomatische Personen übertragen werden kann und generell sehr leicht übertragbar ist, breitet es sich schnell aus. Durch eine Impfung kann das Infektions- und Erkrankungsrisiko sehr stark reduziert werden. Sie trägt somit zum individuellen Schutz sowie zur Eindämmung der Pandemie bei und wird es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Dafür muss zunächst jedoch ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickeln. Durch die Impfung und damit verbundene Immunisierung wird so auch das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen sehr stark reduziert.

Wer wird zuerst geimpft?

Bei der Verteilung des Impfstoffs muss ein bestmöglicher Schutz für exponierte und vulnerable Gruppen ermöglicht und gleichzeitig die Weiterverbreitung des Virus möglichst effektiv verhindert werden.

So sollen zunächst die Personen geimpft werden, für die ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht – beispielsweise ältere und vorerkrankte Personen – oder Personen, die ein besonderes Infektionsrisiko haben, weil sie mit dem Coronavirus in Kontakt kommen, wie medizinisches Personal.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat eine Empfehlung gegeben, abschließend geregelt wird die Verteilung des Impfstoffes über die bundesweite Coronavirus-Impfverordnung, die durch die Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung geändert wurde. Sie sieht einer feste Reihenfolge von Personengruppen bei der Impfung vor. Die Einteilung erfolgt für Personengruppen mit der höchsten, mit hoher und mit erhöhter Priorität.

Empfiehlt die STIKO Impfstoffe ausschließlich für Personen über 18 bzw. unter 65 Jahren, sollen diese vorrangig mit diesen Impfstoffen versorgt werden. Werden bestimmte Impfstoffe für Personen unter 18 oder über 65 Jahren empfohlen, sollen diese Personen bei der Versorgung mit diesen Impfstoffen vorrangig berücksichtigt werden.

Personen ab 80 Jahre können getrennt nach Geburtsjahrgängen, beginnend mit den ältesten Jahrgängen, zeitversetzt zur Schutzimpfung eingeladen werden.

Mit einem Erlass hat das NRW-Gesundheitsministerium am 6. Februar geregelt, dass entsprechend der Impfverordnung des Bundes in der Prioritätengruppe 1 nur die über 80-Jährigen und Personen ab 65 Jahren Anspruch auf eine Schutzimpfung mit den mRNA-Impfstoffen von BioNTech oder Moderna haben. Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die laut Impfverordnung in den weiteren priorisierten Gruppen aufgeführt sind, haben Anspruch auf eine Impfung mit dem Vektorviren-Impfstoff von AstraZeneca. Zweitimpfungen erfolgen immer mit dem Impfstoff, der bereits für die Erstimpfung verwendet wurde.

Das Lagezentrum Untere Gesundheitsbehörde der Stadt Essen koordiniert die Impfangebote und die Terminvergabe für die weiteren priorisierten Personen zwischen 18 und 64 Jahren und kontaktiert sie entsprechend. Ihre Impfungen erfolgen seit 10. Februar in Abhängigkeit von der Menge des gelieferten Impfstoffs.

Prof. Dr. Ulf Dittmer informiert zum Impfstoff AstraZeneca (26.02.2021)

Am 19. Februar hat das NRW-Gesundheitsministerium einen neuen Erlass zur Impfung der Bevölkerung gegen COVID-19 veröffentlicht. Darin ist geregelt, dass weitere Impfangebote für Beschäftigte der Priorisierungsstufe 1 erfolgen sollen. Die Stadt Essen bereitet die Impfangebote für Beschäftigte der Gruppen vor, die geimpft werden können, sobald der Impfstoff geliefert wird. Für eine Terminvergabe für die laut Impfverordnung priorisierten Berufsgruppen sind die Impfzentren zuständig. Das Impfzentrum Essen wird die entsprechenden Berufsgruppen für eine Terminvereinbarung kontaktieren. Es werden entsprechende Zeiten und Slots vergeben, an denen diese das Impfzentrum Essen aufsuchen können. Entsprechende Arbeitgeberbescheinigungen müssen als Nachweis für die Impfberechtigung mitgebracht werden.

Es wird klargestellt, dass soweit gemäß Ziffer 3 des Erlasses vom 5. Februar 2021 (Zahn-)Ärztinnen*Ärzten, die in Schwerpunktpraxen vorrangig Corona-Patientinnen*Patienten behandeln, ein Impfangebot zu unterbreiten ist, hiervon ausschließlich (Zahn-)Ärztinnen*Ärzte umfasst sind, die Patientinnen*Patienten wegen ihrer COVID-19-Infektion behandeln oder die aerosolgenerierende Tätigkeiten (z. B. Bronchoskopie, Laryngoskopie, Abnahme von Sputumproben, In- und Extubation, zahnärztliche Tätigkeiten) durchführen.

Darüber hinaus können nun Impfungen in teilstationären Einrichtungen, Tagespflegen, Wohngemeinschaften nach § 24 Absatz 1 WTG, Demenz-WGen, Beatmungs-WGen vereinbart werden. Für Impfungen in diesen Einrichtungen steht jetzt auch der Impfstoff Moderna zur Verfügung. Sobald Erstimpfungen bei diesen Personengruppen abgeschlossen sind, kann auch Senior*innen in Einrichtungen des Betreuten Wohnens ein Impfangebot in den Einrichtungen gemacht werden.

Einzelfallentscheidungen bei Coronaschutzimpfung:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat am 26. Februar seine Regelungen zum Umgang mit Einzelfallentscheidungen im Rahmen der Coronaschutzimpfung veröffentlicht. Grundvoraussetzung dafür ist das Vorliegen eines qualifizierten ärztlichen Zeugnisses, das nicht vor dem 8. Februar 2021 datiert sein darf. Das Land NRW benennt einen bestimmten Personenkreis, der für diese Einzelfallentscheidungen infrage kommt. Ausgenommen von diesem Verfahren sind beispielsweise ausdrücklich diejenigen chronisch Kranken, die in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes bereits anderweitig genannt werden.
Mehr Details dazu in der Pressemeldung des Landes

Der Antrag auf eine Einzelfallentscheidung soll bei den zuständigen Städten und Kreisen eingereicht werden. Bestehen Zweifel an der ärztlichen Beurteilung, kann der Antrag zur Prüfung an die Deutsche Rentenversicherung weitergeleitet werden.

Wie der Erlass im Detail in Essen umgesetzt wird, wird schnellstmöglich geplant und die Essener Bürger*innen umgehend darüber informiert.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Verteilung von COVID-19-Impfstoffen erfolgt über Impfzentren, die von den Bundesländern eingerichtet werden. Zusätzlich gibt es mobile Impfteams, die beispielsweise in stationären Pflegeeinrichtungen Impfungen durchführen. Bei der Impfung in Einrichtungen wie Krankenhäusern ist auch der Einsatz von Betriebsärzten*ärztinnen für die Impfung eine Option.

In Essen wurde ein zentrales Impfzentrum in der Halle 4 der Messe Essen eingerichtet, in unmittelbarer Nähe der Grugapark-Therme.

Wie bekomme ich einen Termin im Essener Impfzentrum?

Personen, die in Alten- oder Pflegeeinrichtungen leben, benötigen keinen Termin im Impfzentrum. Dieser wird über die mobilen Teams direkt mit den Einrichtungen abgestimmt.

Die Terminvergabe für das Impfzentrum Essen regelt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein über die Patientenhotline 0800 116 117 01 (8 bis 22 Uhr) und online auf www.116117.de bzw. termin.corona-impfung.nrw. Die Terminvereinbarung für die über 80-Jährigen ist seit 25. Januar möglich.

Wer telefonisch oder online einen Termin für das Impfzentrum Essen bucht, benötigt eine Registrierung. Diese ist Voraussetzung dafür, dass die Dokumente für die Impftermine vor Ort zugesandt werden können:

Jeder Impfling erhält eine Einladung zum Termin, einen sogenannten Anamnesebogen, der idealerweise ausgefüllt mitgebracht wird, sowie einen Aufklärungsbogen, der gut durchgelesen und ebenfalls möglichst unterschrieben ins Impfzentrum mitgenommen werden muss. Darüber hinaus gibt es noch Hygienehinweise zum Besuch im Impfzentrum, wo die Maskenpflicht gilt. Zum Impftermin zwingend mitbringen müssen die Bürger*innen die Terminbestätigung sowie ihren Lichtbildausweis.

Für die Impfung muss eine Impfberechtigung nachgewiesen werden. Sind Bürger*innen aufgrund ihres Alters berechtigt, geimpft zu werden, reicht dafür ein Lichtbildausweis. Sollten Vorerkrankungen vorhanden sein, ist ein ärztliches Zeugnis notwendig. Bürger*innen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit impfberechtigt sind, müssen eine Bescheinigung des*der Arbeitsgebers*Arbeitgeberin nachweisen. Bürger*innen, die enge Kontaktperson sind, benötigen eine Bestätigung der pflegebedürftigen oder schwangeren Person.

Je nach Impfstoff ist es möglich, dass für einen vollständigen Schutz eine zweite Impfdosis notwendig ist. Bei einigen Impfstoffen ist eine Zweitimpfung nach exakt 21 Tagen notwendig, bei anderen nach 28 Tagen. Sowohl der erste als auch der zweite Termin wird über die Patienten-Hotline oder online vereinbart.

Wie läuft die Impfung im Essener Impfzentrum ab?

Den Impflingen wird empfohlen, pünktlich zu ihrem Termin zu erscheinen. Sie sollten jedoch nicht zu früh kommen, da es im Impfzentrum keinen Wartebereich vor dem Einlass gibt. Für einen reibungslosen Ablauf ohne Warteschlangen und ohne Menschenansammlungen ist es daher am besten, wenn die Bürger*innen zur vereinbarten Uhrzeit erscheinen.

Impflinge, die liegend transportiert werden müssten, können derzeit nicht im Impfzentrum Essen geimpft werden. Es gibt keine Rollliegen vor Ort und es muss insofern eine Mobilität vorhanden sein, die es erlaubt, den Weg durch das Impfzentrum mit geringer Unterstützung zu schaffen.

Für gehbehinderte Menschen stehen für den Weg durch das Impfzentrum Rollstühle zur Ausleihe bereit. Ehrenamtliche unterstützen die Bürger*innen zudem bei Bedarf bei ihrem Gang durch das Impfzentrum. Alle Impflinge dürfen grundsätzlich nur eine Begleitperson mit ins Impfzentrum bringen und dort gelten die Maskenpflicht und das Abstandsgebot.

Im Impfzentrum Essen sind sogenannte "Impfstraßen" eingerichtet, die jeder Impfling durchläuft:

Anmeldung
Bei der Einlasskontrolle wird per Stirnthermometer Fieber gemessen, da Menschen mit Krankheitssymptomen von der Impfung ausgeschlossen sind. Danach wird die Terminbestätigung überprüft.

Registrierung
Im Wartebereich erfolgt die Registrierung des Impflings. Dort haben die Bürger*innen Zeit, die notwendigen Unterlagen auszufüllen, die ihnen die Kassenärztliche Vereinigung (KVNO) nach der Vereinbarung des Impftermins zum Download zur Verfügung gestellt hat. Dies können sie aber auch bereits im Vorfeld bequem zu Hause erledigen, denn dies beschleunigt den Prozess im Impfzentrum. Anschließend wird ihnen eine freie Impfstraße zugewiesen.

Impfung, bei Bedarf Aufklärungsgespräch
Ein Arzt überprüft die ausgefüllten Dokumente und führt auf Wunsch ein ausführliches Aufklärungsgespräch durch. Im Anschluss erfolgt die eigentliche Impfung.

Nachbeobachtung
In einem speziellen Wartebereich nehmen geimpfte Personen noch einmal Platz. Dort werden sie nach der Impfung mindestens 30 Minuten beobachtet, ob eine akute Impfreaktion auftritt. In dieser Zeit kann auf mögliche Nebenwirkungen reagiert werden, da medizinisches Personal vor Ort ist.

Im Anschluss an die Impfung werden die Unterlagen bzw. Kopien und ein Einlegeblatt für den Impfausweis ausgehändigt und der Impfling kann das Impfzentrum wieder verlassen.

Wie sicher sind die neuen COVID-19-Impfstoffe?

Ein Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht. Nach seiner Zulassung erfolgt eine ständige Kontrolle ("Surveillance") zum Erfassen der Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen. Nebenwirkungen und Impfreaktionen werden in Deutschland zentral – und herstellerunabhängig – vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfasst. Durch die Zusammenfassung von nationalen und internationalen Beobachtungen wird sichergestellt, dass auch Risiken von Impfstoffen erfasst werden, die so selten sind, dass sie erst bei einer sehr großen Anzahl durchgeführter Impfungen sichtbar werden.

Auch bei einem neuen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 ist es möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen – z. B. ein Fall von mehr als 10.000 Geimpften – erst im Verlauf der Surveillance erfasst werden. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) haben angekündigt, den Zulassungsprozess aufgrund der Dringlichkeit in einzelnen Punkten zu vereinfachen. Dabei bleibt die Sicherheit der Impfstoffe jedoch oberste Priorität.

Antworten auf weitere häufig gestellte Fragen rund um die Coronavirus-Schutzimpfung

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die in Essen für die Terminvereinbarung, die medizinische Aufklärung und die eigentliche Impfung zuständig ist, hat Antworten auf zahlreiche Fragen zur Terminvereinbarung und damit verbundenen technischen Problemen sowie zu weiteren organisatorischen Aspekten zusammengestellt.

Zu den FAQ auf der Website der KVNO

Dr. Stefan Steinmetz von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein beantwortet Fragen zur Impfung gegen das Coronavirus (Stand: 01.02.2021)

Bürgertelefon zur Corona-Schutzimpfung des Landes NRW

Telefonnummer: 0211 9119-1001
Montag bis Freitag: 8 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 18 Uhr

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