Hilfen für Menschen aus der Ukraine: Gesundheit

Stand: 05.10.2022

Krankenhilfe

Solange Flüchtlinge keiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen, besteht in der Regel kein Krankenversicherungsschutz. Geflüchtete Menschen können in der Servicestelle Flüchtlinge, Steubenstraße 53, Behandlungsscheine für eine ärztliche Versorgung im Rahmen der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten, wenn ein dringender medizinischer Behandlungsbedarf besteht. Darüber hinaus werden im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und Entbindung alle erforderlichen Hilfen übernommen.

Bei Erhalt von Leistungen nach dem SGB II nach dem Wechsel in die Zuständigkeit des JobCenters Essen werden ukrainische Geflüchtete gesetzlich krankenversichert.

Ausländische Student*innen sind gesetzlich verpflichtet, in Deutschland eine Krankenversicherung für Student*innen abzuschließen. Bachelor- oder Masterstudent*innen unter 30 Jahren können in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten und die gleichen Leistungen wie andere gesetzlich Krankenversicherte in Anspruch nehmen. Um eine Krankenversicherung abzuschließen, müssen sich die Student*innen an eine der Krankenkassen in Deutschland wenden, wo sie weitere Informationen über das Verfahren und die Preise erhalten. Internationale Studierende über 30 Jahre, die keinen Anspruch auf eine staatliche Krankenversicherung haben, müssen eine private Krankenversicherung abschließen.

Weitere Informationen für Studierende

Über das Portal "Arzt-Auskunft" können gezielt Mediziner*innen in Essen und Umgebung gesucht werden, die ukrainisch oder russisch sprechen. Dazu muss der entsprechende Filter bei "Sprachkenntnisse" gesetzt werden.

Impfungen und Corona

Auch alle von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Schutzimpfungen werden übernommen – hier zum Impfkalender der Stiko, auch in Ukrainisch und Russisch. Ansprechpartner*innen des Gesundheitsamtes sowie der Koordinierenden COVID-19-Impfeinheit (KoCI) sind in den Einrichtungen unterwegs, um zu beraten. Unter anderem überprüfen sie den Impfstatus und beraten zu möglichen fehlenden Schutzimpfungen. Kinder sind häufig nicht gegen Masern geimpft und in der Ukraine treten Fälle von Tuberkulose auf.

Corona-Schutzimpfung

Links zu Informationsangeboten zur Coronaschutzimpfung in ukrainischer und russischer Sprache stehen hier auf der Website der Stadt Essen zur Verfügung. Interessierte finden weiterführende Links zu Corona-Informationen auf Ukrainisch und Russisch hier.

Schwangerschaftsberatung

Eine kostenlose Beratung für Schwangere und junge Familien wird von der AWO angeboten, rund um alle Themen zu Schwangerschaft, Geburt, Schwangerschaftskonflikt, Verhütung und soziale Hilfen. Zur Beratung können auch Dolmetscher*innen organisiert werden. Zum Flyer, auch auf UKR und RUS. (pdf, 650 kB) ReadSpeaker

Kontakt:
AWO Beratungszentrum Lore-Agnes-Haus
Telefonnummer: 0201 3105-3
E-Mail: loreagneshaus@awo-niederrhein.de

Auch die Bundesstiftung Mutter und Kind bietet Hilfestellung für Schwangere an, hier zum Informationsangebot (auch in Ukrainisch und Russisch).

Hilfe bei psychischen Beschwerden, auch für Kinder und Jugendliche

Das LVR-Klinikum Essen hat seine ambulanten Hilfsangebote in einem Flyer ins Ukrainische und Russische übersetzen lassen, um auch die Geflüchteten aus der Ukraine über ihre Angebote zu informieren. Bei Bedarf können professionelle Dolmetscher*innen hinzugezogen werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass in den Ambulanzen keine langfristigen ambulanten Therapien möglich sind. Es werden Ersttermine zur Stabilisierung mit anschließenden Terminen zur Diagnostik angeboten, um dann Hilfebedarfe zu benennen und zu empfehlen. Aber gerade nach einem Trauma, wie es bei vielen Geflüchteten auftreten kann, ist eine "Erste Hilfe" oft wichtig, besonders im Akutbereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Flyer LVR Ambulanzen in Deutsch (pdf, 27 kB) ReadSpeaker

Flyer LVR Ambulanzen in Ukrainisch (pdf, 60 kB) ReadSpeaker

Flyer LVR Ambulanzen in Russisch (pdf, 59 kB) ReadSpeaker

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