Unterstützung bei hohen Energiekosten

Stand: 11.11.2022

Vor dem Hintergrund gestiegener Gas- und Energiepreise, machen sich immer mehr Bürger*innen Sorgen, wie sie insbesondere ihre Energie- und Lebenshaltungskosten bezahlen sollen. Geringe Einkommen, hohe Energiepreise und hohe Energieverbräuche – beispielsweise durch schlechte energetische Standards von alten Haushaltsgeräten oder Wohngebäuden – können schnell zu Zahlungsproblemen führen. Das gilt sowohl für die monatlichen Abschläge als auch für die Jahresverbrauchsabrechnung.

Verschiedene Stellen helfen bei Sorgen und Problemen

Wenn Menschen einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für Wärme und Haushaltsenergie aufwenden müssen oder aufgrund ihrer Einkommenssituation nicht mehr in der Lage sind, ihre Energierechnung zu bezahlen, gelten sie als von Energiearmut betroffen.

Um diesen Bürger*innen zu helfen, arbeiten die Stadt Essen, lokale Beratungsstellen und die Wohlfahrtverbände eng zusammen. So gibt es neben finanzieller Unterstützung für die Betroffenen, etwa im Rahmen von Wohngeld und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und SGB XII, auch psychosoziale Hilfsangebote.

Energie-, Miet-, Rechts- und Schuldnerberatungen finden Bürger*innen beispielsweise hier:

Erste Informationen erhalten Bürger*innen beispielsweise hier:

Eigene Ansprüche prüfen

Bürger*innen sollten sich insbesondere in der aktuellen Situation nicht scheuen, zu prüfen, ob sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben.

Wohngeld
Aktuell wird davon ausgegangen, dass mehr Essener Bürger*innen einen Anspruch auf Wohngeld haben als bisher beantragt haben. Das Wohngeld ist ein Zuschuss, der Mieter*innen oder Eigentümer*innen hilft, ihre Wohnkosten zu tragen. Dieser Zuschuss muss grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete und dem Einkommen.

Wer Wohngeld beantragen möchte, kann sich an das Amt für Soziales und Wohnen, Dienstgebäude Klinkestr. 29 - 31, 45136 Essen wenden. Die notwendigen Antragsformulare sowie den Wohngeldrechner, mit dem vorab ein möglicher Anspruch berechnet werden kann, sind auf den Internetseiten des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW zu finden. Dort ist es auch möglich, online einen Antrag zu stellen.

Die Bundesregierung hat im Zuge des dritten Entlastungspakets eine Wohngeldreform angekündigt, um angesichts der hohen Energiepreise noch mehr einkommensschwache Haushalte zu entlasten. Der Kreis der Anspruchsberechtigten wird damit also perspektivisch größer.

Leistungen nach dem SGB II und SGB XII
Reichen die Einkünfte eines Haushalts für den Lebensunterhalt dauerhaft nicht aus, können Bürger*innen einen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) oder SGB XII (z.B. Grundsicherung im Alter) haben. Die Leistungen nach dem SGB II und SGB XII umfassen den Regelbedarf, eventuelle Mehrbedarfe und den Bedarf für Unterkunft und Heizung. Leistungen können bei vorhandenem Einkommen auch aufstockend gewährt werden –also für einen Teil des Lebensunterhalts, der durch eigenes Einkommen nicht gedeckt werden kann.

Damit Bürger*innen selbst ihren Anspruch auf diese Leistungen berechnen können, hat die Stadt Essen hier auf ihre Website den ALG II-Rechner der Caritas verlinkt. Darüber hinaus hat das JobCenter Essen Informationen zum Thema "Hilfebedürftigkeit" zusammengestellt, die vorliegen muss, damit Bürger*innen Leistungen erhalten. Dabei sind insbesondere Einkommen und Vermögen zu berücksichtigen.

Zuständig für Leistungen nach dem SGB II ist das JobCenter Essen, für Leistungen nach dem SGB XII das Amt für Soziales und Wohnen: Wer bisher keine Leistungen vom JobCenter Essen erhalten hat, kann einen Antrag im Neukundenbereich am Berliner Platz stellen (mehr Infos zur Erstmeldung). Wer bisher keine Leistungen nach dem SGB XII erhalten hat, kann einen Antrag beim Amt für Soziales und Wohnen in der Steubenstr. 53 stellen (mehr Infos zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung).

Mit dem neuen Bürgergeld, das laut Bundesregierung zum 1. Januar 2023 eingeführt werden und das Arbeitslosengeld II ablösen soll, wird sich der Personenkreis der Anspruchsberechtigten weiter erhöhen.

Anspruch bei hohen Heizkostennachzahlungen

Verbraucher*innen mit niedrigem Einkommen oder Wohngeldbezieher*innen, die bisher nicht dauerhaft vom JobCenter Essen oder dem Amt für Soziales und Wohnen Leistungen beziehen, können in den Regelsystemen SGB II und SGB XII nach Erhalt einer Heizkostenabrechnung Hilfe erhalten: Im Monat der Fälligkeit kann eine etwaige Nachzahlung als Bedarf berücksichtigt werden, sodass Bürger*innen gegebenenfalls für einen Monat nach dem SGB II oder SGB XII anspruchsberechtigt werden und so einen Zuschuss zu ihrer Heizkostennachzahlung erhalten können.

Um im Vorfeld zu prüfen, ob eine Heizkostenabrechnung die eigenen Kosten der Unterkunft so weit erhöht, dass ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII besteht, können Bürger*innen in Kürze den hier auf der Website verlinkten ALG II-Rechner der Caritas nutzen. Um eine solche einmalige Leistung zu erhalten müssen Betroffene das normale Antragsverfahren des JobCenter Essen bzw. des Amtes für Soziales und Wohnen durchlaufen (siehe oben).

Sicherung der Energieversorgung

Es kommt immer wieder vor, dass Bürger*innen bei Nichtzahlung einer Energierechnung eine Sperrung der Energieversorgung angedroht wird. In vielen Fällen können sie eine Sperrung vermeiden, wenn sie mit den Energieversorger*innen eine Ratenzahlung oder Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt vereinbaren.

Die Übernahme der Energierückstände durch die Stadt Essen kann erst als allerletzte Möglichkeit in Betracht kommen – also erst, wenn eine Strom- oder Gassperrung unmittelbar bevorsteht oder bereits vorgenommen wurde. Voraussetzung dafür ist, dass Betroffene keine Möglichkeit der Selbsthilfe haben, den laufenden Abschlag gezahlt haben und die zukünftigen Abschlagszahlungen gesichert sind. In der Regel erfolgt eine solche Übernahme als Darlehen.

Für Bezieher*innen von Leistungen nach dem SGB II ist dafür das JobCenter Essen zuständig. Für Bezieher*innen von Leistungen nach dem SGB XII sowie andere Personen ist die Fachstelle Hilfen zum Wohnen beim Amt für Soziales und Wohnen zuständig.

Verhinderung von Wohnungslosigkeit

Ihr Vermieter droht mit fristloser Kündigung bei Mietrückständen? Ein drohender Wohnungsverlust kann möglicherweise durch finanzielle Hilfen (Darlehen) vermieden werden, mehr dazu im Serviceportal der Stadt Essen.

Auch dann ist für Bezieher*innen von Leistungen nach dem SGB II das JobCenter Essen zuständig. Für Bezieher*innen von Leistungen nach dem SGB XII sowie andere Personen ist das Amt für Soziales und Wohnen zuständig.

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