Je weiter Planung bzw. Ausführung voranschreiten, desto besser lassen sich die Kosten abschätzen und desto geringer wird das Kostenrisiko. Eines der größten Kostenrisiken ist häufig die dem Auge verborgen bleibende Gebäudesubstanz. Trotz aller Sorgfalt bei der Planung, können hier in der Ausführung zuvor nicht bekannt Probleme und Mängel ans Licht kommen: Häufig offenbart die alte Gebäudesubstanz erst während der Sanierung unter den alten Wand- und Bodenbelägen sowie über teilweise mehrlagigen Abhangdecken gravierende bauliche Mängel, wie schadhafte Grundleitungen, fehlende Bodenplatten, schadhafte oder fehlende Abdichtungen, durchfeuchtete Außenwände, undichte oder unbrauchbare Dachabdichtungen und Dachkonstruktionen, Brandschutzmängel und mehr. Diese müssen in der Folge beseitigt werden, sodass die Kosten steigen.
Eine weitere wichtige Rolle in Bezug auf die Kostenentwicklung spielt auch die Zeit. So ist beispielsweise der Baukostenindex des statistischen Bundesamtes für Instandhaltung an Gebäuden zwischen 2017 und 2022 von 106,6 auf 145,4 gestiegen, was alleine bereits einer Preissteigerung von 36,4 Prozent gleichkommt.
Die Qualitäten beim Schulbau kann man schlecht mit denen im privaten Umfeld vergleichen. So müssen die an den Schulgebäuden eingesetzten Baustoffe und Materialien erheblich höheren Anforderungen genügen, insbesondere in Bezug auf die vorgesehene Nutzungsdauer von bis zu 40 Jahren, Frequentierung von mehreren hundert Schülerinnen*Schülern pro Tag und Robustheit, etwa in Hinblick auf Vandalismus. Auch dies schlägt sich in den Herstellungskosten nieder.