Coronavirus: Schulen und Kitas in Essen

Entsprechend des sich dynamisch verändernden Infektionsgeschehens in Zusammenhang mit dem Coronavirus, macht das Land Nordrhein-Westfalen Vorgaben für den Betrieb von Kindertagesstätten und Schulen. Sämtliche aktuell geltenden Regelungen finden Interessierte im Detail in der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 im Bereich der Betreuungsinfrastruktur (Coronabetreuungsverordnung – CoronaBetrVO). Sie gilt bis vorerst 31. August. In Essen werden die Maßnahmen und Öffnungen in Schulen und Kitas unter Berücksichtigung der vorhandenen personellen und räumlichen Kapazitäten bestmöglich umgesetzt.

Schulen

Nach den Sommerferien: angepasster Regelbetrieb seit 12. August

Das Land Nordrhein-Westfalen hat das Konzept zur Rückkehr zum Regelbetrieb der Schulen nach den Sommerferien vorgestellt. Danach ist für alle Schüler*innen zum Schuljahr 2020/21 wieder Präsenzunterricht vorgesehen. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein, soll Unterricht auf Distanz stattfinden.

In den Räumen für den Unterricht und andere schulische Angebote muss für alle Klassen, Kurse und Lerngruppen eine feste Sitzordnung eingehalten und dokumentiert werden. Eine Ausnahme bilden dabei Ganztags- und Betreuungsangebote. Für jede Unterrichtsstunde und vergleichbare Schulveranstaltung sowie für jedes Ganztags- und Betreuungsangebot müssen zudem zur Rückverfolgbarkeit die Namen der teilnehmenden Personen für vier Wochen dokumentiert werden.

Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens gilt seit 12. August und bis vorerst 31. August eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Personen auf dem Schulgelände, auch in Gebäuden und während des Unterrichts. Davon ausgenommen sind Lehr- und Betreuungskräfte, die den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Auch Schüler*innen der Klassen 1 bis 4 müssen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie im Unterricht an ihrem Platz sitzen und es feste Sitzpläne gibt. Die Maskenpflicht entfällt ebenso in den Räumen der Ganztags- und Betreuungsangebote.

Wenn die Mundschutzpflicht mit den pädagogischen Erfordernissen, Unterrichtszielen und der sonstigen schulischen Arbeit nicht vereinbar ist, insbesondere im Sportunterricht oder bei Prüfungen, kann ein*e Lehrer*in zumindest zeitweise oder für bestimmte Unterrichtseinheiten bzw. in Prüfungssituation davon absehen, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Ausnahmen aus medizinischen Gründen oder aufgrund einer Beeinträchtigung kann ein*e Schulleiter*in gestatten. Dann ist der Mindestabstand einzuhalten. Eine Unterschreitung des Mindestabstands ohne das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist in solchen Fällen ausschließlich im Sportunterricht möglich.

Die Eltern bzw. Schüler*innen sind dafür verantwortlich, Mund-Nase-Bedeckungen zu beschaffen.

Schutz von vorerkrankten Schüler*innen und Angehörigen
Grundsätzlich sind Schüler*innen verpflichtet, am Präsenzunterricht teilzunehmen. Wenn relevante Vorerkrankungen vorhanden sind, entscheiden die Eltern, ob durch den Schulbesuch für ihr Kind eine gesundheitliche Gefährdung entstehen könnte. Sie müssen unverzüglich schriftlich die Schule darüber informieren und darlegen, dass wegen einer Vorerkrankung eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Coronavirus-Infektion besteht. Entsprechende Pflichten gelten für volljährige Schüler*innen. Bei begründeten Zweifeln kann die Schule ein ärztliches Attest verlangen und in besonderen Fällen ein amtsärztliches Gutachten einholen. Die Verpflichtung zur Teilnahme an Prüfungen bleibt bestehen.

Sofern ein*e Schüler*in mit Angehörigen mit relevanter Vorerkrankung – insbesondere Eltern, Großeltern oder Geschwistern – in häuslicher Gemeinschaft lebt, muss der Haushalt Maßnahmen der Infektionsprävention zum Schutz dieser Angehörigen treffen. Zum Schutz der Angehörigen kommt die Nichtteilnahme von Schüler*innen am Präsenzunterricht nur in besonderen Ausnahmefällen und nur vorübergehend in Betracht.

Vorgehen in Schulen bei auftretenden Corona-Fällen bzw. Verdachtsfällen
Schüler*innen, die im Schulalltag Coronavirus-Symptome, wie Fieber, trockener Husten oder Verlust des Geschmacks-/Geruchssinns aufweisen, sind ansteckungsverdächtig. Die Schulleitung muss sie daher zum Schutz der Anwesenden – bei Minderjährigen nach Rücksprache mit den Eltern – unmittelbar und unverzüglich nach Hause schicken oder von den Eltern abholen lassen. Bis zum Verlassen der Schule müssen sie getrennt untergebracht und angemessen beaufsichtigt werden. Die Schulleitung nimmt mit dem Gesundheitsamt Kontakt auf, das über das weitere Vorgehen entscheidet.

Da auch Schnupfen zu den Symptomen einer Coronavirus-Infektion gehören kann, sollten Eltern angesichts der Häufigkeit eines einfachen Schnupfens ein Kind mit dieser Symptomatik ohne weitere Krankheitsanzeichen oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens zunächst 24 Stunden zu Hause beobachten. Treten keine weiteren Symptome auf, nimmt das Schulkind wieder am Unterricht teil. Kommen jedoch weitere Symptome wie Husten, Fieber etc. hinzu, ist eine diagnostische Abklärung nötig.

Sollten bei Testungen oder auf anderem Wege Infektionsfälle mit dem Coronavirus festgestellt werden, informiert die Schulleitung das Gesundheitsamt, das über weitere Maßnahmen entscheidet: Beispielsweise kommt eine Testung von Kontaktpersonen in Betracht, um lokale Cluster und Infektionsketten zu identifizieren und möglichst frühzeitig zu unterbrechen. Je nach Infektionsgeschehen und regionaler Gegebenheit werden Schulen auch umfassend oder vollständig getestet und, wenn nötig, kurzfristig vorübergehend geschlossen, um das Infektionsgeschehen gesichert abklären und eindämmen zu können.

Detaillierte Informationen finden Interessierte auf den Internetseiten des Bildungsministeriums.

Elternbeiträge für August normal zahlen

Im Moment ist davon auszugehen, dass für den Monat August die Zahlungen der Elternbeiträge sowohl für Kitas und Kindertagespflege als auch für die schulische Betreuung zu leisten sind. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW, hat am 28. Juli angekündigt, dass er keinen weiteren Erlass der Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung im August plant. Auch sonst sind bisher keine anderweitigen Entscheidungen durch das Land NRW angekündigt oder getroffen worden.

Kitas und Tagespflegebetreuung

Rückkehr zum Regelbetrieb ab 17. August

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW (MKFFI) hat angekündigt, dass die Betreuung von Kindern in Kitas und der Tagespflege ab dem 17. August in den Regelbetrieb zurückkehren soll.

Damit haben alle Kinder wieder Anspruch auf den vertraglich vereinbarten Betreuungsumfang. Zudem sollen alle gewohnten pädagogischen Konzepte wieder umgesetzt werden können – ohne eine strikte Trennung von Gruppen. Mehr Informationen erhalten Interessierte online beim MKFFI

Zur Verringerung von Infektionsrisiken müssen Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, heilpädagogische Kindertageseinrichtungen und Gruppen sowie Brückenprojekte geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, Einhaltung des Mindestabstands zwischen Erwachsenen und zur Rückverfolgbarkeit treffen. Kann der Mindestabstand zwischen Erwachsenen nicht eingehalten werden, ist eine Mund-Nase-Bedeckung verpflichtend.

Empfehlungen zum Umgang mit Krankheitssymptomen bei betreuten Kindern

Das MKFFI empfiehlt, dass Kinder mit Fieber und/oder Symptomen, die nach Einschätzung der Eltern und der Einrichtung oder Kindertagespflegestelle auf eine akute, infektiöse und ansteckende Erkrankung hinweisen, nicht betreut werden sollen. Im Falle einer laufenden Nase ohne weitere Krankheitsanzeichen empfiehlt das Ministerium, das Kind zunächst für 24 Stunden zu Hause zu beobachten. Kommen keine weiteren Symptome wie Husten, Fieber etc. hinzu, kann das Kind wieder in der Kindertageseinrichtung oder -pflegestelle betreut werden. Für die Wiederaufnahme ist kein ärztliches Attest erforderlich.

Zu den Empfehlungen für Eltern, Träger, Leitungen und Personal in der Kindertagesbetreuung

Hygieneregeln

Erwachsene müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen, wenn sie Kinder zur Einrichtung bringen oder abholen. Zudem ist er verpflichtend, wenn sie in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Erwachsenen unterschreiten. Externe Personen müssen Mund-Nase-Schutz beim Aufenthalt in Räumen von Kindertagesbetreuungsangeboten zu Betreuungszeiten durchgehend tragen. Ausnahmen sind aus medizinischen Gründen möglich.

Testungen für Beschäftigte in Schulen und in der Kindertagesbetreuung

Seit 3. August können sich in NRW alle Beschäftigten an Schulen und in Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen alle 14 Tage auf das Coronavirus testen lassen. Dies ist bis vorerst 9. Oktober möglich und erfolgt kostenlos und freiwillig bei niedergelassenen Vertragsärzt*innen, insbesondere Hausärzt*innen, und in Testzentren.

Um die Testkapazitäten nicht zu überfordern, ist ein wöchentlich abwechselnder Turnus vorgesehen: Kita-Beschäftigte und Kindertagespflegepersonen können sich in den Kalenderwochen (KW) 32, 34, 36, 38 und 40 testen lassen; Schulbeschäftigte in den Kalenderwochen (KW) 33, 35, 37, 39 und 41.

Eine Bestätigung des Arbeitgebers bzw. für Kindertagespflegepersonen des Jugendamtes ist nötig, um sich in einer Vertragsarztpraxis oder einem Testzentrum testen lassen zu können. Die betroffenen Personen in Essen wurden bereits informiert, wie man eine Bescheinigung in Essen erhält. Informationen zu den Testmöglichkeiten erhalten Interessierte bei ihren Ärzt*innen und bei der Arztrufzentrale der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVNO) unter der Telefonnummer 116 117.

Weitere Informationen der KVNO

Notbetreuung für Kinder

Das Notbetreuungsangebot, das bereits seit 23. März besteht, wird laut der Coronabetreuungsverordnung (CoronaBetrVO) zunächst bis 31. August in Schulen weiter aufrechterhalten. Die Notbetreuung in Kitas wurde beendet.

Das Notbetreuungsangebot ist für Kinder von Eltern eingerichtet, die bestimmten Berufsgruppen angehören und unabkömmlich sind, sofern eine private Betreuung oder eine flexible Arbeitsgestaltung nicht möglich ist. Eine Notbetreuung ist unabhängig von der beruflichen Situation des anderen Elternteils möglich, sofern eine Betreuung durch diese nicht gewährleistet ist. Sämtliche Tätigkeitsbereiche, die für die erweiterte Notfallbetreuung berücksichtigt werden, können Interessierte hier einsehen. Die Notbetreuung wird außerdem für Kinder von Alleinerziehenden angeboten, die erwerbstätig sind oder die sich in einer Abschlussprüfung befinden. Sie ist insbesondere für Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 eingerichtet.

Zeitlich werden von der Notbetreuung montags bis freitags die üblichen Betreuungs- und Unterrichtszeiten sowie die Zeiten der Betreuung im Offenen Ganztag (OGS) abgedeckt. Die Entscheidung über die Aufnahme in der Schule trifft die jeweilige Leitung. Für die Notbetreuung in der Schule ist von den Eltern eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorzulegen.

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